1. Startseite
  2. Sport

Lisa Brennauer: Zwischen zwei Welten

Erstellt:

Kommentare

Lisa Brennauer.
Lisa Brennauer. © IMAGO/frontalvision.com

Kurz vor ihrem Karriereende strampelt Lisa Brennauer bei der EM in München noch mal um Medaillen - gleich in zwei Wettbewerben.

Vor einer Woche hat Lisa Brennauer, 34, ihre Karriere beendet. Eine Karriere, die vor Erfolgen nur so strotzt. Siebenfache Weltmeisterin auf der Straße und der Bahn, Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Tokio. „Es fühlt sich immer noch richtig an. Es ist ja auch nicht so, dass ich die Entscheidung Hals über Kopf getroffen habe“, sagt Brennauer. Sie steht nach wie vor hinter ihrer Entscheidung, weiß aber auch, dass jetzt eine emotionale Zeit vor ihr liegt. Die Münchner EM-Abschiedstournee beginnt auf der Bahn mit der Teamverfolgung. Jenes Team, das in Tokio drei Weltrekorde und Gold holte. Franziska Brauße, Lisa Klein, Mieke Kröger und eben Brennauer wurden als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet.

„Die Erfolge bei Olympia haben uns getragen“, sagt Brennauer, die von Franziska Brauße als „Mutti“ der Gruppe getauft wurde. Klar, die gebürtige Kemptenerin ist die Erfahrenste im Team. Das Siegen, sagt Brennauer, wird nie langweilig. Wie man richtig mit Siegen umgeht, musste sie aber erst lernen. „Es gab eine Phase in meiner Karriere, da hatte ich das Gefühl: Ich stehe auf dem Podium nach dem Wettkampf, steige ins Auto und bin gefühlt schon wieder beim nächsten Rennen.“ Inzwischen habe sie aber gelernt, solche Erfolge bewusster wahrzunehmen.

Sich solche Momente zu nehmen, sei für eine Athletin wichtig: „Sonst rast man wie in einem Schnellzug vor sich hin.“

Brennauer wird in München nicht nur über die Bahn, sondern auch über die Straße jagen. In der zweiten Championships-Woche stehen die Straßenrennen an. Ein Wandel zwischen zwei Welten. Auf der Bahn reizt Brennauer der Perfektionismus, so sei sie auch als Person. Alles ist messbar und steuerbar. „Auf der Straße hast du viel mehr Zeit, Sachen richtig oder falsch zu machen. Es gibt immer neue Herausforderungen.“

Zu viel Rad? Das geht für sie nicht. Das wird sich auch nach München, nach ihrem Karriereende nicht ändern. „Ich finde es so toll, dass ich die Entscheidung zu einem Zeitpunkt getroffen habe, an dem ich noch für den Radsport brenne“, sagt sie: „Übernächste Woche werde ich vermutlich wieder auf dem Rad sitzen.“

Auch interessant

Kommentare