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Der ehemalige Fußball-Trainer und TV-Sportjournalist Holger Obermann, aufgenommen während der Preisverleihung zum Deutschern Fußball Botschafter 2013.
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Der ehemalige Fußball-Trainer und TV-Sportjournalist Holger Obermann, aufgenommen während der Preisverleihung zum Deutschern Fußball Botschafter 2013.

Tragischer Tod

Letzte Ruhe des Weltenbummlers

  • VonTorsten Kohlhaase
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Holger Obermann stirbt mit 85 an den Folgen einer Corona-Infektion, obwohl der rastlose Pionier des Fußballs und des Fernsehens bereits doppelt geimpft war.

Der Weltenbummler aus Kassel hat seine letzte Ruhe gefunden: Holger Obermann ist tot. 60 Tage nach seinem 85. Geburtstag in Friedrichsdorf bei Bad Homburg, den er wie auch die Diamantene Hochzeit mit seiner Frau Barbara im Kreise von Familie und Freunden gefeiert hatte, ist der Sportjournalist und Fußball-Entwicklungshelfer am 30. Oktober an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben. Besonders tragisch: Seine zweite Corona-Impfung lag acht Monate zurück, die dritte Impfung war bereits geplant.

In der Zeit, als es in den Bundesländern nur drei Fernsehsender gab, war Obermann von 1971 bis 1984 deutschlandweit bekannt als Moderator der ARD-Sportschau und als Kommentator, der von 1970 bis 1986 von fünf Fußball-Weltmeisterschaften berichtet hat. Kürzlich sagte er im Interview anlässlich seines 85. Geburtstages: „Die Wasserschlacht von Frankfurt bei der WM 1974 blieb mir besonders in Erinnerung. Da habe ich mit Uwe Seeler am Mikrofon jede Menge Zeit überbrückt.“

Früherer Torwart beim KSV Hessen Kassel

Vom KSV Hessen Kassel aus führte der Weg des ehemaligen Torwarts aus dem Stadtteil Kirchditmold, wo er ganz in der Nähe des VfL-Sportplatzes am Hochzeitsweg aufwuchs, über Concordia Hamburg (dort lernte er seine Frau kennen) und den FSV Frankfurt in die USA. 1961 ist er beim SC Elizabeth New York der erste deutsche Profi überhaupt in einer amerikanischen Soccer-League.

In den USA arbeitete Obermann fünf Jahre lang auch als Redakteur, Auslandskorrespondent und Leiter einer deutschsprachigen Radiostation, ehe er Sportredakteur beim Hessischen Rundfunk wurde und anschließend die ARD-Sportschau moderierte. Seit 1990 ist Obermann im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes und des Nationalen Olympischen Komitees fernab der Heimat unterwegs gewesen und hat unter anderem in Osttimor, Kamerun, Bangladesch, Gambia, Sri Lanka und auch in Australien Begeisterung für den Fußball geweckt. „In Afghanistan den Frauenfußball auf den Weg gebracht zu haben“, antwortete Obermann auf die Frage, in welchem der 40 bereisten Länder er den größten Erfolg gehabt habe. Die wohl gefährlichste Situation erlebte er vor seinem ersten Länderspiel in Afghanistan, als eine Rakete ins Hotel einschlug.

Ein Dank an seine Frau

Für sein Engagement ist er 2010 bei der Fußball-WM in Südafrika mit dem Fifa-Verdienstorden ausgezeichnet worden und hat 1997 auch das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie 2004 den „Preis für Toleranz und Fair Play“ des Bundesinnenministers erhalten. In seiner Funktion als Botschafter des DFB lag Obermann vor allem die von ihm gegründete Fußball-Schule „Nepal Youth Programm“ in Kathmandu am Herzen. Bei einem Projekt, das von der Franz-Beckenbauer-Stiftung finanziert worden ist, wurde ein Fußballplatz in Kolishwor mit einer neuen Infrastruktur versehen.

Zum Nachlesen seiner interessanten Vita hatte Obermann vieles bereits aufgeschrieben. Titel des Buches: „Mein Fußball hatte Flügel. Erlebnisse von New York bis Kabul“. Der Weltenbummler hinterlässt neben seiner Ehefrau Barbara auch die Kinder Helen und Ingmar sowie drei Enkeltöchter. Über seine Frau sagte er zuletzt: „Sie ist mit mir durch dick und dünn gegangen. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.“

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