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Ausgebremst: Hendrik Pfeiffer.
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Ausgebremst: Hendrik Pfeiffer.

Marathon

Läufer auf dem Radar

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Eigentlich wäre jetzt die Zeit, da sich Marathon-Veranstalter um deutsche Zugpferde balgen würden. Doch die Seuche bremst alle aus. Ein Kommentar.

Läufer, selbst die schnellsten in Deutschland, bilden meist eine Ich-AG im positiven Sinne. Marketing- oder Kommunikationsberater brauchen die klugen Köpfe in den seltensten Fällen. Normalerweise wäre jetzt die Zeit, da Amanal Petros, Richard Ringer oder Hendrik Pfeiffer die Anfragen fürs zweite Halbjahr sichten würden. Berlin oder Frankfurt, die größten Stadtläufe, würden sich um die drei Zugpferde balgen. Nie waren deutsche Läufer und Läuferinnen schneller als 2020/2021. Männer und Frauen sind so gut in Form wie seit vielen Jahren nicht, doch die Öffentlichkeit bekommt davon so gut wie nichts mit.

Denn die Pandemie bremst die Veranstalter der lukrativen Marathon-Events, wie viele andere, weiterhin aus. Für den deutschen Rekordhalter Petros (2:07:18), Ringer (2:08:49) oder auch Pfeiffer (2:10:18) ist das doppelt ärgerlich: Sie haben die Olympia-Norma locker unterboten, doch ihre Leistung zahlt sich nicht in barer Münze aus. Immerhin möchte sich dieses Trio in Sapporo – dort findet der Marathon im Zeichen der Ringe statt – von der besten Seite zeigen, obwohl ganz vorne gegen die afrikanische Übermacht nichts auszurichten sein wird.

Auf dem Weg zu den Spielen hat der gebürtige Düsseldorfer Pfeiffer den ganz harten Weg genommen. Der Langstreckenspezialist des TV Wattenscheid schmeckte im Frühjahr nichts mehr, als er in eine Zitrone biss. Dann schöpfte er Verdacht, er könnte erkrankt sein. Und tatsächlich hatte er sich mit Corona infiziert. Die Ausdauerspezialisten, zum selbstständigen Denken gezwungen, hören viel intensiver in ihren Körper als etwa Profifußballer, die eher zur Unselbständigkeit erzogen werden. Der 28-Jährige schlief teilweise 16 Stunden am Tag, pausierte mehr als vier Wochen, ehe er mit lockerem Laufen beginnen konnte. Ihm muss zur Gefährlichkeit von Covid-19 niemand mehr etwas sagen. Und doch will er sich jetzt auf dem Weg zum olympischen Marathon nicht mehr stoppen lassen, zumal er bereits die Spiele in Rio de Janeiro 2016 wegen einer Fersenverletzung verpasste.

Den Lohn für die Arbeit eines Jahrzehnts möchte er sich am 8. August abholen, dafür schwitzt er gerade in einem Höhentrainingslager in Kenia, wo sich Heerscharen besonders leidensfähiger Athleten tummeln. Wer im Läufer-Eldorado Iten oder Eldoret die Augen nicht ganz verschließt, der sieht täglich, welch Überlebenskampf die Menschen in Ostafrika führen. Auch das kann die Sinne schärfen, trotz Corona-Krise voranzukommen. Daher jammerschade, dass Vorbilder wie Pfeiffer und Co. sich seit Monaten schon unter dem Radar bewegen müssen.

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