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Alles halb so wild: Silas Wamangitukae vom VfB Stuttgart.
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Alles halb so wild: Silas Wamangitukae vom VfB Stuttgart.

Unsportliches Verhalten?

Künstliche Aufregung

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Der Stuttgarter Silas Wamangituka sorgte mit seinem aufreizenden Treffer gegen Bremen für Ärger – Werder nimmt die Entschuldigung an und widmet sich eigenen Problemen.

Ein paar Stunden nach seinem Sonntagsspaziergang im Bremer Strafraum meldete sich dann Silas Wamangituka selbst zu Wort. Und sagte Sorry für seinen aufreizenden Treffer, der für Verstimmung gesorgt hatte. Er wolle die „Gelegenheit nutzen“, schrieb Wamangituka bei Instagram, und bei allen Bremern, „die sich verärgert fühlten, aufrichtig um Entschuldigung zu bitten“. Es sei „auf keinen Fall“ seine Absicht gewesen, zu „provozieren“.

Selbst einige Mitspieler wie Gonzalo Castro störten sich an der Art und Weise wie Wamangituka seinen zweiten Treffer beim 2:1 (1:0) in Bremen erzielte, richtig sauer waren aber die Hanseaten. Schließlich hatte sich der 21-Jährige erstaunlich viel Zeit gelassen vor dem leeren Tor, war ganz gemütlich ein paar Schritte gegangen, schaute sich noch einmal um, ehe er den Ball über die Linie kickte.

„Grob unsportlich“, brüllte Werder-Trainer Florian Kohfeldt direkt danach über das Feld. Und Davie Selke sagte: „Der Junge macht ein gutes Spiel, macht zwei Tore. Dann soll er einfach den Ball reinschieben und nicht herumlaufen wie sonst einer.“

„Ein schüchterner Junge“

Der Stuttgarter Trainer Pellegrino Matarazzo nahm den Kongolesen natürlich in Schutz. „Wenn man Silas kennt, weiß man, dass er ein schüchterner Junge und nicht arrogant ist“, sagte er: „Das Erste, was ich empfunden habe, war, dass er auf Zeit spielt, wie wenn man zur Eckfahne geht.“ Das hat Wamangituka, mit fünf Saisontreffern jetzt Stuttgarts Toptorjäger, hinterher auch noch einmal bestätigt. Aber er „verstehe die Frustration von Werder.“

Wamangituka sah nach dem entscheidenden Treffer übrigens noch die Gelbe Karte von Schiedsrichter Frank Willenborg. Allerdings offenbar für die kleine Auseinandersetzung mit Selke und nicht für sein Verhalten beim Treffer. Wäre Willenborg zu dem Schluss gekommen, dass sich Wamangituka, wie es in Regel zwölf heißt, „gegenüber dem Spiel respektlos“ verhalten habe, hätte er das Tor nicht geben dürfen.

Als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, wollte auch Kohfeldt die Szene „nicht überdramatisieren“. Denn der erstaunlich reife Aufsteiger aus Stuttgart holte seinen dritten Auswärtserfolg diese Saison vollauf verdient.

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat betonte: „Wir können mal die Kirche im Dorf lassen. Er hat das Ding nicht viermal hoch gehalten, keinen Fallrückzieher auf der Linie gemacht, keinen Moonwalk gemacht oder sonst was. Aus der Nummer wird viel zu viel gemacht.“

Zumal die Bremer die Entschuldigung auch sofort annahmen - Kohfeldt hatte den hoch begabten Torschützen noch auf dem Platz umarmte. Der 37-Jährige spürte sehr schnell, dass sich die Grün-Weißen besser ihren eigenen Problemen widmen sollten. Und davon gibt es in der düsteren Jahreszeit nicht wenige.

Düstere Winterzeit

Denn wie schon im Vorjahr droht sich eine Art Winterdepression über das Weserstadion zu legen. Nachdem Yuya Osako eine frühe Chance ausgelassen hatten, schleppten sich die Bremer ohne erkennbare Spielidee über den Rasen. Ohne Tempowechsel und Inspiration trugen harm- und hilflose Hausherren ihre Angriffszüge vor, die meist schon vor dem Strafraum wegen unpräziser Zuspiele oder Flanken versandeten. Manch einer fühlte sich an die gruselige Vorsaison erinnert.

Und noch etwas erinnert an die vermaledeite Spielzeit 2019/20: Mit RB Leipzig und Borussia Dortmund warten erst einmal zwei Gegner, die nicht Bremer Kragenweite sind. Dann geht es am 19. Dezember zum Jahresabschluss in der Bundesliga zum FSV Mainz 05. Das ruft ungute Erinnerungen hervor: Ein 0:5 gegen die Nullfünfer am 17. Dezember 2019 bedeutete den Tiefpunkt der Hinrunde, am vorletzten Spieltag kassierte Werder noch eine 1:3-Niederlage bei den Rheinhessen, die danach ausgelassen den Klassenerhalt feierten - während Bremen erst nach der nervenaufreibenden Relegation ans rettende Ufer kroch. (mit sid)

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