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Beste Freunde: Pedri und der Fußball.
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Beste Freunde: Pedri und der Fußball.

Spaniens Supertalent Pedri

Kompass aus Teneriffa

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Wenn die spanische Nationalmannschaft auf den EM-Titel schielt, dann tut sie das auch dank des 18-jährigen Pedri vom FC Barcelona. Über ein Genie, dass sie in Madrid einst fortschickten.

Pedro Gonzales-Lopez, der spanische Wunderknabe, wird natürlich in keinem EM-Rückblick fehlen, obwohl ihn gar keine Schuld trifft an der großen Eselei. Doch weil der Torwart Unai Simon seinen Rückpass von der Mittellinie so tölpelhaft hat über den Span rutschen lassen wie einer, der nie in seinem Leben Fußball gespielt hat, ist halt auch der Mittelfeldspieler in den Fokus der Peinlichkeit geraten. Aber nur ein bisschen.

Ansonsten fällt der Pedri genannte Profi des FC Barcelona im „Team der 1000 Pässe“ (FR) nicht besonders auf, das ist in diesem Ensemble der nahezu perfekten Fußballer ein Kompliment. Er ist beidfüßig, kann alle Pässe spielen, kurze wie lange, ist eingebunden in die oft endlosen Ballstafetten der Spanier, die heute im Viertelfinale gegen die Schweiz den nächsten Schritt gehen wollen. Pedri hat alle vier EM-Spiele absolviert, alle 360 Minuten.

Und genau das ist das Besondere. Der Junge, in Tegueste im Nordosten Teneriffas geboren, ist erst 18 Jahre alt, der jüngste spanische Spieler, der je an einer Europameisterschaft teilgenommen hat. Vor einem Jahr kickte er noch in der zweiten Liga, beim Inselklub UD Las Palmas, mit 16 gab er dort sein Debüt bei den Profis. Aber da hatte ihn sich der FC Barcelona für eine Ablösesumme von sechs Millionen Euro längst gesichert, mit 17 unterschrieb er einen Vierjahresvertrag und wurde ein Jahr beim Kanarenklub geparkt. Seit der abgelaufenen Saison aber spielte er bei Barca als sei dies eine Selbstverständlichkeit. „Ich war mir unsicher, ob ich gut genug bin, zu bleiben“, hat der Barça-Fan seit Kindheit anfangs befürchtet. Doch Trainer Ronald Koeman baute gleich auf ihn. Die ersten drei Spiele kam er von der Bank, danach zählte er stets zur Startelf bei Barca, der deutlich älter wirkende Junge, der gerne über die linke Seite des Mittelfeldes kommt, bestritt 37 von 38 möglichen Spielen in La Liga, er spielte in der Champions League und half mit, den Copa del Rey zu gewinnen, machte 52 Pflichtspiele.

Legende Iniesta als Vorbild

Phänomenal rasch hat sich der Techniker, der an sein Vorbild Andres Iniesta erinnert, durchgesetzt. Erst in Las Palmas, dann bei Barça, schließlich im Nationalteam unter Luis Enrique, vor der EM hatte er vier Länderspiele auf dem Buckel. „Pedri ist der Spieler Spaniens“, schrieb „Marca“, er sei ein Kompass der Mannschaft. Dabei könnte er noch U19 und U21 spielen, und soll auch in der Olympia-Mannschaft im August in Tokio spielen. Barça hat schon protestiert, man fürchtet eine Überlastung des größten spanischen Talents. Seine Ausstiegsklausel beim Renommierklub liegt übrigens bei 400 Millionen Euro.

Der 1,74 Meter große Pedri, an dem einst auch Bayern München und Mönchengladbach interessiert waren und dessen Marktwert bei 70 Millionen verortet wird, wirkt immer ein bisschen schlaksig, hat er aber den Ball, paart sich das mit feiner Technik zu einer eleganten Fußballharmonie. Er könnte torgefährlicher sein, drei Tore und drei Vorlagen in 37 Partien sind eine ausbaufähige Bilanz, auch in der zweiten Liga kam er lediglich auf vier Treffer. Sein Vater berichtete in „El Pais“ jüngst, dass der Filius in der Schulzeit eher dem Langstreckenlauf frönte. Bei der EM hat er von allen Spieler mit 46,9 die drittmeisten Kilometer zurückgelegt. Pedri sei in allen Sportarten gut gewesen, betonte sein Papa, der auf Teneriffa einen Barça-Fanklub gegründet hat.

Mittlerweile hat Pedri deutlich an Muskelmasse zugelegt: Vor Jahren ist er bei einem Probetraining bei Real Madrid durchgefallen. Zu schmächtig, zu klein sei er, hieß es von den Königlichen.

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