Kämpft um seine Gesundheit und um Gerechtigkeit: Ivan Klasnic.
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Kämpft um seine Gesundheit und um Gerechtigkeit: Ivan Klasnic.

Ex-Bundesliga-Profi

Klasnic-Rechtsstreit vor Ende

  • vonCarsten Sander
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Ex-Profi musste bereits dreimal eine Niere transplantiert werden, seit zwölf Jahren läuft Prozess gegen Mediziner.

Der Rechtsstreit zwischen Ivan Klasnic (40) und den ehemaligen Werder-Mannschaftsärzten Dr. Götz Dimanski und Dr. Manju Guha steht offenbar vor dem Abschluss. Nach zwölf Jahren, in denen die Gerichte trotz Hinzuziehung mehrerer Gutachter die Frage, wer Schuld hat an Klasnics schwerer Nierenerkrankung, nie haben klären können, läuft es nun auf einen Vergleich hinaus. Vor dem Hintergrund laufender Verhandlungen hat das Hanseatische Oberlandesgericht eine für den 25. Juni geplante Fortsetzung der mündlichen Verhandlung ausgesetzt. „Ich kann das bestätigen, wir sind in Gesprächen. Wir werden sehen, was passiert“, erklärte der von der Krankheit sichtlich gezeichnete Klasnic dazu.

Nach einer mündlichen Verhandlung im September 2018 hatte der ehemalige Werder-Stürmer und Double-Sieger von 2004 einen Vergleich noch abgelehnt. Drei Millionen Euro – das war damals der Vorschlag des Vorsitzenden Richters Peter Lüttringhaus gewesen. Nicht genug für Klasnic. Er lehnte ab, zeigte sich weiter kampfeswillig. „Jetzt dauert der Prozess schon zehn Jahre, dann kann er auch 15 Jahre dauern, das ist mir egal“, sagte er seinerzeit noch.

Klasnic hatte ursprünglich einen zweistelligen Millionenbetrag von den Medizinern gefordert – als Ausgleich für entgangene Verdienste. Klasnics Karriere endete 2013 im Alter von 33 Jahren.

Der Ex-Profi, der später noch mit einem Nierenpanzer für Mainz 05 spielte, wirft den Mannschaftsärzten und anderen Medizinern vor, in den Jahren 2002 und 2003 eine Niereninsuffizienz nicht erkannt und deshalb nicht rechtzeitig behandelt zu haben. In der Folge musste dem ehemaligen kroatischen Nationalspieler bereits dreimal eine Niere transplantiert werden – zuletzt im Oktober 2017.

Knapp ein Jahr später standen sich die Parteien zuletzt vor Gericht gegenüber. Der Vorsitzende Richter appellierte damals eindringlich, sich auf einen Vergleich zu einigen – mit einem klaren Rat an Klasnic: „Dieser Prozess wird noch ganz viel Zeit kosten – und man weiß nicht, ob der Kläger in zehn Jahren noch hier sitzen kann.“

In erster Instanz hatte Klasnic vor dem Landgericht Bremen Recht bekommen. Ihm wurden 100 000 Euro Schmerzensgeld zuerkannt, zudem wurden die Mediziner verurteilt, alle mit der Krankheit in Verbindung stehenden Kosten tragen zu müssen.

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