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Mike Tysons Rückkehr: Für die einen ist es pure Show, die anderen hoffen auf boxerische Extraklasse.
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Mike Tysons Rückkehr: Für die einen ist es pure Show, die anderen hoffen auf boxerische Extraklasse.

Mike Tyson

Klamauk oder Klasse?

Für die einen ist es pure Show, die anderen hoffen auf boxerische Extraklasse. Mit gemischten Gefühlen blickt die Sportwelt der Ring-Rückkehr von Box-Ikone Mike Tyson am Wochenende entgegen.

Mike Tyson ist schon seit Tagen im Kampfmodus. Ein Video zeigt den Altmeister, wie er zu Hause in seiner Wohnung plötzlich einen Trainingsanfall bekommt, in die Knie geht und erstaunlich lange wie wild Löcher in die Luft schlägt. Der 54-Jährige ist on fire und will es bei seiner Ring-Rückkehr in der Nacht zum Sonntag (02.30 Uhr/Sky) gegen den ebenfalls schon 51 Jahre alten Roy Jones Jr. noch einmal wissen.

„Ich denke, Roy kann damit umgehen, dass er ein bisschen verprügelt wird“, gibt sich der einstige Bad Boy Tyson noch immer großspurig. Der frühere Schwergewichts-Champion hat 30 Kilo abgespeckt und zieht fast in jeder TV-Show blank, um seinen wieder mit Muskeln bepackten Oberkörper zu präsentieren. „Es wird heiß in der Küche“, verspricht der Rückkehrer für den Showkampf ohne Zuschauer im legendären Staples Center von Los Angeles.

Die Fachwelt allerdings ist skeptisch. Ex-Profiboxer Axel Schulz hält von dem Showact nicht viel. „Der Kampf ist wie das Promi-Boxen einzuordnen und nicht, wie angekündigt, das größte Comeback der Boxgeschichte“, sagte Schulz der Bild und schob nach: „Einen sportlichen Wert gibt es für mich nicht.“ Henry Maske sieht das anders. „Das ist wie viele andere Dinge eben keine Spielerei, das ist eine professionelle Sache, die irgendwann im Wettkampf mündet“, sagte der frühere Weltmeister bei RTL/ntv und ging auch auf den mehrfach gezogenen Vergleich zum Frauenboxen ein: „Hier geht es natürlich auch um Show, aber da werden nicht zwei Boxer im Röckchen stehen - und das ist nicht despektierlich gemeint.“

Vom Frauenboxen war die Rede, weil die Runden für die beide älteren Herren von drei auf zwei Minuten verkürzt wurden. Auch pochte die zuständige Athletic Commission (CSAC) darauf, dass nur acht statt der üblichen zwölf Runden geboxt werden. Beide Kämpfer müssen zudem stärker gepolsterte Handschuhe tragen, bei einem Cut wird sofort abgebrochen, ein K.o. soll gar nicht erst möglich werden. „Das ist was für Frauen“, beschwerte sich Jones jr. und stellte klar: „Wir sind keine Frauen, wir sind zwei der Besten.“ Auch Jones gehörte früher zu den Großen seiner Zunft, war fünfmal Weltmeister in verschiedenen Klassen. Doch im Mittelpunkt steht an diesem Wochenende eindeutig Tyson. Seine Rückkehr elektrisiert immer noch die Massen, in den USA rechnet man sogar mit einem neuen Pay-Per-View-Bestwert für die letzten Jahre. Beiden Boxern soll eine Börse von 10 Millionen US-Dollar (8,4 Millionen Euro) garantiert worden sein. Tyson will seine Einnahmen an Drogensüchtige und Obdachlose spenden, „weil ich selbst obdachlos und drogensüchtig war“, wie er sagt.

In den 1980-er Jahren lag ihm die Sportwelt zu Füßen. Der nur 1,80 m große Pitbull prügelte seine Gegner reihenweise aus dem Ring. Mit 20 Jahren und 144 Tagen wurde er jüngster Weltmeister im Schwergewicht, gewann zwölf der ersten 20 Kämpfe durch K.o. in Runde eins.

Die privaten Probleme wurden immer schlimmer. Seine Ehefrau Robin Givens warf ihm sexualisierte Gewalt vor, 1992 landete er wegen Vergewaltigung für drei Jahre im Knast. Er verprasste 300 Millionen US-Dollar, sein Comeback scheiterte auch, weil er seinem Gegner Evander Holyfield vor lauter Frust im Ring ein Stück aus dem rechten Ohr biss. Nun, 15 Jahre nach seinem letzten Fight, meldet sich „Iron Mike„ zurück. Tyson hat sein Leben wieder halbwegs im Griff, spielte in Kinofilmen mit, stand auf der Theaterbühne und soll wieder einige Millionen auf dem Konto haben. Auch sein Lebensmotto ist ein anderes geworden: „Ich werde vielen Menschen helfen, und mein Vermächtnis wird sein, dass ich mehr gegeben als genommen habe.“ (sid)

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