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Kira Weidle: Hang zum Aufwärtstrend

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Von: Thomas Jensen

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Zählt bei der Abfahrt zu den Medaillenkandidatinnen: Kira Weidle.
Zählt bei der Abfahrt zu den Medaillenkandidatinnen: Kira Weidle. © Ulrich Wagner/imago

Speed-Ass Kira Weidle geht optimistisch auf Medaillenjagd bei den Winterspielen in China.

Mehr als 20 Stunden unterwegs zu sein, den Großteil davon im Flugzeug, kostet Energie. Die Sehnsucht nach einem Bett am Ende der Reise wächst mit den Strapazen. Umso größer ist die Frustration, wenn man bei der vermeintlichen Ankunft feststellt, dass man in den falschen Bus gestiegen ist. Kira Weidle ist dieses Missgeschick passiert, bei der Anreise in das zunächst falsche der drei olympischen Dörfer.

Diese Art von Erlebnis hatte die Münchnerin wohl nicht im Sinn, als sie vor dem Abflug nach China erzählte: „Das ist gerade eine Phase, in der ich viel lerne, weil neue Situationen entstehen. Ich glaube, die muss man durchleben, um für den Rest der Karriere gerüstet zu sein.“

Sie meinte damit die Erfahrung, „als einzige deutsche Weltcup-Fahrerin am Start zu stehen, seitdem die Vicky (Viktoria Rebensburg, Anm. d. Red.) nicht mehr dabei ist“ – und auch das Erfolgserlebnis, „dass einem auf einmal eine Silbermedaille umgehangen wird“. Was dem Coup mit dem zweiten Platz in der WM-Abfahrt von Cortina 2021 folgte, waren allerdings auch die „sehr hohen Erwartungen“, mit denen die 25-Jährige inzwischen umgehen muss.

In diesem Winter hat sie dem gewachsenen Druck bisher mehr als ordentlich standgehalten. In der Abfahrtswertung belegt sie Rang sechs, Highlight war Rang zwei am Zauchensee. Zudem zeigt die Formkurve im eher ungeliebten Super G etwas nach oben, obwohl die Generalprobe auf der Kandahar mit einem enttäuschenden Rang 20 endete. Dennoch hat sie in dieser Disziplin aktuell schon so viele Punkte eingefahren wie noch in keiner Saison zuvor. Optimismus zieht sie auch aus einem anderen Trend: „Es ist ein bisschen auffällig, dass ich letztes und dieses Jahr am Anfang der Saison nicht ganz so gut war und Richtung Höhepunkt immer besser geworden bin.“

Ihre Ausgangslage vor Peking ist allerdings eine Spezielle: Von einer Vizeweltmeisterin erwartet man einen Angriff auf das Podest. In der Abfahrt (Dienstag/4 Uhr) zählt sie zum Kreis der Medaillenkandidatinnen – im Super G (am morgigen Freitag/4 Uhr) wäre schon ein Top-10-Platz eine kleine Überraschung, die ihr im Weltcup bisher noch nicht gelungen ist. Dann wird man sehen, wie Weidles aufsteigende Form die Reisestrapazen überstanden hat.

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