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Zwischen den Extremen

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Die Stimmung beim OFC ist nach dem verschenkten Sieg am Kippen.

Nur zwei Wochen liegen zwischen den Extremen. Am 6. Oktober hatten Spieler und Fans der Offenbacher Kickers noch gemeinsam euphorisch das 3:1 bei Tabellenführer Mannheim gefeiert. Als das Team nun am Freitagabend in Pirmasens (1:1) vor den Gästeblock trat, gab es keine Party. Im Gegenteil. Die Fans waren sauer und ließen das die Spieler spüren, die sich die Schimpftiraden aus einigem Abstand anhörten, ehe sie das Gespräch am Zaun suchten.

„Jedes mal die selbe Scheiße“ war dabei noch einer der harmloseren Sprüche. Dennis Schulte zeigte dafür Verständnis. „Das muss man als Spieler aushalten. Die Fans fahren drei Stunden. Sie erwarten natürlich etwas anderes“, sagte der Innenverteidiger.

Wer aber zweimal in Folge einen Sieg in der Schlussphase herschenkt, verärgert sogar die treuesten der Treuen. Waren die meisten Fans nach dem enttäuschenden 1:1 gegen die TSG Balingen noch enttäuscht, aber schweigend nach Hause gegangen, hagelte es nun Unmutsäußerungen – im Stadion und in den Kommentaren im Internet. Dabei hatte der OFC in Pirmasens lange vieles richtig gemacht. Die Taktik von Trainer Daniel Steuernagel mit Dren Hodja als zweiter, hängender Spitze ging zunächst voll auf. „Bis zur 70. Minute war es fast perfekt. Aber dann haben wir das Spiel aus der Hand gegeben“, sagte der Offenbacher Trainer. Der dann folgende Einbruch sei „nicht zu erklären“.

Peter Tretter hatte ihn hingegen vorhergesehen. „Wir wussten, dass Offenbach am Ende Probleme bekommt“, frohlockte der Trainer des FK Pirmasens und meinte damit das 1:1 gegen Balingen. Fakt ist aber: Der OFC hat diese Saison erst zweimal späte Gegentreffer kassiert (gegen Saarbrücken und Balingen – jeweils zum 1:1), aber schon achtmal nach der 75. Minute getroffen.

„Wir sind eigentlich das Team der letzten Viertelstunde“, hatte Steuernagel unlängst gesagt. Umso mehr wunderte ihn, dass die Führung in den Schlussminuten verspielt wurde: „Das hat nichts mit Kraft zu tun, das ist eine Frage der Konzentration. Da fehlt uns Abgezocktheit.“ Aber ist fehlende Konzentration nicht eine Folge nachlassender Kraft? Hätte man nicht frische Spieler bringen müssen? Nachdem die Wechsel gegen Saarbrücken und Balingen nichts gebracht hatten, tauschte Steuernagel in Pirmasens zweimal – jeweils verletzungsbedingt, einmal in der 89. Minute.

Immerhin: Als sich die Emotionen in Pirmasens gelegt hatten, gab es von den Fans aufmunternde Worte für das Hessenpokal-Viertelfinale am Dienstag (19 Uhr) gegen Dreieich. Bei nun zehn Punkten Rückstand auf Mannheim ruhen die Hoffnungen der Fans fast nur noch auf dem Pokal. Man kann sich vorstellen, was für eine Stimmung nach einer Pleite herrschen würde.

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