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Muss nicht mehr hinschauen: Daniel Steuernagel ist nicht mehr Trainer des OFC.

Kickers Offenbach

Mal wieder ein Neuanfang bei Kickers Offenbach

Der OFC trennt sich von Trainer Steuernagel und Sportdirektor Mehic. Mal wieder ein Neuanfang bei Kickers Offenbach.

Offenbach - Am frühen Dienstagmorgen ging es doch schneller als erwartet. Daniel Steuernagel und Sead Mehic trafen sich gegen 8.30 Uhr mit dem Präsidium und dem Geschäftsführer Andreas Herzog im Stadion, keine 60 Minuten später war die Trennung von Trainer und Sportdirektor der Offenbacher Kickers perfekt. „Es war eine extrem schwere Entscheidung. Beide sind menschlich ganz feine Typen.

Beide haben dem Verein sehr viel gegeben und den OFC auch vorangebracht“, lobte Kickers-Präsident Joachim Wagner seine beurlaubten Ex-Angestellten beinahe überschwänglich. „Aber, und das ist nun leider das Entscheidende: Fußball ist ein Ergebnissport.“ Und die hatten zuletzt nicht gepasst. Es fehlte der Glaube, dass Steuernagel und Mehic kurzfristig einen Weg aus der Krise finden würden und mittelfristig den OFC ans propagierte Ziel, nämlich den Aufstieg in die Dritte Liga, bringen könnten.

Kickers Offenbach:  Entscheidung nicht leicht gemacht

„In drei Jahren wollen und müssen wir aufsteigen. Die Frage ist: Trauen wir es ihnen zu, in diesem oder den nächsten zwei Jahren den Aufstieg zu schaffen? Die Antwort war nein. Dann fehlt das Vertrauen, und die Konsequenz ist, man muss handeln“, sagte Wagner. Mehic und Steuernagel wollten sich gestern nicht äußern. Die Kickers waren besser als erwartet in die Saison gestartet und nach fünf Spielen mit 13 Punkten Tabellenführer. Doch da hatten Ergebnisse und vor allem die gute Mentalität des Teams die spielerischen Mängel übertüncht.

Steuernagel und Mehic hatten gehofft und auch angekündigt, dass die Mannschaft sich steigern werde. Doch die Findungsphase des neu zusammengestellten Kaders (13 Zugänge/14 Abgänge) dauerte zu lange. Als dann noch Leistungsträger wie Kevin Pezzoni (Sperre) und der neue Kapitän Richard Weil (Sehnenabriss) ausfielen, brach das labile Gefüge zusammen. Drei Niederlagen und ein deprimierendes 0:0 gegen den sieglosen Tabellenvorletzten Pirmasens ließen die Kickers von Platz eins auf Rang acht abstürzen.

Wagner und Kickers-Freunde erhöhten Etat beim OFC 

„Wir haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht, aber eine nüchterne Analyse hat deutlich gemacht, dass ein Neuanfang im sportlichen Bereich unumgänglich ist“ erklärte der seit Juni amtierende OFC-Präsident Wagner, der mit weiteren Kickers-Freunden vor der Saison mit Privatmitteln den Etat erhöht hatte. Trotz des großen Rückstands auf die Tabellenspitze gibt sich Wagner kämpferisch. „Wir haben diese Saison noch nicht aufgegeben.

Und dass man auch acht oder zehn Punkte Rückstand aufholen kann, haben die Kickers erst vor knapp zwei Jahren leidvoll erfahren müssen“, spielt Wagner auf die Saison 2017/18 an, als der OFC im Oktober zehn Punkte Vorsprung auf Platz drei hatte und am Saisonende doch noch deutlich von Waldhof Mannheim distanziert wurden.

Kehrt Boysen zum OFC zurück?

Bei der Suche nach einer neuen Sportlichen Leitung will man zunächst Zeit gewinnen und hat deshalb Steven Kessler mit der Trainingsleitung betraut. Allerdings wird das nur eine Interimslösung sein. Der 44-Jährige ist als Trainer der U19, die nach dem Aufstieg in die Bundesliga einen Mittelfeldplatz belegt, sehr erfolgreich.

Allerdings verfügt Kessler nicht über die für die Regionalliga erforderliche Trainer-A-Lizenz. Kessler soll bei der Trainingsarbeit von Torwarttrainer Rene Keffel und dem noch monatelang mit einer Verletzung ausfallenden Kapitän Weil unterstützt werden, und wird am Samstag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten RW Koblenz als verantwortlicher Mann auf der Bank sitzen.

Rudi Bommer und Tomas Oral werden bei den Kickers gehandelt 

Bei der Nachfolgeregelung deutet vieles auf eine Lösung mit einem erfahrenen Mann hin, der zunächst in Personalunion als Trainer und Sportdirektor arbeiten soll. Möglicherweise für eineinhalb Jahre. Natürlich wird im Umfeld bereits mit Namen spekuliert.

So soll der frühere OFC-Trainer Hans-Jürgen Boysen, 62, ein Kandidat sein. Für ihn wäre es das vierte Engagement beim OFC. Seine letzte Trainerstation war Regionalligist Wormatia Worms bis April 2014. Aber auch Rudi Bommer (61/zuletzt Hessen Dreieich), Tomas Oral (46/zuletzt FC Ingolstadt) und Reinhard Stumpf (61/bis Oktober 2018 Leiter des OFC-Nachwuchsleistungszentrums) wären verfügbar.

Von Jochen Koch

Kickers Offenbach hat Trainer Daniel Steuernagel freigestellt. OFC-Präsident Joachim Wagner begründet diesen Schritt.

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