Kickers Offenbach

Wichtige Einigung

Der ehemalige OFC-Präsident Frank Ruhl erhält 24,5 Prozent der Vereinsanteile. Drei Spieler werden freigestellt.

Jetzt fehlt nur noch der Notartermin, und die Offenbacher Kickers sind mehr als eine Million Euro Schulden los. Präsidium, Verwaltungsrat und Aufsichtsrat des Fußball-Regionalligisten haben eine unterschriftsreife Einigung mit ihrem Hauptgläubiger Dr. Frank Ruhl erzielt. Der ehemalige Präsident hatte während seiner Amtszeit dem OFC größere Summen zur Verfügung gestellt und nach der ersten Insolvenz 2013 und dem Ende seiner Präsidentschaft von anderen Gläubigern Forderungen aufgekauft. Die Gesamtsumme der Forderungen Ruhls soll bei fast zwei Millionen Euro gelegen haben.

Im November 2016 hatten die Kickers-Verantwortlichen mitgeteilt, dass Ruhl auf 500.000 Euro verzichtet habe. Damals hatten die Kickers auch die Rechtmäßigkeit von Ruhls Forderungen anerkannt. Dieser hatte im Gegenzug die Rückzahlung gestundet, denn das hätte 2016 das sichere Aus für den Verein bedeutet.

OFC-Schatzmeister Daniel Simon und Ruhl hatten seit Monaten über den aktuellen Deal verhandelt. „Der Prozess ist von großem gegenseitigen Vertrauen geprägt“, hatte der Schatzmeister vor der Einigung gesagt. Am 31. Dezember 2018 wären die Forderungen von Ruhl schließlich fällig gewesen. Einen ersten Vertragsentwurf legte Simon am 28. Dezember dem Verwaltungsrat vor, der noch Änderungswünsche hatte. Jetzt haben sich die Offenbacher Verantwortlichen und Ruhl darauf geeinigt, dass der Ex-Präsident auf seine restlichen Forderungen verzichtet und im Gegenzug Anteile an der Profi GmbH des OFC erhält.

Der Verein Kickers Offenbach kann ohne Zustimmung seiner Mitglieder bis zu 24,5 Prozent der ausgegliederten Profi-GmbH abgeben. Ruhl dürfte nun die maximal möglichen 24,5 Prozent Anteile erhalten. Der von den OFC-Gremien und Ruhl genehmigte Vertragsentwurf wird jetzt noch einem Notar zur Prüfung vorgelegt. Bis Ende Januar, spätestens bis zur Mitgliederversammlung am 19. Februar, soll der Vertrag unterzeichnet werden. Der OFC wäre dann fast alle Altschulden los. Ruhl wird neben den Anteilen wahrscheinlich zwei Sitze im Aufsichtsrat erhalten und somit auch Einfluss auf die Arbeit der Profi GmbH haben.

Unterdessen nahm die Mannschaft von Trainer Daniel Steuernagel am vergangenen Montag die Vorbereitung auf die Rückrunde wieder auf. Nicht mehr mit dabei waren die drei freigestellten Profis Ihab Darwiche, Serkan Göcer und Semih Sentürk, die in der ersten Saisonhälfte kaum Einsatzzeiten bekommen hatten, auf der Gehaltsliste aber durchaus weit oben standen. Neu im Team ist bisher nur der 23 Jahre Stürmer Moritz Reinhard, der in der Hinrunde für die SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach in der Gruppenliga Fulda auf 21 Treffer in 19 Spielen gekommen war.

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