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Weinte bittere Tränen: Daniel Endres

Daniel Endres

Tränen am Berg

Torwart Daniel Endres erfährt bei den Offenbacher Kickers im letzten Heimspiel eine würdige Verabschiedung.

Sage noch einer, hartgesottene Profis können keine Emotionen zeigen. Daniel Endres vergoss am Samstag schon vor seinem 223. und letzten Pflichtspiel für die Offenbacher Kickers erste Tränen. Beim Warmmachen auf dem Platz, dann bei der offiziellen Verabschiedung vor der Nullnummer gegen den FC Homburg durch den ebenfalls verabschiedeten Geschäftsführer Christopher Fiori und Vizepräsidentin Barbara Klein. „Es war ein sehr schweres Spiel für mich“, räumte der Torwart ein, der seit 1994 mit einem Jahr Unterbrechung immer für den OFC spielte, mit bedrückter Stimme ein: „Aber es war am Ende doch ein schöner Abschied.“

Dafür hatten vor allem die Offenbacher Fans gesorgt, die Endres nach dem Abpfiff des mäßigen Kicks gegen den Tabellendritten gebührend verabschiedeten. Mit Spruchbändern und Plakaten würdigten sie die Leistung des Torwarts, der in der zweiten und dritten Liga, aber auch in den nicht selten tristen Zeiten in der Regionalliga stets seinem Verein die Treue gehalten hatte. Endres verabschiedete sich beinahe von jedem Fan persönlich, ließ sich auf Handy-Selfies verewigen.

Feines Gespür der Fans

Mit feinem Gespür für die Situation hatten die Fans auch für Dennis Schulte ein Spruchband entrollt. Der Linksverteidiger geht als dienstältester Feldspieler nach sechs Jahren, verdrückte ebenfalls die eine oder andere Träne. „Der Abschied von Daniel steht klar im Vordergrund“, sagte der 28-Jährige: „Aber ich habe mich total gefreut, als ich das Spruchband sah“, sagte Schulte und meinte grinsend: „Da kann ich ja nicht so viel falsch gemacht haben.“ Ebenfalls offiziell verabschiedet wurden vor dem Spiel Kapitän Benjamin Kirchhoff (TSV Steinbach Haiger), Jan Hendrik Marx (Waldhof Mannheim), Serkan Göcer (FC Homburg), Christos Stoilas, Bilal Jomaa Zabadne und Sebastian Brune (alle Ziel unbekannt).

Während Verteidiger Francesco Lovric in dieser Woche seinen Vertrag verlängern soll, ist die Zukunft des besten Torschützen Serkan Firat (elf Saisontreffer) und von Dren Hodja offen. Der Mittelfeldspieler schlug sich bei seiner Auswechslung in der 66. Minute mit der Hand aufs Vereinslogo auf der Brust. Diese beiden Entscheidungen sollen diese Woche fallen.

Die über weite Strecken triste Stimmung während des Spiels zeigte auch, wie viel Arbeit auf die Kickers-Verantwortlichen zukommt. „Wir müssen einiges verändern“, räumte OFC-Trainer Daniel Steuernagel nach Platz fünf („ordentlich“) ein. „Wir brauchen eine andere Mentalität, mehr Tempo über die Außenbahnen, mehr Ballsicherheit, Robustheit und Erfahrung“, zählte er auf. Auch den Teamgeist gelte es zu entwickeln.

All das soll für mehr Konstanz sorgen. Auswärts gelang dies in dieser Spielzeit besser als zuhause. Mit 29 Punkten stellt der OFC hinter Meister Waldhof Mannheim (47) die zweitbeste Mannschaft. In der Heimstatistik rangiert Offenbach als Achter (30 Punkte) hinter Aufsteiger Balingen (33).

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