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Erzielte bereits sieben Saisontore: Jake Hirst.

Kickers Offenbach

Torjäger Hirst entscheidet den Charaktertest

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Kickers Offenbach dreht nach Rückstand auf und siegt 3:1 in Stadtallendorf.

Francesco Lovric stand kurz nach dem Abpfiff auf dem Rasen des Stadtallendorfer Stadions und machte aus seiner Erleichterung keinen Hehl. „Unsere Ausgangslage ist jetzt gut“, sagte der Defensivspieler von Kickers Offenbach mit Blick auf die kommenden Aufgaben in der Liga (29. September gegen Steinbach, 6. Oktober in Mannheim) und im Hessenpokal (3. Oktober in Alzenau). Statt weiterhin unter dem Strich zu stehen, katapultierte sich der OFC durch den 3:1 (1:1)-Sieg beim Drittletzten auf Platz sechs. Der Blick geht wieder nach oben.

Dabei hatte es aus Sicht der Kickers alles andere als gut begonnen. Die kurzfristigen Ausfälle der Stammkräfte Lucas Albrecht und Maik Vetter (beide krank) zwangen Trainer Daniel Steuernagel dazu, die Startelf umzustellen. Und ohne die zwei robusten Typen taten sich die Offenbacher zunächst schwer gegen den früh und aggressiv störenden TSV Eintracht Stadtallendorf. Zwar hatte der OFC mehrfach die Chance, in Führung zu gehen, der auffällige Florian Treske vergab in Hälfte eins alleine dreimal, doch das Tor fiel auf der anderen Seite. Und zwar auf kuriose Weise. Der Ball lag zwischen Lovric und Julian Scheffler, die nur hätten klären müssen, sich aber nicht einig waren. Ein Stadtallendorfer ging dazwischen und wurde von Scheffler gefoult.

Nach dem folgenden Freistoß auf den langen Pfosten verlor Dren Hodja das Kopfballduell gegen Baltic – 0:1 (28.). Kurz darauf der nächste Rückschlag: Steuernagel wurde nach einer Rudelbildung neben der Offenbacher Ersatzbank auf die Tribüne verwiesen (30.). „Es war ein sehr emotionales Spiel. Ich muss mich beim Unparteiischen entschuldigen“, sagte Steuernagel.

Doch die Kickers haben ja ihren Torjäger Jake Hirst. Es lief bereits die Nachspielzeit der ersten Hälfte, als Serkan Firat den Ball aus dem Mittelfeld ansatzlos in den Stadtallendorfer Strafraum lupfte und Eintracht-Abwehrchef Kevin Vidakovics damit überraschte. Hirst vollstreckte aus kurzer Distanz – 1:1.

„Dass wir kurz vor der Pause den Ausgleich erzielt haben, hat uns gutgetan“, sagte Steuernagel, der die Partie zuvor als einen „Charaktertest“ bezeichnet hatte. Und den bestand seine Mannschaft dank einer klaren Leistungssteigerung gegen Mitte der zweiten Hälfte jedoch spürbar abbauende Gastgeber. „Bei Stadtallendorf hat sich vielleicht das Pokalspiel vom Mittwoch bemerkbar gemacht“, sagte Steuernagel. „Aufgrund der zweiten Hälfte war unser Sieg jedoch verdient.“

Nach einer Ecke landete der Ball bei Kapitän Benjamin Kirchhoff, der ihn mit der Brust annahm und volley zum 2:1 (68.) traf. Bereits das viertes Saisontor des Innenverteidigers. Hirst sorgte dann für das Endergebnis, als er den Ball nach Pass von Firat über den herauseilenden Torwart hob. „Ich lupfe gerne“, scherzte der Stürmer, der auf diese Weise bereits in Ulm getroffen hatte.

Für Hirst war es im siebten Spiel bereits der siebte Treffer der Saison. Damit führt er die Torschützenliste der Regionalliga Südwest an. Kein Wunder, dass der OFC mit dem Überflieger, der aus der achten Liga gekommen war, über das Saisonende hinaus verlängern will - ebenso mit Talent Luka Garic (18.). „Bei Garic sind wir etwas weiter“, sagte Sportdirektor Sead Mehic. Noch in dieser Woche könne man mehr sagen. Tendenz: Garic wird verlängern, Hirst (noch) nicht. Er hatte zwar unlängst gesagt, dass er gerne beim OFC bleiben würde. Die Vorstellungen der beiden Parteien liegen jedoch offenbar auseinander. Das Problem dabei: Trifft Hirst weiterhin in dieser Häufigkeit, bleiben die Kickers nicht der einzige Interessent.

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