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Gut abgeschirmt: OFC-Profi Sascha Korb (links) hält sich Marco Müller vom Leib.

Kickers Offenbach

Sogar vom Punkt klappt’s wieder

Die Offenbacher Kickers fügen Waldhof Mannheim die erste Niederlage zu und schaffen den Sprung auf Rang zwei.

Von Manuel Schubert

Alexandros Theodosiadis schien leicht nervös zu sein. Der Linksverteidiger in Diensten der Offenbacher Kickers fasste sich noch einmal an den rechten Schuh, zupfte seine Hose zurecht, rollte den Ball ein paar Zentimeter nach hinten. Der Deutsch-Grieche trippelte auf den Elfmeterpunkt zu, visierte das rechte untere Eck an – und der Ball zappelte im Netz. Torwart Markus Scholz war in die richtige Richtung abgetaucht, war aber chancenlos, so platziert hatte Theodosiadis das Spielgerät geschossen.

Dobros trifft zum achten Mal

Eine kleine Welle der Erleichterung schwappte durch den Gästeblock, den über 1000 Offenbacher Fans bevölkerten, und auch hinüber zu OFC-Trainer Rico Schmitt, der an diesem Sonntag seinen 47. Geburtstag feierte. Denn es war in zweifacher Hinsicht ein äußerst wichtiger Treffer: Zum einen leitete Theodosiadis mit seinem Treffer (48.) den 2:0 (0:0)-Sieg im Prestigeduell mit Waldhof Mannheim ein – und zum anderen haben die Kickers nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder einen Elfmeter versenkt. Nachdem der etatmäßige Schütze Klaus Gjasula aufgrund einiger Fehlschüsse seinen Posten abgegeben und auch Mittelstürmer Markus Müller am vergangenen Samstag gegen Saar 05 vergeben hatte, musste also ein Verteidiger ran. Und der Linksfuß machte seine Sache sehr gut gegen die Baden-Württemberger, bei denen die ehemaligen Bundesligaspieler Michael Fink (Eintracht Frankfurt) und Hanno Balitsch (Hannover 96) in der Anfangsformation standen.

Und durch den verwandelten Elfmeter (Keeper Scholz hatte den durchgebrochenen Offenbacher Flügelspieler Martin Röser von den Beinen geholt), erkämpfte sich der OFC die Kontrolle über das enge Spiel, eine knappe Viertelstunde später erhöhte Niko Dobros mit einem schönen Schlenzer gar auf 2:0 für die Gäste. Es ist im neunten Spiel bereits das achte Tor des 22-Jährigen, der vor der Saison von Absteiger Nöttingen gekommen war. Trainer Schmitt setzt große Stücke auf den wuchtigen Flügelspieler: „Der Junge hat was“, bescheinigt der nun 47-Jährige. „Es ist gut, dass wir ihn haben.“

In der mit 11575 Zuschauern gefüllten Mannheimer Arena schenkten sich beide Teams lange nichts. Zeitweise ging es auf dem Rasen sehr hitzig zu, doch abgesehen davon blieb das brisante Derby, das schon einige Male von Ausschreitungen überschattet worden war, ruhig. Spätestens durch den Sieg in Mannheim haben die Kickers bewiesen, dass auch in dieser Saison beim Rennen um den Aufstieg mit ihnen zu rechnen ist. Dank des 2:0-Sieges klettert der OFC in der Tabelle auf Rang zwei, der zur erneuten Teilnahme an der Relegation berichtigen würde. Für die bislang ungeschlagenen Mannheimer ist die Pleite ein Stich ins Herz. Null Punkte gegen einen Aufstiegskonkurrenten – und sind vom ersten auf den dritten Tabellenplatz gepurzelt.

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