Kickers Offenbach

Raus aus den Trümmern

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Kickers Offenbach geht mit einem neuen Führungsteam und sehr viel Zuversicht in die Zukunft.

Glück auf zum Sieg“ stand in weißer Schrift auf dem roten Plakat, das das Rednerpult bei der Mitgliederversammlung des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach umhüllte. Auf das Glück alleine will sich der neue Präsident Joachim Wagner aber nicht verlassen, sein Ziel ist neben dem Aufstieg in die dritte Liga ein Wertewandel beim jahrelang leidgeprüften OFC. „Wir wollen, dass wir im deutschen Fußball wieder Respekt erhalten. Wir müssen unseren Stolz zurückholen und raus aus dem Strudel der Depression.“ Doch zum Erfolg gehöre Geduld und Vertrauen. „Gerade bei negativen Erlebnissen müssen wir uns als Einheit präsentieren“, forderte der ohne Gegenstimme ins Amt gewählte 52 Jahre alte Offenbacher. „Wenn man etwas unbedingt will, kann man es schaffen.“ Klang in etwa wie die alte OFC-Leitlinie: „Zusamme schaffe mers.“

Dass die Kickers nun die richtigen Weichen gestellt haben, glaubt auch Wagners Vorgänger. Der ehemalige Präsident Helmut Spahn schrieb auf Facebook: „Mit Joachim Wagner und dem Team bin ich sehr zuversichtlich, dass der OFC auf einem guten Weg ist – ich drücke alle Daumen.“ Dem Team gehören die Vizepräsidenten Jörg Briel und Peter Roth sowie Schatzmeister Daniel Simon an.

Boss Wagner kündigte unterdessen an, dass Geschäftsführer Christopher Fiori die Kickers nicht bereits zum Monatsende verlässt, sondern „für einen überschaubaren Zeitraum“ aushelfen wird. Nun habe man etwas mehr Zeit für die Suche nach einem Nachfolger. Zudem trat der bei der Versammlung überraschenderweise nicht anwesende Sead Mehic vom Amt als Technischer Direktor zurück. „Es gab eine Interessenskollision durch sein Amt als Sportdirektor bei den Profis“, erklärte Schatzmeister Simon auf Nachfrage.

Einen wichtigen Baustein der neuen Strategie stellte Finanzchef Simon selbst vor: das Konstrukt „Kickers-Freunde GmbH & Co KG“, das den Profis zunächst für die kommenden drei Jahre finanzielle Mittel zur Verfügung stellen wird. Die sogenannte „atypische stille Beteiligung“ werde zu keiner weiteren Verschuldung der GmbH führen, betonte er. Ziel sei es, mit diesem Konstrukt das Budget für den Mannschaftskader zu erhöhen und so die Wahrscheinlichkeit steigen lasse, in die dritte Liga aufzusteigen.

Kickers-Freunde im Fokus

Aber wer und was genau sind die Kickers-Freunde? Die Idee, dem OFC nahestehende Geldgeber zusammenzuführen, gab’s schon länger. Die Geschichte der Kickers-Freunde geht auf ein Treffen im November 2018 zurück, als Wagner beim Spiel in Elversberg (1:0) mit den Verwaltungsräten Peter Roth (nun Vizepräsident), Sven Thielmann und Roland Straub zusammenkam. Aus der Whatsapp-Gruppe namens „Elversberg-Pakt“ entstanden letztlich die Kickers-Freunde, denen nun Wagner, Roth, Thielmann, Vizepräsident Jörg Briel sowie ein dem OFC nahestehender Geschäftsmann, der in München arbeitet, angehören. Zudem ist man laut Roth in Gesprächen mit zwei, drei weiteren Interessenten.

Diese Gruppe will den OFC wieder nach oben bringen. Wie viel Geld die Mitglieder jährlich beisteuern, blieb offen. Klar ist aber, dass der bisherige Spieleretat in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro nicht ausreicht, um oben mitzumischen, und daher deutlich erhöht wird.

Das Projekt ist auf Langfristigkeit angelegt, aber der kurzfristige Erfolg wird dennoch angepeilt. „Wir werden diese Saison angreifen. Und wenn wir es nicht schaffen, machen wir so lange weiter, bis der Verein dort ist, wo er hingehört“, sagte Vizepräsident Roth. Und Kollege Simon stellte klar: „Man will und wird keine Trümmerlandschaft hinterlassen und keine weiteren Verbindlichkeiten anhäufen.“

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