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Erneuter Tiefschlag: Luka Garic (Mitte) und dem OFC fehlt die Konstanz.

OFC

Rätselraten in Offenbach

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Die Kickers geben eine Führung gegen Balingen leichtfertig her - und damit auch die Chance, oben heranzurücken.

Wie gewonnen, so zerronnen: Nur eine Woche nach dem 3:1-Erfolg in Mannheim sorgte das 1:1 (1:0) gegen die TSG Balingen für Tristesse bei Kickers Offenbach. Nach 82 Minuten lag der OFC nur drei Punkte hinter Tabellenführer Mannheim, dann überschlugen sich die Ereignisse. Die Folge: Rückstand von acht Punkten. „Zuletzt haben wir gepunktet wie ein Spitzenteam“, hatte Daniel Steuernagel, Coach der Kickers, vor dem Heimspiel noch zufrieden festgestellt. Am 13. Spieltag der Fußball-Regionalliga Südwest traf dies jedoch nur auf die Konkurrenz zu. 

Bereits am Freitag hatte der TSV Steinbach Haiger (2:0 beim FC Homburg) vorgelegt. Der 1.FC Saarbrücken (6:3 bei Astoria Walldorf), der SSV Ulm (2:1 gegen den FSV Frankfurt/siehe Artikel unten) sowie Tabellenführer Mannheim (3:2 bei Wormatia Worms) zogen am Samstag nach. Und der OFC? Kam gegen den seit sechs Spielen sieglosen Aufsteiger Balingen trotz Führung nur zu einem 1:1. Hätte Torwart Daniel Endres kurz vor Schluss nicht stark pariert, wären die Kickers sogar völlig leer ausgegangen.

Der Auftritt des OFC sorgte für Rätselraten – und zwar nicht nur in den eigenen Reihen. „Ich weiß nicht, woran es bei den Offenbachern gelegen hat“, wunderte sich Gästetrainer Ralf Volkwein. „Sie haben nach dem 1:0 jedenfalls zurückgeschaltet. Und wir wurden mutiger.“ Das dokumentiert auch das Eckenverhältnis von 7:2 für Balingen. 

Beim OFC war man ob des überraschenden Rückschlags zunächst sprachlos. „Mir fehlen die Worte“, sagte Kapitän Benjamin Kirchhoff, wurde dann aber umso deutlicher: „Das geht gar nicht, das müssen wir auch schonungslos ansprechen.“ Dabei hatte es gut begonnen für den OFC, der den teils mit Sechserkette agierenden Gegner in dessen Hälfte einschnürten und nach 20 Minuten belohnt wurde. Niklas Hecht-Zirpel passte präzise in die Schnittstelle der Abwehr. Ko Sawada nahm den Ball fein an, tanzte im Strafraum einen Verteidiger aus und ließ dem TSG-Torhüter keine Chance – 1:0.

Doch die Führung gab den Kickers keine Sicherheit. Im Gegenteil: Von Minute zu Minute entglitt ihnen die Partie mehr. Bereits das 1:0 zur Pause war glücklich, da Balingen zwei gute Chancen vergab – jeweils nach Fehlern von Julian Scheffler. Den ersten bügelte er selbst aus, den zweiten Torwart Endres. 

„Wir haben es bis zum 1:0 richtig gut gemacht, geben das Spiel aber dann komplett aus der Hand“, sagte Kirchhoff. „In der Pause hatten wir mitbekommen, dass Worms gegen Mannheim führt. Da haben wir gesagt: Das müssen wir jetzt ziehen.“ Doch das gelang nicht. In der 82. Minute glich Balingen per Elfmeter aus und war danach sogar dem Sieg näher.

Für Kapitän Kirchhoff ist das „unerklärlich“. Steuernagel suchte ebenfalls nach Gründen. „Ich habe nicht verstanden, warum wir aufgehört haben, Fußball zu spielen“, gab er zu. „Eventuell haben sich die Spieler nicht getraut, weil sie nervös waren. Vielleicht war es Angst vor der eigenen Courage.“ Der Trainer versuchte, einzugreifen, brachte Varol Akgöz, Kevin Ikpide und Ihab Darwiche für Hecht-Zirpel, den von Kreislaufproblemen geplagten Torjäger Jake Hirst sowie Serkan Firat. 

Steuernagel änderte auch die Taktik, von 4-4-2 auf 4-1-4-1 und wieder zurück. Aber auch das brachte nichts. „Es geht nicht um Umstellungen, sondern um die Einstellung. „Wir hätten den Sieg aus Mannheim vergolden müssen, haben es aber nicht“, sagte Kirchhoff und warnt schon vor dem  Freitagsspiel in Pirmasens: „Wenn wir dort so spielen wie in der zweiten Hälfte gegen Balingen, verlieren wir 0:3.“

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