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Offenbacher Doppeltorschütze: Serkan Firat.

VfB Stuttgart II - Kickers Offenbach

Offenbacher Frustlöser

Beim 4:2-Erfolg in Stuttgart lassen sich die dominanten Kickers auch vom VfB-Doppelschlag nicht irritieren.

Sead Mehics erster Kommentar galt den Fans. Rund 200 mitgereiste Offenbacher hatten im herbstlichen Stuttgarter Degerloch für Daueranfeuerung gesorgt. „Das ist Kickers“, sagte Mehic: „Ganz großes Kompliment an die Fans, die die Spieler so unterstützt haben.“ Auch am Sportdirektor waren die Tage nach dem Aus im Hessenpokal gegen den SC Hessen Dreieich nicht spurlos vorübergegangen. „Der Sieg war sehr wichtig“, konstatierte er erleichtert.

Weil Julian Scheffler in der Nacht vor dem Spiel erkrankt war, musste Trainer Daniel Steuernagel seine Startelf umbauen. Torwart Daniel Endres (für Sebastian Brune), Serkan Göcer (für Jan-Hendrik Marx) und Varol Akgöz rückten gegenüber dem 1:2 gegen Dreieich in die Startelf. Weil Dennis Schulte und Christos Stoilas gar nicht im Kader eingeplant waren, musste Luka Garic, eigentlich im zentralen Mittelfeld zu Hause, links hinten ran. „Er hat diese Position mal im Testspiel gegen Viktoria Köln gespielt und hat es gut gemacht“, lobte Steuernagel den 18-Jährigen. 

Garic und die gesamte Mannschaft übernahmen sofort die Initiative und zwangen die junge Stuttgarter Mannschaft, in deren Kader lediglich 15 Akteure standen, zu Fehlern im Spielaufbau. Einen davon nutzten die Kickers zum frühen 1:0. Maik Vetter und Jake Hirst hatten auf rechts ihren Gegner unter Druck gesetzt, den Ball erobert und auf Akgöz weitergeleitet. Der Angreifer, erstmals in dieser Saison von Beginn an aufgeboten, fand Serkan Firat – und der schoss zur Führung ein (5.). Noch schöner war sein zweiter Treffer, als er nach Flanke von Vetter per Flugkopfball auf 2:0 stellte (27.) – sein neuntes Saisontor. Die Kickers traten auch in der Folge mit starkem Pressing dominant auf.

Vetter verpasste freistehend das 3:0 (47.). Doch dann schien sich ein Szenario zu wiederholen, das die Kickers zuletzt gegen Pirmasens und Balingen (jeweils 1:1) vier Punkte gekostet hatte. „Ich dachte, ich bin im falschen Film“, sagte Sportdirektor Mehic nach dem Doppelschlag des VfB binnen sechs Minuten zum 2:2. Beim 1:2 hatte Vetter mit einem Pass in die Mitte Dren Hodja überrascht, Ex-Bundesligaprofi Tobias Werner schnappte sich den Ball und passte dann auf den freien Daniel Nussbaumer, der Endres keine Chance ließ. 

In der 63. Minute schalteten die Schwaben nach Garics Zweikampf mit David Tomic im Strafraum am schnellsten. Pedro Almeida Morais schoss unhaltbar zum 2:2 ein (63.). „Es ist brutal, wie unsere Fehler bestraft werden“, sagte Trainer Steuernagel zum Kurzzeit-Blackout des OFC. Doch diesmal blieben die Aussetzer folgenlos, weil die Kickers sich laut Steuernagel „kurz schüttelten, das Spiel richtig gelesen“ hatten und zurückschlugen. Das 3:2 von Akgöz, der aus kurzer Distanz im Anschluss an eine Ecke traf (71.), war der Frustlöser. Danach hatten die Kickers wieder alles im Griff. Als dann noch Benjamin Kirchhoff mit schönem Außenristschlenzer sein fünftes Saisontor erzielt hatte (87.), war die Erleichterung groß. „Wir haben Mentalität und Charakter gezeigt“, freute sich Firat: „Darauf können wir aufbauen.“

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