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Ausgelassener Freude: Die Kickers-Spieler tanzen die "Humba".

Waldhof - OFC

OFC-Feiertag in Mannheim

Die Offenbacher schaffen beim 3:1 gegen Waldhof ein sensationelles Comeback und träumen wieder von großen Zielen.

Dank eines sensationellen Comebacks haben die Offenbacher Kickers erstmals seit drei Jahren wieder Waldhof Mannheim bezwungen. Nach dem 3:1 (0:0)-Erfolg im zuvor als „Endspiel“ bezeichneten Duell beim Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Südwest hat der OFC Anschluss nach oben gefunden. Vor allem aber wächst der Glaube an die eigene Stärken.

Für die Fans der Offenbacher Kickers war es ein Feiertag der besonderen Art. „Der OFC ist wieder da“, ertönte es aus 1000 Kehlen im Offenbacher Block. Auf dem Rasen tanzte eine Mannschaft ausgelassen zur „Humba“, auf die nach 70 Minuten kaum jemand gewettet hätte. Nach dem 0:1 durch den Ex-Offenbacher Jannik Sommer (48.) schien es gegen den Dauerrivalen zu laufen wie so oft: gut mitspielen, im entscheidenden Moment aber einen Fehler zu viel machen und am Ende mit leeren Händen dastehen. So war es in den letzten fünf Partien (ein Punkt, 2:10 Tore). Der OFC hätte seine Saisonziele bei dann zwölf Punkten Rückstand auf Rang eins korrigieren müssen.

Doch es kam ganz anders.

„So schön kann Fußball sein“, sagte Maik Vetter, Torschütze des 1:1 (72. Minute), das den Glauben an die Wende zurückbrachte. Durchaus etwas glücklich, wie er nach seinem beherzten Solo und seinem Schuss durch die Beine von Torwart Markus Scholz einräumte. „Wenn ich ehrlich bin, ist mir der Ball etwas abgerutscht.“ Und das Glück blieb auf Seiten des OFC. Nach einem Zweikampf um den Ball zwischen Michael Schultz und Lucas Albrecht entschied Schiedsrichter Nicolas Winter auf Strafstoß. Eine Entscheidung, die Mannheims Trainer Bernhard Trares auf die Palme brachte: „Was der Schiedsrichter sich dabei gedacht hat, weiß ich nicht. Ich denke, er wird die Nacht nicht gut schlafen.“ Serkan Firat verwandelte vor dem ohrenbetäubend pfeifenden Mannheimer Anhang (80.) und brachte den OFC mit seinem siebten Saisontor auf die Siegerstraße. Drei Minuten später lenkte Marco Schuster Sawadas Schlenzer über die eigene Linie – 1:3.

Die Offenbacher hatten ein Spiel gedreht, in dem trotz starken Beginns wenig für sie gesprochen hatte. Vetter hatte früh die Riesenchance zum 1:0 ausgelassen (6.), ein Freistoß von Firat war an die Latte gesegelt (13.), Jake Hirst hatte die Kugel nicht richtig getroffen (31.). Doch da hatten die Waldhöfer bereits das Kommando übernommen und hätten zur Pause führen können. Valmir Sulejmani stand bei seinem Treffer knapp im Abseits (19.). OFC-Torwart Daniel Endres lenkte den Ball nach Schuss von Gian-Luca Korte (27.) an den Pfosten. Auch gegen Dorian Diring (29.) und Marcel Hofrath (47.) hielt Endres stark. Nur gegen Sommer war er machtlos (48.). Wieder hatten die Offenbacher mit einem leichten Ballverlust im Angriff Mannheim zum Umschaltspiel eingeladen und Jan-Hendrik Marx gegen Sommer final schlecht verteidigt. Die Waldhöfer standen danach dicht vor dem 2:0. Erst spitzelte Garic Sulejmani den Ball vom Fuß (67.), dann verstolperte der Waldhof-Angreifer frei vor Endres (71.). „Wir haben den Sack nicht zugemacht“, haderte Trares. Daniel Steuernagel dagegen war hochzufrieden. „Die Reaktion war entscheidend, für uns hat nur der Sieg gezählt“, sagte der OFC-Coach: „Und den haben wir uns verdient.“

„Mit uns ist zu rechnen“

Der 38-Jährige durfte sich für eine seiner ersten Maßnahmen seit Amtsantritt bestätigt fühlen. „Es zahlt sich aus, dass wir die Intensität im Training gesteigert haben“, freute er sich. Bestätigung erhielt er von Kapitän Benjamin Kirchhoff: „Ich hatte das Gefühl, dass Mannheim stehend k.o. war, wir dagegen konnten weiter Gas geben, obwohl wir auch eine Englische Woche hatten.“
Die Kickers träumen nun wieder von großen Zielen. „Für uns war Weihnachten im August, da haben wir viel verschenkt“, sagt Steuernagel. Nach fünf Pflichtspielen ohne Niederlage (inklusive Hessenpokal) und dem ersten Sieg gegen ein Topteam der Liga ist das Selbstvertrauen zurück. „Mit uns ist zu rechnen“, sagt Kirchhoff.

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