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Erlebt eine enttäuschende Saison: OFC-Stürmer Ihab Darwiche.

Kickers Offenbach

Mittelfeldfrust statt Titellust

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Nach enttäuschender Hinrunde ist der Aufstieg für Kickers Offenbach fast schon abgehakt.

Schon nach rund 20 Minuten der neuen Saison war es mit der Herrlichkeit vorbei. Das Publikum auf dem Bieberer Berg, es war nicht zufrieden am 27. Juli dieses Jahres, die Stimmung im Offenbacher Stadion war angespannt, unruhig, das kickende Personal verkrampfte von Minute zu Minute mehr. Die Spieler des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach brachten in diesen ersten Minuten der neuen Saison nichts zustande, sie spielten dem Gegner, der SV Elversberg, den Ball reihenweise in die Füße und mussten sich nach eben diesen ersten 20 Minuten gar Pfiffe von den Rängen anhören. Ein Start, wie ihn sich niemand gewünscht hatte, wie ihn nach Platz drei in der vergangenen Saison auch niemand erwartet hatte, wie er aber bis heute ein wenig bezeichnend ist für eine mehr als durchwachsene Saison des OFC. 

Nach dem 1:1 zum Auftakt gegen Elversberg sind nun 16 weitere Spiele in der Liga gespielt, die Hinrunde haben die Viertligisten im Südwesten also hinter sich gebracht. Am Freitag (19.30 Uhr) wartet für die Kickers daher erneut Elversberg als Kontrahent, diesmal auf fremden Platz. Doch für beide Mannschaften, die vor der Saison als Anwärter auf Platz eins und damit den Aufstieg gehandelt wurden, ist die Saison enttäuschend verlaufen. Der OFC hat als Tabellensechster schon elf Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter aus Mannheim, Elversberg ist sogar nur Zehnter. Brechen nicht plötzlich Mannheim und die ärgsten Verfolger aus Steinbach, Ulm und Saarbrücken ein, geht es für beide Teams in den verbleibenden 17 Spielen einzig um die Ehre - Mittelfeldfrust statt Titellust.

Daniel Steuernagel denkt dennoch nicht daran, schon jetzt klein beizugeben - logischerweise, ist er doch beim OFC seit dieser Saison als Trainer zuständig für das, was da auf dem Rasen passiert: „Man sieht eine Entwicklung“, sagt der 39-Jährige, der vor der Saison Oliver Reck abgelöst hatte: „Die Phasen, in denen wir sehr dominant sind und den Ball laufen lassen, werden immer länger.“ Die Aussage ist zutreffend. Einerseits. Andererseits reicht die Qualität in letzter Instanz eben doch nicht aus, um die Gegner zu beherrschen. 27 Punkte sammelten die Kickers bisher. Und mit dem Torverhältnis von 33:19 „müssten wir Erster, Zweiter oder Dritter sein“, so Steuernagel. Allerdings: „Uns fehlen fünf, sechs Punkte.“ Und das ist nun mal das, was zählt. 

Verpasste Chancen

Die Offenbacher kassierten im Saisonverlauf nur vier Niederlagen, jedoch verhinderten sechs Unentschieden eine bessere Platzierung. Daran änderten auch zwei Serien nichts: Nach schlechtem Saisonstart - zwei Punkte aus vier Spielen - gewann der OFC dreimal am Stück. Später blieb er gar achtmal nacheinander unbesiegt. Doch wenn die Kickers tatsächlich mal drauf und dran waren, den Anschluss an die Spitze herzustellen, folgten prompt Rückschläge - eine 1:2-Pleite in Freiburg sowie jeweils 1:1-Unentschieden gegen Balingen und Pirmasens. „Da haben wir es verpasst, dranzubleiben und Druck aufzubauen“, sagt Steuernagel im Rückblick.

Nun ist es nicht so, dass diese Stimmungskiller überraschend kamen, sie waren letztlich nur die Konsequenz des Offenbacher Leistungsniveaus. Zwar versucht Trainer Steuernagel, mit einer wesentlich klareren Spielidee als unter Vorgänger Reck die Angriffe einzuleiten, gerade deshalb geht dem Team aber zu oft der Überraschungsmoment flöten. Zudem scheint der Kader gerade in der Tiefe nicht stark genug besetzt, um auf Strecke mit den Spitzenteams mithalten zu können.
Manch ein Offenbacher Anhänger scheint das bereits nach den ersten 20 Minuten der Saison geahnt zu haben, das unruhige Gefühl des 27. Juli war im Nachhinein sicher kein trügerisches.

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