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Hat die Zukunft des OFC im Blick: Andreas Möller.
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Hat die Zukunft des OFC im Blick: Andreas Möller.

Interview mit Andreas Möller

"Man soll mich an der Arbeit messen"

Andreas Möller im FR-Interview über sein erstes halbes Jahr als Sportmanager bei Kickers Offenbach und die Perspektiven des OFC in der dritten Profiliga.

Herr Möller, am Samstag haben Sie sich mit Trainer Hans-Jürgen Boysen und dem Präsidium des OFC zur Vorrundenbilanz getroffen. Haben Sie angesichts der vielen Verletzten auch über neue Spieler gesprochen?

Das Thema Neuzugänge kam zwangsläufig auf den Tisch. Wir haben in Mirnes Mesic, Benjamin Baier, Daniel Goldschmitt, Dennis Malura, Ugur Albayrak (Schulterverletzung/Anm. d. Red.) und Marc Heitmeier (Leistenoperation/Anm. d. Red.) sechs knallharte Verletzungen.

Auf welchen Positionen sollen Spieler kommen?

Priorität hat der Sturm, da wollen wir einen zentralen Angreifer mit Torinstinkt verpflichten. Aber wenn wir in der Abwehr noch jemanden bekommen können, werden wir das auch machen.

Ist dafür das Geld vorhanden?

Es gibt einen Rahmen, der es uns ermöglicht, dass wir noch mal tätig werden können.

Zuletzt hieß es immer, der Etat sei ausgereizt..

Das gute Auftreten der Mannschaft wurde von den Sponsoren und dem Umfeld sehr positiv gesehen. Insofern hat die Sportliche Leitung noch einen kleinen Finanzrahmen ermöglicht bekommen. Das Signal vom Präsidium ist jedenfalls da, dass wir uns nach neuen Spielern umschauen können.

Haben Sie über Namen gesprochen?

Ich habe ein paar Namen im Kopf, der Trainer auch. Wir denken an echte Verstärkungen und keine Ergänzungen.

Gibt der OFC im Gegenzug in der Winterpause auch Spieler ab?

Sicher haben wir Spieler, die unzufrieden sind. Im Januar wird unter Umständen noch mal Bewegung in den Kader kommen.

Zur allgemeinen Situation: Wie sieht Ihre persönliche Vorrundenbilanz aus?

Man kann sagen, dass Hans-Jürgen Boysen aus der Mannschaft alles rausgeholt hat. Aber wir sind auch an Grenzen gestoßen. Insgesamt ist die Mannschaft allerdings hervorragend aufgetreten, sie hat überzeugt und das Umfeld begeistert.

Haben Sie das im vergangenen Sommer für möglich gehalten? Oder haben Sie sich manchmal gefragt: Wo bin ich hier gelandet?

Am Anfang habe ich das schon skeptisch gesehen, aber es hat sich alles sehr positiv entwickelt. Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt und tritt als Einheit auf, das ist das Wichtigste. Vertrauen wurde gewonnen und weiter aufgebaut. Wir sind von Anfang an mit viel Ehrgeiz und Enthusiasmus an die Sache rangegangen und wollen auch so weitermachen.

Wenn Sie vergleichen: Was liegt Ihnen eher, Trainer oder Manager?

Ich habe mal gesagt, dass ich in einer Art Lehrzeit bin, auch ich muss mich weiterentwickeln. Aber ich kann aus meiner Spielerkarriere vieles ableiten. Ich habe viele Verhandlungen mit Präsidenten, Managern und Trainer gehabt. Diesen Weg gehe ich jetzt erst mal.

Gab es etwas in dem halben Jahr, dass Sie neu lernen mussten?

Ich bin schon jemand, der ein bisschen aufs Tempo drückt. Das kommt vielleicht durch meine Spielweise von früher (lacht), ich liebe eben die Schnelligkeit. Manche Sachen brauchen aber eine gewisse Zeit. Auch das ist ein Lernprozess.

Unterscheidet sich die heutige Spielergeneration von Ihrer?

Es gibt Spieler, die treten sehr selbstbewusst auf, dann auch wieder Spieler, die von ihrem Berater gelenkt werden. Entscheidend ist auf dem Platz, und da habe ich das Gefühl, dass manchmal das Drumherum wichtiger ist. Es ist meine Aufgabe, den Jungs zu vermitteln, dass sie mit dem Fußball sehr viel erreichen können, und dass andere Dinge hinten anstehen müssen.

Haben Sie Ambitionen, irgendwann wieder Trainer zu werden?

Wenn nach dem Jahr in Aschaffenburg ein Angebot dagewesen wäre, das meinen Vorstellungen entsprochen hätte, dann hätte ich sicher die Trainerkarriere weiter vorangetrieben. Aber es ist nicht so gekommen. Außerdem habe ich in Aschaffenburg ja auch die Manageraufgabe teilweise mitausgefüllt. Ich war ja ein bisschen wie Felix Magath jetzt in Wolfsburg, wenn auch nur in der Oberliga. Ich lege das Thema Trainer aber jetzt zur Seite, zumal ich vom OFC Signale erhalten habe, dass man den Weg mit mir weitergehen möchte.

Wie groß waren anfangs in Offenbach die Vorbehalte gegen Sie?

Meine Verpflichtung war sicher keine ganz einfache Personalie für den OFC. Ich hatte aber keine Anfeindungen. Ich habe weder böse E-Mails erhalten noch ist einer in die Geschäftsstelle gestürmt. Die Leute sollen mich an meiner Arbeit messen, dem Fußball.

Noch mal zur sportlichen Situation des OFC. Was zeichnet die jetzige Mannschaft aus?

Es herrscht ein sehr guter Teamgeist, die Mannschaft ist unglaublich aufnahme- und lernfähig.

Welche Spieler haben Sie positiv überrascht? Und von welchen hätten Sie mehr erwartet?

Über Robert Wulnikowski brauchen wir nicht zu reden. Er hat in den vergangenen sechs Monaten überragend gehalten. Er ist der beste Drittligatorwart, mit starker Tendenz nach oben. Die rechte Seite mit Stefan Zinnow und Alexander Huber kann man nennen. Tufan Tosunoglu, der aus der Oberliga kam, hat auf sich aufmerksam gemacht. Martin Hysky und Marc Heitmeier haben in der Innenverteidigung stabil gestanden, und Steffen Haas hat sich zum Leistungsträger entwickelt. Bei Matze Morys ist dagegen sicher noch Luft nach oben. Das habe ich ihm auch gesagt, und er hat es gegen Stuttgart ja auch prompt umgesetzt. Aber er muss so weitermachen und hart trainieren.

Schielen Sie noch nach oben?

Wir wollen weiter eine gute Rolle spielen, von diesem Weg gehen wir nicht ab. Wenn wir drei oder vier Spieltage vor Schluss die Möglichkeit haben sollten, oben anzugreifen, dann gehen wir auch drauf. Aber jetzt wäre es zu früh, davon zu reden. Vom Fan-Potenzial und von der Tradition her ist der OFC jedoch ein Verein, der in der zweiten Liga eine feste Größe sein muss. Umso wichtiger ist es, dass der OFC in Sachen neues Stadion vorankommt. Sonst wird es in Zukunft sehr schwer werden.

Interview: Andreas Hunzinger

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