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Auch er steht unter Druck: OFC-Trainer Sreto Ristic.
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Auch er steht unter Druck: OFC-Trainer Sreto Ristic.

Kickers Offenbach im Tief

Mal wieder Krise beim OFC

  • VonChristian Düncher
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Kickers Offenbach verliert gegen Schlusslicht Schott Mainz, damit den Anschluss an die Tabellenspitze - und so langsam wird über den Trainer diskutiert.

Seit knapp zehn Monaten ist Sreto Ristic Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. Vergangene Saison holte er im Schnitt beachtliche 2,26 Zähler und verlor nur zwei von 27 Spielen. In der aktuellen Runde setzte es in neun Partien bereits drei Niederlagen und der Schnitt sackte auf 1,56 Punkte ab. Zu wenig für die Ansprüche des OFC, vor allem, wenn es peinliche Pleiten wie das jüngste 0:1 gegen die Feierabend-Fußballer des TSV Schott Mainz gibt.

Entsprechend frostig war die Stimmung im Anschluss an die Partie. Die Spieler gingen in die Kabine, ohne Interviews zu geben. Und Ristic ließ die Medienvertreter länger als sonst warten. Dennoch war er ratlos. Die Niederlage sei „schwierig zu erklären“. Er könne dem Team aber keinen Vorwurf machen. Das sorgte teilweise für Stirnrunzeln, jedoch nicht bei Thomas Sobotzik. Der Geschäftsführer teilt diese Einschätzung. Bei der 0:2-Pleite am Samstag beim FSV Mainz 05 II sei das anders gewesen, so Sobotzik. Dort habe ihm die Körpersprache missfallen. Diesmal habe das Team alles versucht, aber „verkrampft“ gewirkt: „Das war teilweise Slapstick, wie wir die Chancen vergeben haben.“

„Wir schenken Vertrauen“

Der Unmut der Fans richtete sich während und nach der Partie gegen die Spieler, aber auch gegen Ristic. Einige forderten dessen Rauswurf. Sobotzik hatte dem Coach aber bereits am späten Dienstagabend den Rücken gestärkt. Auf die Frage, ob Ristic auch am Samstag bei der Partie in Pirmasens auf der Bank sitzen werde, sagte er: „Wenn es nach mir geht, ja.“ Er sei von Ristic überzeugt und der Meinung, „dass wir Kontinuität brauchen.“

Allerdings habe auch er einen Chef, der entscheide. Und der äußerte sich am Mittwoch auf Anfrage. „Es ist allen bewusst, dass wir schnellstmöglich aus diesem Tal raus müssen. Allerdings ist aktuell keinem damit geholfen, einen Schuldigen zu suchen. Das Team und die sportlich Verantwortlichen brauchen Unterstützung und Vertrauen, um aus dieser Situation rauszukommen“, so Präsident und Aufsichtsratschef Joachim Wagner.

Darüber habe man nach einem Treffen von Teilen des Präsidiums mit dem Geschäftsführer den Trainer informiert und diesem mitgeteilt, „dass wir ihm weiter das Vertrauen schenken“. Klar ist aber: Sollte es auch in Pirmasens keinen überzeugenden Auftritt geben, würden die Rufe nach einem Trainerwechsel noch lauter werden. Daniel Steuernagel war 2019 nach ähnlicher Startbilanz ( freigestellt worden.

Sobotzik interessiert die Vergangenheit jedoch nicht. „Wir können nichts für diese acht Jahre in der Regionalliga, ich bin nicht mal zwei Jahre da. Wir haben in dieser Zeit einiges aufgebaut“, sagt er. „Jetzt wird sich zeigen, wie fest, wie krisensicher dieses ganze Gebilde ist, wie wir wirklich zueinander stehen und ob wir in der Lage sind, schwere Situationen zusammen zu meistern. Wir sind alle auf dem Prüfstand.“ Also auch Sobotzik. Er hat Ristic geholt und den Kader zusammengestellt. Der Geschäftsführer stellte generell klar: „In keinem Verein geht es immer nur linear nach oben. Wir haben nun diese Phase und müssen sie zusammen überstehen.“

Aber wie konnte es dazu kommen? Warum sind einige Spieler laut Ristic dem Druck nicht gewachsen? Er gestehe ein, dass man sich nach dem zweiten Spieltag weiter gewähnt habe als man sei, so Sobotzik. Das gilt auch für die Fans. „Es gibt hier nur himmelhoch jauchzend oder Katastrophe. Das war uns allen bewusst, aber das macht es nicht leichter.“ Auch nicht für die Spieler, die schon höherklassig aktiv waren. „Es gibt selbst in der dritten und teilweise auch in der zweiten Liga nicht viele Vereine mit dieser Wucht und Tragweite.“ Das ist Segen und Fluch zugleich.

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