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Nimmt Abschied von den mitgereisten Kickers-Fans: Florian Treske.

Mainz - Kickers

Kickers wollen mehr

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Kickers Offenbach spielt zwar nicht fehlerfrei, gewinnt zum Jahresabschluss aber verdient mit 3:1 in Mainz - manch einer schielt nun wieder vorsichtig auf die Tabellenspitze.

Zum Abschluss zog Florian Treske fast blank. Als sich der Stürmer der Offenbacher Kickers nach dem 3:1-(1:1)-Erfolg bei der Reserve des FSV Mainz 05 von den Fans verabschiedete, wanderte ein Kleidungsstück nach dem anderen durch die Gitterstäbe des Gästeblocks. „Das Trikot hatte ich schon jemand versprochen. Und bevor ich das hergebe, gebe ich lieber alles andere auch her“, sagte der Stürmer, der plötzlich nur noch in Unterhose dastand. „Ohne die wäre es zu kalt geworden“, scherzte der 31-Jährige, der seine Profikarriere mit dieser Partie beendete und künftig spielender Co-Trainer beim Landesligisten FV Biberach in Baden-Württemberg wird. 

Den Kickers traut er dennoch zu, dass sie diese Saison in der Regionalliga Südwest oben mitmischen können, „wenn sie die Mentalität der vergangenen Wochen beibehalten“. Benjamin Kirchhoff äußerte sich zurückhaltender, sieht die Mannschaft aber ebenfalls auf einem guten Weg. „Wir schauen derzeit nicht nach Mannheim, gehen aber mit einem guten Gefühl in die Winterpause“, sagte der Kapitän, der den OFC kurz nach Beginn der zweiten Hälfte mit seinem sechsten Saisontor („So viele habe ich noch nie erzielt“) zurück auf die Siegerstraße gebracht hatte. 

Mannheim liegt nach dem souveränen 3:0 beim SC Hessen Dreieich (siehe Artikel links) dennoch weiter neun Punkte vor den Kickers an der Tabellenspitze.

Insgesamt habe der OFC, und darauf gelte es sich eben zu konzentrieren, „ein richtig gutes Auswärtsspiel“ in Mainz gemacht, so Kirchhoff. „In kämpferischer und fußballerischer Hinsicht war das ein Vorbild für den Rest der Saison.“ Zwar machten sich die Kickers nach der hochverdienten Führung durch Serkan Firat (45., Handelfmeter) das Leben schwer, indem sie postwendend das 1:1 kassierten (45.+1). 

„Anfang der Saison hätten wir so ein Spiel aber nicht mehr gewonnen“ sagte Kirchhoff. „Inzwischen sind wir aber überzeugt von unserer Qualität. Wir haben nun erstmals drei Spiele nacheinander gewonnen und sind in der Entwicklung ein gutes Stück weiter.“

Künftig ohne Treske

Die Zahlen belegen das. Aus den ersten drei Hinrundenspielen hatte der OFC lediglich zwei Pünktchen geholt, aus den ersten drei Rückrundenspielen hingegen neun. „Wir wollen so weitermachen und von den restlichen Begegnungen auch die gewinnen, die wir in den Hinrunde nicht gewonnen haben. Dann wäre es für uns eine gute Rückrunde. Und dann schauen wir, was uns das bringt“, so Kirchhoff. Daniel Steuernagel äußerte sich ähnlich. „Das war ein sehr guter Jahresabschluss“, sagte der Offenbacher Trainer. „Man sieht die Entwicklung. Zwar gibt es immer noch ab und zu Aussetzer, aber die muss man hinnehmen und weiterspielen.“ Steuernagel hat dafür einen Begriff: „Frustrationstoleranz“. Gerade Julian Scheffler sei dafür ein gutes Beispiel. Der Linksverteidiger trug mit einem Fehler zum zwischenzeitlichen 1:1 bei, steigerte sich jedoch und bereitete schließlich das 3:1 durch Luka Garic vor (83.). „Das muss man erst mal so wegstecken wir Julian“, lobte Steuernagel seinen Abwehrmann. Scheffler habe ebenso wie die ganze Mannschaft Moral gezeigt.

Künftig muss das Team aber ohne Florian Treske auskommen, der in seinem letzten Spiel abermals gut mit Jake Hirst im Sturmzentrum harmonierte. Einen passenden Partner für Hirst zu finden, wird eine der wichtigsten Aufgaben in den nächsten Wochen sein. Allerdings keine ganz einfache.

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