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Knapper Sieg: Jake Hirst (links) gewann mit dem OFC 1:0 gegen Dreieich um Dominic Rau.

Kickers Offenbach

Stillstand trotz Siegesserie

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Kickers Offenbach gewinnt und gewinnt, kommt Tabellenführer Mannheim aber nicht näher.

Während Trainer Daniel Steuernagel am Samstag bei einer anderen Partie scoutete, drückte Sportdirektor Sead Mehic im Mannheimer Stadion dem 1. FC Saarbrücken die Daumen. Vergeblich. Gastgeber SV Waldhof gewann das Gipfeltreffen der Regionalliga Südwest mit dem Tabellenzweiten 3:2 (1:1) und hat als Spitzenreiter weiter neun Punkte Vorsprung auf Kickers Offenbach. „Saarbrücken war in der ersten Hälfte das bessere Team. Mannheim hatte das Glück des Tüchtigen, das man hat, wenn man oben steht“, sagte Mehic. Natürlich schaue man mit einem Auge rüber nach Mannheim, aber „wir machen so weiter wie vorher“. Der Sportdirektor des OFC hatte zwar auf einen Patzer des Tabellenführers gegen Saarbrücken gehofft, ihn aber keineswegs erwartet. „Mannheim hat bisher eher dort Punkte liegenlassen, wo man nicht davon ausgegangen war. Wie gegen Walldorf oder Hoffenheim“, so Mehic.

Und so wollen die Kickers versuchen, ihre ohnehin schon starke Serie weiter auszubauen, um da zu sein, falls der SV Waldhof doch noch patzt. Mit sechs Siegen nacheinander sind die Kickers derzeit das Team der Stunde. Keine Mannschaft verbuchte in diesem Zeitraum mehr Zähler, und keine verteidigt derzeit so gut. In den ersten drei Spielen der Restsaison ließ der OFC kein Gegentor zu. „Wir stehen hinten momentan wie eine Wand“, sagte Verteidiger Francesco Lovric. „So müssen wir weitermachen.“

Am Mittwoch (19.30 Uhr) steht bereits das nächste Spiel an, erneut ist es ein Nachbarduell, diesmal beim FSV Frankfurt. Die Bornheimer kämpfen wie Dreieich, gegen die der OFC am Freitag 1:0 gewonnen hatte, gegen den Abstieg. Kickers-Coach Steuernagel erwartet „trotzdem ein anderes Spiel, weil der FSV nicht ganz so kompakt ist. Er hat seine Qualitäten eher vorne, ist offensiver. Wenn der FSV gegen Topteams spielte, gab es oft viele Tore“. Im Hinspiel - 7:0 für die Kickers - allerdings nur auf einer Seite.

Gegen Dreieich hatte sich der OFC am Freitagabend lange schwer getan, was Steuernagel aber nicht verwunderte. „Die haben noch nie hoch verloren. Mir war klar, dass wir Geduld haben müssen.“ Gleichwohl gab er zu, dass sein Team in der ersten Hälfte „zu lethargisch“ gewesen sei. Bedenken hatte der Trainer aber nicht. Im Gegenteil.

Sawada als Antreiber

„Wir stehen gut, sind fit und konditionell gut drauf. In der zweiten Hälfte können wir jedes Mal nachlegen.“ Auch personell. Schon mit der Hereinnahme von Ko Sawada zur Pause wurde der OFC immer dominanter. Seine schnellen Antritte hatten den Kickers in der ersten Hälfte gefehlt. Da der Japaner aber seit einiger Zeit über Adduktorenprobleme klagt, hatte ihn Steuernagel („Wir brauchen Ko in den kommenden Wochen“) zunächst geschont. Sead Mehic verteidigte diese Maßnahme. „Es war richtig, ihn nicht von Anfang an, sondern ihn nur 45 Minuten zu bringen.“

Mit Sawada als Antreiber und der Gewissheit, dass hinten nichts anbrennt, wurde der OFC von Minute zu Minute stärker und siegte verdient mit 1:0. So eine stabile Defensive gibt Vertrauen, sagte Steuernagel. Und vorne seien nicht nur Serkan Firat (elf Treffer) und Jake Hirst (8) „immer für ein Tor gut. Da wird es für jeden Gegner schwer.“

Die Aussage lässt sich belegen. Die 15 Treffer, die die Kickers während ihrer Siegesserie erzielten, verteilen sich auf 13 Schützen. Gegen Dreieich trug sich Moritz Reinhard in diese Liste ein. Für den Winterzugang aus der Gruppenliga war es im dritten Pflichtspiel das erste Tor. „Wir hatten in der zweiten Hälfte in Ko Sawada und Serkan Firat zwei sehr schnelle Spieler auf dem Platz, die gut mit dem Ball umgehen können. Dadurch kamen wir zu Chancen“, so Reinhard.

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