Kickers Offenbach

Kickers Offenbach: Präparierter Außenseiter

Die Offenbacher Kickers treten heute Abend bei der SV Elversberg an, bei jenem Team, das das Titelrennen in der Regionalliga Südwest wieder spannend machen will.

Der Saisonverlauf der SV Elversberg und der Offenbacher Kickers könnte gegensätzlicher kaum sein. Beide Klubs waren als Titelanwärter in der Fußball-Regionalliga Südwest gehandelt worden. Gerecht geworden ist dieser Erwartung nur Elversberg. Ausgerechnet im Hinspiel wurde erstmals ein Qualitätsunterschied deutlich. Die Kickers hatten vor 7700 Zuschauern die Saarländer als Spitzenreiter empfangen – und waren nach dem 0:3 (0:1) zutiefst ernüchtert. Der Rest ist bekannt: Elversberg zog am OFC vorbei – und hat mittlerweile als Tabellenzweiter (49 Punkte) 20 Zähler mehr geholt als der Tabellenneunte. Heute (20.15 Uhr) treten die Kickers als motivierter Außenseiter zum Rückspiel an.

„20 Punkte sind schon ein Statement“, sagt Kickers-Trainer Angelo Barletta: „Elversberg hat uns leider etwas voraus.“ Am Respekt vor dem Gegner, der seit zwölf Spielen ungeschlagen ist, hat sich auch angesichts der jüngsten mühsamen Auftritte (1:0 gegen VfR Aalen, 0:0 in Bahlingen) nichts geändert. „Wir sind nur Außenseiter“, sagt Torwart Dominik Draband. Der seit Samstag 24-Jährige war vor der Saison aus Elversberg zum OFC gewechselt. „Offensiv sind sie richtig stark, auch über die Flügel machen sie es sehr gut“, erklärt er.

Hartmann-Einsatz fraglich

Dazu kommt, dass die Saarländer, die mit 48 Treffern den zweitbesten Angriff der Liga stellen, nach der überraschenden Niederlage der Pokalhelden des 1. FC Saarbrücken (0:1 in Walldorf) die Chance haben, das Titelrennen wieder spannend zu machen. Bei einem Sieg hätte Elversberg nur noch drei Zähler Rückstand auf den Primus (55). „Elversberg wird noch fokussierter sein, aber das ist vielleicht auch eine Chance für uns“, glaubt Barletta: „Wir sind präpariert.“ Die Personalsituation entspannt sich deutlich. In Marco Schikora, Maik Vetter und Pelle Hoppe kehren drei zuletzt angeschlagene Akteure zurück. Fraglich ist, ob Moritz Hartmann (Sprunggelenksprobleme) mitwirken kann.

Die lange verletzten Francesco Lovric und Ronny Marcos bereiten Barletta dagegen viel Spaß. „Sie haben voll mittrainiert und anschließend keine Wehwehchen gehabt, ich musste sie sogar bremsen“, freute er sich über weitere Alternativen – allerdings frühestens gegen den FC Homburg am Samstag. Mittrainiert hat auch Luigi Campagna, nach der Nasen-OP sogar ohne Maske. „Ich werde ihn nicht zwingen zu spielen“, betont Barletta, der aber berechtigte Hoffnungen hat, erstmals in seiner Amtszeit seine Elf unverändert ins Rennen schicken zu können: „Da fühlst du dich als Spieler wohler.“ Zur Stabilität trägt auch bei, dass sich das Team von den Turbulenzen der vergangenen Wochen erholt. Die Vorfälle, die zur fristlosen Kündigung für Nejmeddin Daghfous führten, haben die Spieler in einer Aussprache aufgearbeitet. „Seither konzentrieren wir uns nur noch auf Fußball“, sagt Draband.

Den Resultaten der Testspiele (0:2 gegen Fulda-Lehnerz und 4:2 gegen Hanau 93) wollte Barletta keine zu hohe Bedeutung beimessen. „Wir haben viel ausprobiert und brauchen jedes Spiel, um uns zu finden.“ Ein Erfolgserlebnis in Elversberg könnte da ein weiterer Meilenstein sein. Die Historie macht Mut. Die einzige Regionalliga-Niederlage in Elversberg gab es am 13. September 2015 (3:4), anschließend zwei Siege (1:0, 3:1) und ein Remis (0:0). Resultate, die jeder Offenbacher ohne Zögern akzeptieren würde. Denn: „Wir müssen uns zwar weiter als Mannschaft finden, aber wir müssen auch schnellstmöglich Punkte holen“, sagt Barletta.

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