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29.07.2019, xmkx, Fussball Regionalliga Suedwest, Kickers Offenbach – SSV Ulm 1846

Regionalliga

Kickers Offenbach: Daghfous soll es richten

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Der einstige Zweitligaprofi Nejmeddin Daghfous soll das Spiel von Regionalligist Kickers Offenbach ankurbeln.

Eigentlich ist er ja Nordhesse, in Kassel wurde er geboren. Doch das Rhein-Main-Gebiet ist für Nejmeddin Daghfous längst eine „zweite Heimat“, wie der Neuzugang von Kickers Offenbach betont. Seit der Zeit beim FSV Mainz 05 (2006 bis 2009, 2012 bis 2014) hat der Offensivspieler viele Bekannte in der Region. „Egal, wo ich gespielt habe: An freien Tagen bin ich oft nach Offenbach und Frankfurt gefahren. Einige meiner engsten Freunde habe ich in Offenbach, ich bin mit der Gegend vertraut.“

Passenderweise hat Daghfous nun eine Wohnung am Hafen in Offenbach bezogen – mit Blick auf die Frankfurter Skyline. Auch wenn er die Aussicht derzeit kaum genießen kann. Denn der Regionalliga-Auftakt hat es für Daghfous und die Kickers in sich. In 33 Tagen stehen sieben Punktspiele auf dem Programm. Nach dem 1:1 am vergangenen Freitag gegen Aalen geht es schon am Mittwoch (18 Uhr) zum Bahlinger SC, am Sonntag dann nach Hoffenheim.

Schon 2008 gab es zwischen Daghfous und den Kickers einmal Kontakt. „Andreas Möller war Sportdirektor“, erinnert sich der 32-Jährige. Der Wechsel kam jedoch nicht zustande. Stattdessen ging es für ihn von Mainz zum SC Paderborn. Preußen Münster, erneut Mainz, VfR Aalen, Würzburger Kickers und SV Sandhausen waren die weiteren Stationen. 144 Zweitligaspiele absolvierte Daghfous. Es wären voraussichtlich noch einige hinzugekommen, wenn er sich im August 2018 nicht zum zweiten Mal in seiner Karriere das Kreuzband gerissen hätte.

„Mein Vertrag in Sandhausen hätte sich nach einer gewissen Anzahl an Spielen verlängert“, sagt Daghfous. „Aufgrund der Verletzung kam es aber nicht dazu.“ Sechs Spiele machte er nach seiner Genesung noch für den SV Sandhausen, ehe er sich einen neuen Verein suchen musste. „Es gab die Option, ins Ausland zu gehen. Das wäre aber relativ weit weg gewesen“, erklärt der Deutsch-Tunesier. „Aus dem Nichts kam dann der OFC.“

Daniel Steuernagel, Trainer der Kickers, ist davon überzeugt, dass Daghfous das „Offensivspiel mit seiner Kreativität, Effektivität und großen Erfahrung beleben“ wird. In Sandhausen spielte er überwiegend auf den Außen. „Ich bin aber in der Offensive relativ flexibel, fühle mich auch hinter den Spitzen wohl“, sagt der einstige deutsche U20-Nationalspieler (ein Einsatz 2006 beim 0:1 gegen Italien). In Offenbach wurde Daghfous („Ich gehöre noch zur Generation Straßenfußballer“) bisher nur auf der linken Außenbahn eingesetzt, soll von dort in die Mitte ziehen und mit dem starken rechten Fuß torgefährlich werden.

Bei seinen ersten Einsätzen für den OFC deutete er bereits an, dass er über besondere Fähigkeiten verfügt. Daghfous ist trickreich, er kann mit links und rechts flanken, hat eine gute Schusstechnik und fackelt nicht lange. In Zweikämpfen zieht er nicht zurück. In der Auftaktpartie gegen Ulm (2:0) setzte er mehrfach gut nach und kassierte die erste Gelbe Karte im OFC-Trikot. Der erhoffte Unterschiedsspieler war Daghfous bisher aber noch nicht. In allen drei Spielen wurde der bald 33-Jährige ausgewechselt. Was jedoch kein Wunder ist. „Körperlich bin ich erst bei 80 Prozent“, gibt er zu. Der Grund: Eine Darmentzündung hatte ihn in der Vorbereitung erheblich geschwächt. Zuletzt musste er immer noch Medikamente zu sich nehmen. „Aber es wird immer besser“, sagt er selbst.

Bald will er richtig angreifen und etwas zurückzahlen. „Ich bin begeistert von der Infrastruktur, die ist zweitligareif. Und schon vor dem ersten Spiel war ich beeindruckt von der Kulisse. Überragend.“

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