Kickers Offenbach

Gemischte Gefühle

OFC-Coach Angelo Barletta zieht ein positives Trainingslager-Fazit, hat aber mit so einigen Problemen zu kämpfen.

Den vergangenen Sonntag verbrachte Angelo Barletta mit seiner Tochter auf dem Spielplatz. Und auch die Spieler des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach hatten sich nach dem einwöchigen Trainingslager in Polen einen freien Tag verdient, wie der Trainer betonte. „Ich habe mich bei den Jungs fürs gesamte Auftreten bedankt“, sagte der 43-Jährige. Die Spieler hätten sich charakterlich einwandfrei verhalten und auch in der Freizeit als Team präsentiert. Positiv fielen zudem die Testspielergebnisse gegen den polnischen Vizemeister Lech Posen (1:1) und Zweitligst FC Erzgebirge Aue (1:0) ins Gewicht, auch wenn der Trainer diese nicht überbewerten wollte.

Also alles bestens? Mitnichten. Das Fazit falle zwar „unter dem Strich positiv“ aus, so Barletta, er sei jedoch etwas „zwiegespalten“. Schließlich hatte er Corona-bedingt auf zwei Spieler sowie einen Betreuer verzichten müssen. Alle stoßen heute aber wieder zum Team. Zudem hatte der wechselwillige Dominik Draband in Opalenica gefehlt, damit er sich in Ruhe Gedanken über seine Zukunft machen konnte. Anfang dieser Woche soll es ein Gespräch mit dem letztjährigen Stammtorhüter geben, der offenbar das Gefühl hat, in Zugang Stephan Flauder eine neue Nummer eins vor die Nase gesetzt bekommen zu haben. „Meine Wertschätzung für Dominik ist groß. Ich hoffe daher, dass er bleibt. Wenn er sich dafür entscheidet, muss er es aber auch komplett durchziehen. Die Gefahr, nicht zu spielen, besteht immer. Das gilt auch für alle anderen Spieler“, betonte Barletta.

„Gibt keine A-Mannschaft“

Aber nicht nur ganz hinten, sondern auch ganz vorne gibt es eine Baustelle, nachdem sich Torjäger Abu Bakarr Kargbo im Trainingslager ohne Fremdeinwirkung schwer am Knie verletzt hat und daher mindestens sechs Monate ausfallen wird. „Die Zeit in Polen war schön – auch in sportlicher Hinsicht. Bis auf die Verletzung von Bakarr, die sehr, sehr ärgerlich ist“, gab der Ex-Profi zu. „Das hätte aber auch bei uns zu Hause passieren können.“ Man sondiere natürlich weiterhin den Markt und bekomme täglich Stürmer angeboten, erzählt Barletta: „Stand jetzt werden wir aber nichts machen. Man soll aber niemals nie sagen.“

In Moritz Reinhard, dem in der Vorbereitung auffälligen Pelle Hoppe und Zugang Florent Bojaj, der die vergangenen zwei Testspiele aufgrund einer Muskelverletzung verpasste (Barletta: „Es ist nicht schlimm. Er wird diese Woche wieder langsam herangeführt“), stehen drei Spieler für das Sturmzentrum zur Verfügung, an Außenangreifern hapert es ebenfalls nicht. „Ich habe auch kein Problem damit, mit drei Spitzen zu spielen“, stellte Barletta klar. „Alle Angreifer sind flexibel, wir sind daher variabel.“

Das gilt auch fürs Mittelfeld, in dem der Kickers-Trainer in den Testspielen ebenfalls häufig wechselte: „Wir haben ganz viele Spieler, die die Sechser-Position ganz unterschiedlich interpretieren können. Es wird bei uns keine A-Mannschaft geben.“

Obwohl Barletta in den bisherigen Testspielen stets häufig wechselte, stellte er zufrieden fest, dass es bis auf die Partie gegen Ligarivale Schott Mainz (4:2 nach 0:2-Halbzeitrückstand) so gut wie keine Leistungsunterschiede zwischen erster und zweiter Hälfte gegeben habe. „Wir haben eine sehr gute Grundlagenausdauer und sind auf einem guten Niveau“, sagte der OFC-Coach und kündigte zugleich an, dass in den kommenden zwei Tests bei den Hessenligisten Hanau 93 (Dienstag, 19 Uhr) und Hessen Dreieich (Mittwoch, 19.30 Uhr) nicht groß rotiert werden wird: „Da sollen alle Spieler jeweils einen 90-er in den Knochen haben.“

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