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So viel Freude: Die Kickers verschenken ihr letztes Hemd.

Kickers Offenbach

Frühe Weihnachtsfreude

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Die Offenbacher Kickers gewinnen 3:0 gegen Teutonia Watzenborn-Steinberg und finden ihr Lächeln wieder.

Am Ende hätte man das Gefühl bekommen können, die Welt sei schon wieder in Ordnung am Bieberer Berg. Die Spieler der Offenbacher Kickers verschenkten ihre Trikots an die leidgeplagten Anhänger, aus den Boxen dröhnte „Feliz Navidad“, wo man auch hinsah: lächelnde Gesichter. Der OFC hatte sich im letzten Punktspiel des Jahres zu einem überzeugenden 3:0 (1:0)-Heimsieg gegen Teutonia Watzenborn-Steinberg aufgerafft und konnte sich so mit ein paar Sorgen weniger in die Winterpause verabschieden. Auch die gebeutelte Vereinskasse musste nicht leiden: Die verschenkten Trikots, versicherte Innenverteidiger Stefano Maier, bezahle die Mannschaft.

So groß die Erleichterung hinterher war, solch eine Brisanz hatte die Partie im Vorfeld versprüht. Schon vor Anpfiff war klar, dass beide Teams die Winterpause auf einem möglichen Abstiegsplatz verbringen würden, dazu verband die Kontrahenten eine traurige Gemeinsamkeit: Weder Offenbach noch Watzenborn konnte in den jüngsten drei Spielen auch nur einen einzigen Punkt holen. Die Mittelhessen hatten schon zu Wochenbeginn auf ihre missliche Situation reagiert und Trainer Francisco Copado aus dem Amt geworfen, auch für Kickers-Trainer Oliver Reck wären es im Fall einer erneuten Niederlage unbehagliche Feiertage geworden.

Doch der frühere Bundesligatorwart hatte sein Team gut auf das Kellerduell eingestellt. Gegnerische Treffer und eigene Fehler verhindern – diese Devise musste nach zuletzt neun Gegentoren in drei Spielen für die Kickers gelten. So verzichtete Reck erstmals in dieser Spielzeit auf seine überfallartige Offensivtaktik und ordnete seine Elf in einem defensiven 4-4-2-System an. Bloß nicht zu viele Mann nach vorne, bloß keine riskanten Pässe.

Das gelang erstaunlich gut gegen den Gießener Vorortklub. Kein einziges Mal schossen die Gäste in 90 Minuten gefährlich aufs Offenbacher Tor, während sich die Kickers mit sauberen Pässen Stück für Stück nach vorn kombinierten und immer wieder Nadelstiche setzten, ohne dabei aber Raum für Konter zu lassen. Nach 22 Minuten und einer sehr sehenswerten Kombination über Dren Hodja und Serkan Firat war es Robin Scheu, der das Leder zum 1:0 für die Gastgeber ins Netz jagte. Genau so muss man im Abstiegskampf auftreten.

Nach dem Seitenwechsel sparten sich die Kickers ihren obligatorischen Leistungsabfall, der sie in den vergangenen Wochen so oft Punkte gekostet hatte. Im Gegenteil: Gerade einmal 24 Sekunden nach Wiederanpfiff konnte Hodja den Ball nach erneuter Vorlage von Firat zum 2:0 über die Linie drücken, ehe in der 65. Minute Bryan Gaul nach Freistoßflanke von Firat am langen Pfosten goldrichtig stand. „Ich hatte keine Sekunde das Gefühl, dass wir heute verlieren“, sagte Hodja. Er sollte Recht behalten.

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