Fußball-Bundesliga

Kicken mit Abstand und Anstand

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Wie unterschiedlich die Klubs zurück ins Teamtraining finden. Ärger zwischen Werder und dem Land Bremen.

An diesem Montag nehmen einige, aber längst nicht alle Fußball-Bundesligisten das Training wieder auf. Doch die Rechtslage ist unübersichtlich. Die Deutsche Fußball-Liga hat nach Informationen der Frankfurter Rundschau am Freitag ein Rundschreiben an die Erst- und Zweitligisten geschickt und diese auf die sensible gesellschaftspolitische Situation und die unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer und Kommunen hingewiesen – auch mit der dringenden Bitte, sich an behördliche Auflagen streng zu halten.

Nordrhein-Westfalen etwa hat ausdrücklich unter Verweis auf die Berufsausübung erlaubt, dass Berufssportlern in einem „strikt begrenzten Umfeld auf dem Trainingsgeländes ihres Arbeitgebers“ eine „möglichst kontaktarme Ausübung“ des Übungsprogrammes durchführen dürfen.

Schalke 04 gab am Sonntag bekannt, man werde in Gruppen von bis zu sieben Spielern trainieren. Der Mindestabstand werde eingehalten. Auch der FC Bayern trainiert laut „Kicker“, ebenso wie die fränkischen Zweitligisten 1. FC Nürnberg und SpVgg Greuther Fürth sowie der 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf, ab Montag wieder in Kleingruppen. Ebenfalls erhielten der Hamburger SV und der FC St. Pauli entsprechende Genehmigungen. St. Pauli hatte laut „Hamburger Morgenpost“ ein abgespecktes Programm schon vergangene Woche ohne ausdrückliche Genehmigung absolviert und war von den Behörden gestoppt worden.

Der SC Freiburg dagegen teilte laut dpa mit, seine Profis weiterhin im Heimtraining zu belassen, bei Eintracht Frankfurt wird wie vergangene Woche zunächst nur in Zweiergruppen trainiert, da zuverlässige behördliche Informationen noch nicht vorlagen. Bei Mainz 05 wird ab Dienstag nach Absprache mit den Behörden „in Kleinstgruppen“ trainiert.

Ärger gab es in Bremen. Der SV Werder hatte Training in Gruppen bis zu zehn Personen beantragt. Innensenator Ulrich Mäurer entgegnete, eine solche „Botschaft“ des Profifußballs sei „keine gute an die Republik“. Werder reagierte verstimmt. „Wir sind über die regelmäßigen öffentlichen Auftritte von Herrn Mäurer mit dieser so negativen Haltung gegenüber dem Profifußball irritiert“, sagte Sportchef Frank Baumann dem „Weser-Kurier“. Mäurer erwartet eine Abstimmung der Länder: „Das ist kein Thema, bei dem es einen Flickenteppich geben darf.“ Genau das ist jetzt allerdings passiert.

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