Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Beachvolleyball

Wende im Bikini-Streit in Katar: Frauen-Beachvolleyball soll „nach Leistung und Einsatz“ beurteilt werden

Ein deutsches Beachvolleyball-Duo will sich nicht vorschreiben lassen, wie es seinen Sport auszuführen hat, und sagt ein Turnier in Katar ab. Jetzt folgt die Wende.

  • Karla Borger und Julia Sude wollen bei einem World-Tour-Tunier in Katar nicht antreten.
  • Die Beachvolleyballerinnen beklagen, dass sie nicht die üblichen Sport-Bikinis tragen dürfen.
  • Der Weltverband FIVB hat nun doch freie Wahl der Kleidung angekündigt.

Update vom Mittwoch, 24.02.2021, 9.20 Uhr: Nach dem Streit um Bekleidungsvorschriften und der Absage des deutschen Duos Karla Borger/Julia Sude für das Welttour-Turnier in Katar sind die Outfit-Vorgaben aufgehoben worden. Man sei der „festen Überzeugung, dass Frauen-Beachvolleyball, wie jeder andere Sport auch, nach Leistung und Einsatz und nicht nach der Spielbekleidung beurteilt werden sollte“, teilte der Weltverband FIVB der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. „Daher steht es den Spielerinnen während des Turniers in Doha frei, die Standard-Spielbekleidung zu tragen, wenn sie dies wünschen.“

Kleiderordnung für Beachvolleyball-Spielerinnen: Absage eines deutschen Duos

Erstmeldung vom Dienstag, 23.02.2021, 14.46 Uhr: Doha – Wieder einmal sorgt eine Sportveranstaltung in Katar für Aufsehen. Die deutschen Beachvolleyballerinnen Karla Borger und Julia Sude haben ihre Entscheidung verkündet, nicht an einem Turnier der World-Tour im März in Katar teilzunehmen. Grund für ihre Absage ist, dass sich die Sportlerinnen von den katarischen Behörden dazu gezwungen sehen, statt des üblichen Sport-Bikinis in Shirts und knielangen Hosen spielen zu müssen. „Wir wollen das nicht mittragen“, sagen Borger und Sude dem Spiegel.

„Es geht gar nicht um wenig anhaben oder nicht. Es geht darum, dass wir in unserer Arbeitskleidung nicht unsere Arbeit machen können“, sagt Julia Sude weiter. Beachvolleyball sei „verdammt anstrengend“, ergänzt ihre Mitspielerin Karla Borger: „Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Wir sind dazu auch bereit. Aber du bist da in der Hitze nur am Triefen.“ Borger und Sude sind aktuell Deutschlands bestplatziertes Team. Sie belegen den 16. Platz in der Weltrangliste.

Kleiderordnung für Beachvolleyball-Spielerinnen: Katar weist Vorwürfe zurück

Katars Volleyball-Verband QVA hat nun auf die Berichterstattung reagiert und behauptet, dass es keine bestimmten Kleidervorschriften für Beachvolleyballerinnen bei dem World-Tour-Turnier gebe. „Wir möchten klarstellen, dass wir keine Forderung stellen, was Athleten bei der Veranstaltung tragen sollen“, hieß es in einer Erklärung. Das berichtet die dpa. Katar verweist dabei auf die World Beach Games 2019 in dem Emirat, bei denen Beachvolleyballerinnen im Sport-Bikini spielten.

Karla Borger und Julia Sude bei der Beachvolley-WM 2019 in Hamburg. An einem Turnier in Katar wollen die beiden nicht teilnehmen, weil sie dort die üblichen Sport-Bikinis nicht tragen dürfen.

Beachvolleyball in Katar: Shirt und lange Hose statt Sport-Bikini

Katars Volleyball-Verband widerspricht damit der Darstellung des Weltverbandes FIVB und der Spieler:innenorganisation IBVPA. In einer Mail der FIVB an den „Spiegel“ hieß es, der Weltverband respektiere die Kultur und Traditionen des Gastgeberlandes. Die Kleidervorschriften seien von den betreffenden katarischen Behörden angefordert worden. Die Spielerinnen seien wegen der Kleidervorschriften befragt worden und hätten sich einverstanden gezeigt.

Auf der Website des World-Tour-Tuniers in Katar ist allerdings ein Dokument verlinkt, in dem genau aufgeführt wird, was die Spielerinnen für Kleidung zu tragen haben: Ein Shirt, das die Oberarme bedeckt, und eine Hose, die bis zum Knie gehen soll. Von beiden Kleidungsstücken sind Abbildungen zu sehen. Diese Kleidung sei während der gesamten Veranstaltung – also auch während der Spiele und beim Aufwärmen – aus Respekt vor der Kultur und Tradition in Katar zu tragen.

Der Weltverband hat erstmals ein Turnier in Katar auch für Frauen in den Kalender aufgenommen. Bisher durften dort nur Männer spielen. Zuletzt wurde der FC Bayern München dafür kritisiert, für die Klub-WM nach Katar geflogen zu sein. Anschließend musste die Mannschaft nicht in Quarantäne, obwohl das Emirat als Risikogebiet eingestuft wird. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenige sagte im „Aktuellen Sportstudio“ (ZDF) über die Menschenrechte in Katar, dort herrsche bloß eine ganz andere Kultur. (Theresa Ricke mit dpa)

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare