Training mit Mundschutz

Die Jungs vom Reinigungstrupp

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Die Rugbynationalspieler trainieren mit Handschuhen und Masken, Desinfektion hat Priorität.

Sie sehen nicht unbedingt aus wie Spitzensportler, sondern wie ein Reinigungstrupp. Dass Einmalhandschuhe sowie Desinfektionsspray neuerdings zu ihrer Sportausrüstung zählen, nehmen Sam Rainger, Leon Hees (beide RK Heusenstamm), Robert Haase (BSC Offenbach) und der Heusenstammer Tim Biniak (RG Heidelberg) allerdings in Kauf. Die vier Siebenerrugby-Nationalspieler sind froh darüber, überhaupt wieder zusammen mit den Kollegen üben zu dürfen, wenn auch eingeschränkt. Es fehlt das, was die Sportart ausmacht: Kontaktsituationen.

„Die größte Änderung neben den Abstandsregelungen ist, dass wir ausschließlich an unseren individuellen Fähigkeiten und im Kraftraum arbeiten“, erklärt Robert Haase. Zudem hat jeder Spieler seinen eigenen Ball. Nach den Übungseinheiten werden alle Trainingsgeräte (Bälle, Hanteln) gereinigt und desinfiziert. „Das dauert fast so lange wie das Training selbst“, scherzt der 24-jährige Obertshausener. Jede Vierer-Gruppe übt eine Stunde lang. Danach bleibt eine halbe Stunde Zeit, bis die nächste Gruppe kommt.

Zwar gibt es laut Professor Bernd Wolfahrt, DOSB-Olympia-Arzt, keine Anhaltspunkte dafür, dass Covid-19 per Spielgerät übertragen werden kann, wie Colin Grzanna betont. Der beim Deutschen Rugby-Verband (DRV) für den medizinischen Bereich zuständige Arzt geht jedoch auf Nummer sicher.

„Alles etwas merkwürdig“

So ist das Desinfizieren der Trainingsgeräte nur eine von mehreren Regeln, die man sich beim DRV zusätzlich zu den Leitlinien des DOSB „selbst auferlegt“ hat, so Grzanna. So tragen die Spieler bei Übungen im Kraftraum alle einen Mundschutz.

Dass die Siebenerrugby-Nationalspieler wieder gemeinsam üben dürfen, „ist schon mal ganz gut“, sagt Leon Hees. Es sei aber „noch schöner, ein paar von den Jungs und die Trainer mal wieder zu sehen.“ Mit den Regeln muss sich der Spielmacher vom RK Heusenstamm aber noch anfreunden. „Ich finde das alles etwas merkwürdig. Aber wenn es das ist, was nötig ist, um trainieren zu können, mache ich es“, stellt er klar. Vor allem das Balltraining mit Einmalhandschuhen sei „komisch“, so Hees. „Eventuell führt es ja zu einem bislang nicht getesteten Trainingserfolg.“ Nach dem Motto: Wer es so schafft, das Spielgerät zu beherrschen, schafft es ohne Handschuhe erst recht.

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