Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auf dem Sprung zu Bayern München, aber erst einmal gegen den FC Liverpool: Leipzigs Verteidiger Dayot Upamecano.
+
Auf dem Sprung zu Bayern München, aber erst einmal gegen den FC Liverpool: Leipzigs Verteidiger Dayot Upamecano.

Private und berufliche Sorgen

Jürgen Klopp und die fürchterlichen Zeiten

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
    schließen

RB Leipzig und den FC Liverpool plagen vor dem Champions League-Duell in Budapest einige Probleme, auch das Rückspiel wird wohl in der ungarischen Hauptstadt gespielt.

Budapest steht bei der Beliebtheit von Städtereisen weit vorn. Der breite Strom der Donau teilt das bergige Buda und das flache Pest – beide Stadtteile verbindet die weltbekannte Kettenbrücke. Vor dem Corona-Ausbruch strömten täglich Abertausende Menschen in die Museen oder Theater, aber was ist diesen Zeiten schon normal? Die Vorab-Delegation von RB Leipzig, die sich am Sonntag in die Metropole begeben hat, war jedenfalls nicht an touristischen Attraktionen interessiert, sondern traf letzte Absprachen mit der Dachorganisation Uefa und den ungarischen Behörden für das bevorstehende Champions-League-Achtelfinale zwischen dem Bundesligisten und dem englischen Meister FC Liverpool (Dienstag 21 Uhr).

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin „vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Ungarn aufgrund hoher Infektionszahlen“ – die Sieben-Tages-Inzidenz liegt derzeit bei 105 und damit aktuell um einiges höher als in Deutschland. Im Grunde wird also die Frage, wer von den beiden Klubs mit seinen prägenden Trainerfiguren Julian Nagelsmann und Jürgen Klopp weiterkommt, von der latenten Ansteckungsgefahr überlagert.

Während Deutschland generell keinen Menschen aus Großbritannien mehr wegen der mutierten Virus-Varianten eine Einreise erlaubt, macht Ungarn für Profisportler, die Hygienekonzepte vorweisen und sich in einer Blase aufhalten, eine Ausnahme. So kommt es, dass die für die nächste EM erbaute Puskas-Arena zu einer Art Hotspot des Europapokals wird: Dort werden auch das Champions-League-Achtelfinale zwischen Borussia Mönchengladbach und Manchester City (24. Februar) und zuvor noch die Europa-League-Partie Wolfsberger AC gegen Tottenham Hotspurs (18. Februar) ausgetragen.

Die Uefa-Regeln verpflichten einen jeden Klub, in dessen Region ein Spiel wegen der Pandemie nicht stattfinden kann, einen Ersatzspielort entweder im eigenen Land oder auf dem neutralen Platz in Europa vorzuschlagen. Ansonsten wird das Spiel am Grünen Tisch mit 0:3 gewertet. Liverpools Trainer Klopp hatte die deutschen Behörden kritisiert, keine Ausnahme zu gestatten. Auch sein Klub wird sich für das Rückspiel nach einem Ausweichstadion umsehen müssen, denn Leipzig müsste nach derzeitigem Stand nach einem Spiel an der Anfield Road in eine zweiwöchige Quarantäne gehen. Möglich ist nach FR-Informationen, dass am 10. März erneut in Budapest gespielt wird. Die Kosten für einen Umzug belaufen sich auf rund 400 000 Euro.

Die ungarische Regierung unter dem rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban rollt dem Profifußball in der Corona-Krise gerne den Roten Teppich aus – das war auch schon beim Supercupendspiel zwischen dem FC Bayern und FC Sevilla passiert, als die Uefa vor fünf Monate eine kontrovers diskutierte Teilzulassung von Zuschauern erprobte.

Zu den schwierigen Begleitumständen gesellen sich in Leipzig wie Liverpool noch andere Sorgen. Die Sachsen konnten sich am Freitagabend über den Arbeitssieg gegen Augsburg (2:1) kaum freuen, weil Bayern-Vorstand Hasan Salihamidzic parallel den Wechsel von Dayot Upamecano zum Saisonende verkündete. Am Sonntag bestätigten beide Klubs den Deal. Der 22-Jährige kostet eine festgeschriebene Ablöse von 42,5 Millionen Euro und unterschreibt in München bis 2026. Der 22-Jährige bringt alle Anlagen für einen Weltklasseverteidiger mit, ist antrittsschnell, zweikampfstark, extrem mutig in der Spieleröffnung. Dass sie ihren „zentralen Eckpfeiler“ (Sportdirektor Markus Krösche) nicht halten würden, war den Leipzigern seit längerem klar. Zu den Interessenten soll auch Liverpool gezählt haben. Die Reds hatten zuletzt Ozan Kabak vom FC Schalke 04 zunächst auf Leihbasis verpflichtet, um auf die Verletzungsmisere in der Innenverteidigung zu reagieren.

Kabaks Einstand hätte schlechter kaum laufen können: Bei der Niederlage in Leicester (1:3) rannten sich der Neuzugang und Torhüter Alisson vor dem 1:2 von Jamie Vardy über den Haufen (81.). Der Meisterschaftszug scheint bei 13 Punkten Rückstand abgefahren. „Ich glaube nicht, dass wir die Lücke schließen können, um ehrlich zu sein. Wir verschwenden keinen Gedanken an den Titel, wir sind ja nicht blöd“, konstatierte Klopp. In den nächsten Spiel gelte es noch darum, die Saison zu retten.

Die Pandemie hatte zuletzt auch verhindert, dass der 53-Jährige an der Beerdigung seiner verstorbenen Mutter in seiner Heimat im Schwarzwald teilnehmen konnte – gegenüber dem „Schwarzwälder Boten“ sprach Klopp, diese sei den „fürchterlichen Zeiten“ geschuldet, was eingedenk seiner privaten Situation auch nicht annähernd übertrieben klang. mit dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare