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Joachim Löw plant Comeback – und übt Generalkritik an deutschem Fußball: „Definitiv falsch“

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Von: Vinzent Fischer

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Kritisierte die deutschen Spieler und Trainer: Ex-Bundestrainer Joachim Löw.
Kritisierte die deutschen Spieler und Trainer: Ex-Bundestrainer Joachim Löw. © IMAGO / kolbert-press

Joachim Löw plant sein Comeback im Fußball. Der langjährige Bundestrainer kritisierte die deutschen Spieler und die vielen Trainerentlassungen im Geschäft.

Berlin – Über 15 Jahre prägte Joachim Löw den deutschen Fußball. Doch nach der Achtelfinalniederlage gegen England (0:2) bei der Europameisterschaft 2021 war die Ära des 62-Jährigen beim DFB zu Ende. Nach seinem Rücktritt war es lange ruhig um den Ex-Bundestrainer geworden. Doch seine Karriere im Fußball soll nach dem DFB-Aus noch nicht zu Ende sein, bestätigt Joachim Löw in einem Interview mit dem Kicker.

Ex-Nationaltrainer Löw plant Comeback - aber nicht vor der WM 2022

Der Ex-Bundestrainer fühlt sich bereit für einen neuen Job. „Ich habe schon die Intention, wieder eine Aufgabe im Fußball zu übernehmen. Dazu ist der Spaß an diesem Sport zu groß“, sagte Löw in einem Interview mit dem Kicker: „Ich spüre wieder eine Motivation, wenn ich jetzt Fußball sehe – ein paar Monate war das nicht der Fall.“ Schon im Mai hatte er sich zu seinen Zukunftsplänen geäußert.

Joachim Löw
Geboren: 3. Februar 1960 in Schönau im Schwarzwald
Bilanz als Bundestrainer: 125 Siege, 39 Unentschieden und 34 Niederlagen in 198 Spielen
Punkte pro Spiel: 2,09
Größter Erfolg: Weltmeister 2014

In Medienberichten kursierte zeitweise das Gerücht, Löw solle neuer Trainer von Paris Saint-Germain werden. Auch dem VfB Stuttgart soll der 62-Jährige jüngst abgesagt haben. Bis zur Weltmeisterschaft in Katar (20. November bis 18. Dezember) will Löw jedoch keine neue Aufgabe annehmen. „Ich möchte eine WM einmal vor Ort als Außenstehender erleben. Deshalb habe ich bisher keinen Job angetreten“, so Löw, der „ein Freund der Premier League“ ist.

Video: Joachim Löw wird mit Walther-Bensemann-Preis ausgezeichnet

Laut Löw sei es „sehr wichtig, dass Nationaltrainer und Nationalspieler Missstände offen ansprechen. Der Fußball und der Sport können diese Probleme allerdings nicht allein regeln, zuallererst ist die Politik verantwortlich, für die Achtung der Menschenrechte zu sorgen.“ Beim Bau der Stadien für die WM waren tausende Arbeiter ums Leben gekommen. Auch auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern gab es deswegen Kritik aus Fan-Reihen.

Löw kritisiert deutsche Spieler und fordert „Respekt vor der Hoheit des Schiedsrichters“

Löw übte zudem scharfe Kritik an den Fußballern in Deutschland. Er sehe „Spieler, die bei jedem Körperkontakt fallen und Schiedsrichterentscheidungen nicht akzeptieren, oder Trainer, die ununterbrochen beim Vierten Offiziellen sind. Das möchte ich nicht, sondern Respekt vor der Hoheit des Schiedsrichters.“

„Permanent über Entscheidungen herzufallen ist – bei aller Emotion – definitiv der falsche Weg und nicht der Sinn des Spiels. Die Fans wollen Fairness auf dem Platz sehen und nicht dieses ständige Fallen, ohne dass gefoult wurde“, sagte der 62-Jährige.

Joachim Löw bemängelt vorschnelle Trainerentlassungen

Die zahlreichen Trainerentlassungen im Fußball-Business sieht Löw ebenfalls kritisch. „Grundsätzlich muss man sich fragen, ob die Vereine die Trainer so gut behandeln und ob die Vereinsphilosophie zum Trainertypus passt. In der Wirtschaft nimmt man sich für personelle Entscheidungen viel Zeit. Die vielen Entlassungen im Fußball sprechen nicht für das Rückgrat der Vereine“, kritisierte der Ex-Bundestrainer.

Von 2006 bis 2021 war Joachim Löw Coach der deutschen Nationalmannschaft. Für einen Verein war er zuletzt in der Saison 2003/2004 zuständig, als er den österreichischen Klub Austria Wien trainierte. Danach wechselte Löw als Co-Trainer zum DFB. (vfi)

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