1. Startseite
  2. Sport

Jens Voigt und der Blick auf die Kleinsten

Erstellt:

Von: Harald Joisten

Kommentare

Lehrt das Radeln: Ex-Profi Jens Voigt.
Lehrt das Radeln: Ex-Profi Jens Voigt. © Daniel Löb

Der ehemalige Radprofi Jens Voigt genießt seine neue Rolle bei Eschborn-Frankfurt. Als Prominenter soll er die Kinder für den Radsport begeistern.

Kinder, so scheint es, sind sein Leben. An ihrer Seite blüht Jens Voigt auf. „Es ist das aller Herzerwärmendste, diese Kinder dort zu sehen. So klein, so drollig“, beschreibt der ehemalige Radprofi ein ganz besonderes „Rennen“: Am 1. Mai wird er wieder im Rahmenprogramm des Klassikers Eschborn-Frankfurt den Startschuss für das Laufradrennen geben.

Auf einer 100 Meter langen Strecke neben der Alten Oper, dort, wo wenig später die Profis eintreffen, geben die Zwei- bis Fünfjährigen kurzzeitig Gas – mehr oder weniger. „Die einen Kinder haben Angst, andere lachen. Die einen fahren richtig Rennen, die anderen genießen es, dass die ganzen Zuschauer da stehen und klatschen“, sagt Jens Voigt. „Auch die Eltern laufen mit und sind noch aufgeregter als die Kinder.“

Für den 51-jährigen, der seine Profikarriere 2014 beendet hat, ist dies ein besonderer Moment an einem besonderen Tag. Jens Voigt ist zwar weiterhin viel unterwegs in Sachen Radsport, meist als Co-Kommentator für den TV-Sender Eurosport – auch an diesem Sonntag bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Doch ein paar mal im Jahr tritt er eben als prominentes Gesicht bei der sogenannten „Kinder Joy of Moving Mini Tour“ auf.

Ein Engagement, das er äußerst genießt. „Ich werde am 1. Mai wieder den ganzen Tag in Frankfurt verbringen“, kündigt Voigt an. „Morgens bauen wir auf dem Opernplatz unsere Fahrrad-Erlebniswelt auf. Wir haben dort einen Lern-Parcours, einen Pumptrack und einen Fahrrad-Simulator, auf dem Kinder Verkehrssituationen auf einem Bildschirm erkennen müssen.“ Zwischendurch fährt er mit Kindern bei der „Bike-Parade“ eine kurze Strecke durch Frankfurt – und schickt als Höhepunkt das Laufradrennen auf die kurze und unterhaltsame Reise. „Wir haben vier oder fünf Laufrad-Läufe mit jeweils etwa 20 Kindern.“ Zudem wechselt er kurzzeitig zu den Erwachsenen – als Gesprächsgast beim HR-Fernsehen.

TV-Experte für Eurosport

Rund 100 Tage im Jahr ist Jens Voigt für den Radsport auf Reisen. Alleine sein TV-Engagement beim Giro d’Italia und der Tour de France enthält 45 Tage. Dazu reist er oft ins Eurosport-Hauptquartier nach München. „Mehr sollte es auch nicht mehr werden. Es ist schön, dass ich weniger auf Reisen bin als früher und Zeit für meine Familie habe.“

Fünf seiner sechs Kinder (zwölf bis 27 Jahre) leben noch bei ihm und seiner Ehefrau zu Hause in Berlin. Bei der Deutschland-Tour Ende August wird er auch wieder für die „Kinder-Tour“ im Einsatz sein. „Und zum Jahresende gibt es noch ein Highlight. Wir besuchen Familien, die bei Gewinnspielen Preise gewonnen haben und überreichen den Kindern ein Fahrrad oder einen Helm.“

Natürlich wirft er am 1. Mai auch ein Auge auf das Profirennen. Kaum einer kennt sich besser in der Szene aus als der einstige Dauerbrenner, der von 1998 bis 2014 ununterbrochen an der Tour de France teilnahm, dort etliche Fluchtgruppen initiiert hatte und zwei Etappen gewann.

Den neuen Streckenverlauf von Eschborn-Frankfurt hat er sich bereits angeschaut. „3000 Höhenmeter auf 203 Kilometern sind nicht schlecht. Das ist ein schweres Rennen“, sagt der Deutschland-Tour-Gewinner von 2006 und 2007. Sein Geheimfavorit? „Ein Allrounder wie Max Schachmann kann sich durchsetzen. Man muss kein richtiger Bergfahrer sein, aber bergfest und eine gewisse Tempohärte haben.“ Jens Voigt wird es verfolgen. Wenngleich an diesem Tag nur mit einem halben Auge – wegen der Kinder.

Auch interessant

Kommentare