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Konzentrierter Blick: Chelsea-Coach Thomas Tuchel.
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Konzentrierter Blick: Chelsea-Coach Thomas Tuchel.

Premier League zieht ihr Programm durch

Irrsinn ohne Ende

  • VonHendrik Buchheister
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England begeht nicht nur den Boxing Day trotz hoher Infektionszahlen in vollen Stadien, sondern führt im neuen Jahr auch wieder Stehplätze ein

Es gibt aus deutscher Sicht genügend Gründe, am 2. Januar nicht nur einen verstohlenen Blick nach England zu werfen. Wenn sich der FC Chelsea und FC Liverpool zum Spitzenspiel treffen, stehen sich zwei Teams gegenüber, die mit ihrem besonderes Stil nicht nur für die Premier League Maßstäbe setzen. Deswegen verfolgen auch immer mehr junge deutsche Anhänger den Liga-Alltag auf der Insel. Mit „Blues“-Coach Thomas Tuchel und „Reds“-Trainer Jürgen Klopp tragen zwei Deutsche für die Topteams die Verantwortung.

Doch als ob das alles nicht ausreicht, soll an der Stamford Bridge an jenem Tag noch ein ganz anderes Experiment gestartet werden: Erstmals seit 28 Jahren sollen wieder Stehplätze erlaubt sein. Außer dem Champions-League-Sieger aus London beteiligen sich auch Stadtrivale Tottenham Hotspur, die Manchester-Clubs United und City sowie Zweitligist Cardiff City an dem Pilotprojekt. Für viele Fans rückt damit ein Stück der lange vermissten Fußball-Romantik zurück in die englischen Stadien.

Ob die sich rasant ausbreitende Omikron-Variante dem Auftakt der neuen Ära kurzfristig einen Strich durch die Rechnung macht, ist offen. Offenbar reicht es nicht, dass in England die heiligen Spiele am zweiten Weihnachtstag („Boxing Day“) und um den Jahreswechsel stattfinden. Wie bisher in komplett vollen Stadien. Trotz täglich neuer Höchstwerte bei den Corona-Infektionen. Wenn sich die Menschen jetzt noch dicht an dicht auf die Stehplätze stellen würde, wäre das eigentlich Irrsinn ohne Ende.

Viele ungeimpfte Spieler

Die Regierung von Premierminister Boris Johnson weigert sich, das öffentliche Leben kurz vor Weihnachten einzuschränken. Wenn man so will, folgt die Premier League mit ihrem Entschluss, das Festtags-Programm um jeden Preis durchzudrücken und gleich ein Pilotprojekt zu versuchen, also nur der Linie, die von der Politik vorgegeben wird.

In der jüngsten Testrunde in der Premier League gab es 90 Corona-Fälle, mehr als doppelt so viele wie beim bisherigen Höchstwert, der eine Woche zuvor festgestellt worden war. Ein Grund dafür ist die vergleichsweise niedrige Impfquote.

Während in der deutschen Bundesliga, in La Liga in Spanien oder italienischen Serie A mehr als 90 Prozent der Profis doppelt geimpft sind, trifft das in der Premier League nur auf 77 Prozent zu. 16 Prozent der Spieler verweigern sich einer Impfung bisher sogar komplett. Die niedrige Quote bedeutet nicht nur ein erhöhtes Risiko für Corona-Ausbrüche, sondern auch eine größere Wahrscheinlichkeit, dass Spieler in Quarantäne müssen – selbst, wenn sie nicht positiv getestet wurden. Die Regeln in England sehen vor, dass sich nicht geimpfte Kontaktpersonen von Infizierten zehn Tage isolieren müssen. Für Geimpfte gilt das nicht.

Der öffentliche Druck auf die Impfverweigerer in England steigt, doch was genau getan werden soll, um die Impfquote zu erhöhen, ist unklar. Verschiedene Trainer, unter anderem Klopp oder Steven Gerrard von Aston Villa, haben zuletzt angekündigt, keine ungeimpften Profis mehr zu verpflichten. „Sie sind für uns eine konstante Gefahr“, sagte Klopp. Die Premier League berät offenbar über eine Sonderbehandlung für Spieler ohne Impfung. Die Rede ist zum Beispiel von einer gesonderten Anreise zu den Spielen. Vorerst setzt die Liga auf weitere Aufklärung der Spieler und auf gutes Zureden, auch wenn sich das zuletzt als nicht besonders erfolgreich erwiesen hat. Die Zahl der Erstimpfungen in der Premier League ist in den vergangenen zwei Monaten nur um drei Prozentpunkte gestiegen.

Die Entscheidung gegen eine Unterbrechung des Spielbetriebs könnte schwere Zerrüttungen in der Premier League auslösen. Kapitän Jordan Henderson vom FC Liverpool sieht die Profis unzureichend geschützt. „Ich fürchte, dass niemand sich wirklich um das Wohlergehen der Spieler schert“, sagte der 31-Jährige der BBC. Klopps Team ist am zweiten Weihnachtstag bei Leeds United zu Gast. Kommende Woche Dienstag geht es nach Leicester - und dann zum Topspiel beim FC Chelsea. Und das sogar vor vollen Stehplätzen? mit dpa

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