Einmalige Kulisse: Diese Bilder vom Ironman Hawaii wird es frühestens im Oktober 2021 geben.
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Einmalige Kulisse: Diese Bilder vom Ironman Hawaii wird es frühestens im Oktober 2021 geben. 

Ironman Hawaii

Ironman Hawaii: Alptraum mit Ansage für Triathleten

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Mitten in der Nacht erfahren die deutschen Triathleten, dass auch der Nachholtermin für den Ironman Hawaii nicht mehr zu halten ist.

Die Nachricht von der schmerzvollen Absage des legendären Ironman im Februar auf Hawaii erreichte die deutschen Champions zu nachtschlafender Zeit. Unerwartet kam sie nicht. „Ich bin natürlich sehr traurig darüber“, sagte Titelverteidigerin Anne Haug, „aber die Entscheidung ist in Anbetracht der aktuellen Situation mehr als nachvollziehbar.“ Ähnlich äußerte sich der dreimalige Champion Jan Frodeno. „Eine Weltmeisterschaft ist momentan nicht durchführbar mit Athleten aus allen Kontinenten, wir müssen einfach weiterhin noch regionaler denken und handeln“, sagte der 38-Jährige. „Wir überlegen schon länger über Alternativen und werden es nun konkreter angehen.“

Für Frodeno-Kumpel Sebastian Kienle kam die Absage ebenfalls nicht überraschend. Er verwies auf die dramatische Corona-Entwicklung in den USA. „Das Reisen ist kaum möglich“, sagte der 36-Jährige, der nach einem bösen Fahrradsturz durch einen Schlüsselbeinbruch gehandikapt ist. Zeitgleich mit der Pressemitteilung war per persönlicher Mail in der Nacht auf Mittwoch die Absage wegen der Coronavirus-Pandemie in den Postfächern der Athletinnen und Athleten gelandet.

„Wir waren hoffnungsvoll, dass wir unsere Athleten, deren Familien und Fans für diese Veranstaltungen willkommen heißen können, aber der andauernde Einfluss der Pandemie macht das unmöglich“, sagte Ironman-Chef Andrew Messick. Nach einer Verschiebung war das Kultrennen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen vom 10. Oktober für den 6. Februar 2021 neu angesetzt worden.

„Mit schwerem Herzen“ wurde nun die Absage mitgeteilt. Seit der Premiere des Rennens auf Hawaii 1978 ist es das erste Mal. Auch die WM 2020 über die halbe Ironman-Distanz wird nicht stattfinden. „Es ist hart, diese Entscheidung im Juli zu treffen, aber das bringt die notwendige Klarheit für Athleten, Gastgeber und Partner“, betonte Messick. Titelverteidiger Frodeno hatte sich bereits bei der Verschiebung im Mai kritisch geäußert: „Das macht es irgendwann ein bisschen albern, einen Februar-Weltmeister und einen Oktober-Weltmeister zu haben“, hatte er betont.

Ein Problem waren auch die Qualifikationskriterien, obwohl sie die Organisatoren in der Folge anpassten. Durch die globale Ausbreitung des Coronavirus fanden in diesem Jahr noch keine Ironman-Rennen statt, zuletzt wurde auch der zunächst in den September verschobene Ironman Hamburg abgesagt, die EM in Frankfurt gab und gibt es in diesem Jahr auch nicht.

In den vergangenen Jahren war der Triathlon-Klassiker auf Hawaii eine deutsche Angelegenheit. Kienle begründete mit seinem Triumph 2014 eine Ära. 2015 und 2016 holte sich Frodeno den Titel, ehe Patrick Lange zweimal nacheinander gewann. 2019 kehrte Frodeno auf den Thron zurück. Anne Haug sorgte für den ersten Sieg einer deutschen Frau. Die 37-Jährige hofft nun auf kleinere Wettkämpfe in diesem Jahr in Deutschland.

Allen Athletinnen und Athleten bleibt letztlich nichts anderes übrig, als auf die WM im Oktober 2021 zu hoffen. „Wir werden es aushalten und freuen uns auf den Tag, wenn die größten Profis und Altersklassen-Triathleten zur Krönung der Weltmeister zusammenkommen“, versprach Messick. Für die neuen Besitzer aus den USA, die Firma Advance, die zusammen mit dem Beteiligungsunternehmen Orkila die gesamte Ironman-Sparte übernommen hat, ist die Absage auch ein harter finanzieller Schlag.

Geschätzt 730 Millionen Euro soll der Erwerb der weltumspannenden Serie vom chinesischen Mischkonzern Wanda gekostet haben, was sich nur lohnt, wenn Triathleten rund um den Erdball hohe Startgelder zahlen, um sich bei diesen Qualifikationsrennen den Traum von einer Hawaii-Teilnahme zu erfüllen. Wenn diese Sehnsucht nicht erfüllt werden kann, kippt das ganze Geschäftsmodell. Aber niemand muss mit den Inhabern Mitleid haben: Der Erwerb wurde mitten in der Corona-Krise abgewickelt - man wusste also sehr genau, welches Risiko bestehen würde. Die Hintergründe erklären aber, warum sich Ironman mit der Absage aller Rennen so schwer tut. Und erst recht mit Hawaii. mit dpa

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