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Ironman Frankfurt erst nächstes Jahr wieder

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Ironman Frankfurt: Die Europameisterschaft macht ein Jahr Pause. Rund 3000 Athleten bekommen keine Rückerstattung angeboten.

Endlich gibt es für die Triathlon-Gemeinde Gewissheit: Der Ironman Frankfurt findet in diesem Jahr nicht statt. Anfang April hatte der Veranstalter eine Verschiebung auf einen unbestimmten Zeitpunkt in diesem Jahr verkündet, wollte dann Ende Mai einen Ersatztermin im Herbst fixieren (die FR berichtete). Doch die gesamte Veranstaltung findet erst wieder am 27. Juni 2021 statt. Vor allem auf Seiten der Stadt waren die Bedenken groß, dass eine solche Massenveranstaltung nicht sicher ist. „In diesen Zeiten der Corona-Pandemie steht für die Veranstalter die Gesundheit von Athletinnen und Athleten und den vielen Helferinnen und Helfern an der Strecke an erster Stelle – so schmerzlich die Absage dieses absoluten Leuchtturm-Events uns alle trifft“, teilte Markus Frank, Stadtrat und Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr mit.

„Die Enttäuschung können wir mehr als gut verstehen, denn wir teilen sie alle“, ließ Oliver Schiek, Geschäftsführer von Ironman Deutschland, wissen. Interessant wird sein, ob die Veranstalter die Verlegung nutzen, um mehr Zugpferde zu verpflichten. Abgesehen vom zweifachen Hawaii-Sieger Patrick Lange und Daniela Bleymehl, beide mit der Rhein-Main-Region verbunden, hatten namhafte Profis wie das WM-Doppel Jan Frodeno und Anne Haug allesamt bei der Konkurrenz in Roth angeheuert.

Für die 3000 gemeldeten Starter, die lange hingehalten wurde, ist die Frage spannender, was aus ihrer Anmeldung wird. Dafür bietet das nach einem Besitzerwechsel wieder in amerikanische Hände gelangten Unternehmen vier Optionen an. Das an die Athleten gerichtete Schreiben liegt der FR vor. Meldet sich der Teilnehmer nicht, wird das Startrecht automatisch ins nächste Jahr übertragen. Dazu bestehen die Optionen, sich einen Startplatz für den Ironman Tallinn in Estland (5. September), Hamburg, (6. September) oder Portugal Cascais (7. November) zu sichern.

Die für die meisten Triathleten wichtigste Option, dass die bereits bezahlten 630 Euro Startgebühr zumindest teilweise zurückerstattet werden, wird nicht erwähnt. Obwohl es nachvollziehbare Gründen geben kann, 2020 nicht in Hamburg, Estland oder Portugal oder 2021 nicht in Frankfurt starten zu wollen oder können. Die privaten Organisatoren in Roth, die ihr Rennen bereits im März in weiser Voraussicht von der Liste strichen, hatte neben der Umbuchung auch eine Teilerstattung angeboten. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die bereits vereinnahmten 1,9 Millionen Euro für die Europameisterschaft in Frankfurt unbedingt in der Ironman-Kasse bleiben sollen.

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