Volleyball-Supercup

Ins Endspiel geschmuggelt

  • vonHarald Joisten
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Bisher hieß das Supercup-Duell seit der ersten Austragung 2016 in jedem Jahr Friedrichshafen gegen Berlin. Diesmal treffen die United Volleys auf Berlin - als „absoluter Underdog“.

Supercup. Schon wieder? Erst holten die Bayern im internationalen Supercup gegen Sevilla den Pott, dann legten sie vorige Woche in der nationalen Ausgabe gegen Dortmund nach. Und was die Fußballer können, mögen andere auch drauf haben: Am Sonntag (14 Uhr; live auf Sport 1) ermitteln die Volleyballer ihren fünften nationalen Supercup-Champion. Und es ist eine Premiere. Bisher hieß das Finale seit der ersten Austragung 2016 in jedem Jahr Friedrichshafen gegen Berlin. Nun hat sich erstmals ein kecker Quereinsteiger in dieses Abonnement-Endspiel hinein „geschmuggelt“: Die United Volleys fordern den hohen Favoriten und Titelverteidiger Berlin heraus.

Es ist daher speziell für die Frankfurter ein besonderes Spiel. Der Supercup ist das erste Finale ihrer Klubgeschichte. Erstmals können sie einen Titel gewinnen, und das auch noch im heimischen Wohnzimmer in der Ballsporthalle. „Wir freuen uns ganz besonders, nicht nur zum ersten Mal mit den United Volleys in einem solchen Finale zu stehen, sondern dieses auch noch bei uns in Frankfurt erleben zu dürfen“, sagte der neue United-Geschäftsführer Guido Heerstraß voller Vorfreude.

In der Bundesliga galten die Hessen bisher als „ewiger Dritter“. Stets kamen sie nicht an den dominierenden Teams Berlin und Friedrichshafen vorbei. Doch vergangene Saison machten die United Volleys einen Schritt nach vorne. Zum Zeitpunkt des vorzeitigen Saisonabbruchs wegen der Corona-Pandemie lagen sie auf dem zweiten Tabellenplatz – hinter den zum „inoffiziellen Meister“ erklärten Berlinern, vor Friedrichshafen. Da Berlin zudem den deutschen Pokal gewann, rückt nun „Vize-Meister“ Frankfurt als Gegner im Supercup auf.

Die Berliner möchten zum Start der neuen Saison freilich gleich ein Zeichen setzen und wieder den ersten Titel abräumen. „Der Supercup-Erfolg im letzten Jahr hat uns jede Menge Schwung für eine bis zum Abbruch perfekte nationale Saison gegeben. Eine solche Initialzündung würden wir diesmal zu gern wiederholen“, sagt Berlins französischer Außenangreifer Samuel Tuia. Sein Team hat sich personell erneut hochkarätig verstärkt, unter anderen kamen drei brasilianische Topspieler.

„Wir sind der absolute Underdog“, sagt daher United-Sprecher Jan Wüntscher. „Aber wir wollen eine gute Leistung zeigen und Berlin einen Kampf bieten.“ Nicht dabei sein wird der niederländische Angreifer Floris van Rekom. Beim Leistungsträger, der bereits vergangene Saison öfter verletzt war, ist die Verletzung am Außenband des rechten Ellenbogens wieder aufgebrochen. Er fällt bis auf weiteres aus.

Auf die Hiobsbotschaft folgte jedoch eine gute Nachricht. Mit dem Argentinier Rodrigo Quiroga ist ein absolut adäquater Ersatz im Anflug. Der langjährige Nationalmannschaftskapitän seines Heimatlandes bringt einen großen Erfahrungsschatz aus verschiedenen internationalen Topligen mit an den Main. Neben Italien, Brasilien und Polen war er unter anderem schon in der Türkei, in Griechenland und dem Iran im Einsatz.

Quiroga, Olympia-Fünfter 2012 mit dem Nationalteam, kommt auf Empfehlung seines Landsmannes, Volleys-Chefcoach Juan Manuel Serramalera, mit dem er in Argentinien bereits erfolgreich zusammengearbeitet hat. „Er war auch dort Kapitän, ein Führungsspieler mit exzellenten technischen Fertigkeiten – stabil in der Annahme, taktisch sehr diszipliniert und strukturiert“, beschreibt er Quiroga und lobt dessen „gefestigten Charakter. Er strahlt viel Ruhe aus, alles Eigenschaften, die unserer jungen Mannschaft sehr weiterhelfen werden.“

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