Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Talentiert und begehrt: Dänemarks Mikkel Damsgaard. afp
+
Talentiert und begehrt: Dänemarks Mikkel Damsgaard. afp

Europameisterschaft

In großen Fußstapfen

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
    schließen

Mikkel Damsgaard tritt bei Dänemark die Nachfolge von Christian Eriksen an – das allein zeigt seine Klasse.

Es sagt eine Menge aus über die besondere Klasse des Mikkel Damsgaard, dass gerade er, einer der ganze Jungen im dänischen Team, dazu auserkoren ist, die Lücke zu schließen, die Christian Eriksen gerissen hat. Damsgaard ist erst 20 und verfügt über die Erfahrung von genau drei Länderspielen. Und trotzdem war Trainer Kasper Hjulmand sicher, dass seine Nummer 14 es schaffen würde, auch in dieser mental so extrem schweren Situation nach dem Beinahe-Tod des dänischen Spielmachers zu bestehen. Und er sollte Recht behalten.

Inzwischen sind drei weitere EM-Spiele vergangen, Dänemark, die so furchtbar gebeutelte Mannschaft, ist immer noch im Turnier und sie hat beste Möglichkeiten, heute in Baku gegen Tschechien auch das Viertelfinale zu überstehen. Das hatte keiner erwartet, natürlich auch Mikkel Damsgaard nicht, den aufstrebenden Stern am dänischen Fußball-Himmel.

Für ein erstes Ausrufezeichen hat der aus Jyllinge, im Süden Dänemarks, stammende Techniker gesorgt, als er im dritten und nach zwei Niederlagen entscheidenden Gruppenspiel gegen Russland das 1:0 erzielte, ein wunderschönes Tor, mit links angenommen, mit rechts abgezogen, unhaltbar flog sein fulminanter Schuss ins Tordreieck. Es war der Auftakt zu einer spektakulären, von einem frenetischen Publikum in Kopenhagen getragenen 4:1-Gala - und ein bisschen war es die Wiedergeburt von „danish dynamite“: dieses einmalige Zusammenspiel zwischen denen auf den Rängen und denen auf dem Rasen. Und gut Fußball spielten die Skandinavier allemal, gepaart mit einem unbändigen und ein durch die Eriksen-Tragödie stärker gewachsenes Zusammengehörigkeitsgefühl.

Insofern ist es Mikkel Damsgaard, der in seiner ersten Saison bei Sampdoria Genua gleich auf 35 Einsätze in der Serie A kam (zwei Tore, vier Vorlagen) auch leichter gemacht worden. Der Junge kam in eine intakte Mannschaft, er musste nur sein vorhandenes fußballerisches Talent zeigen. Und tat das: beid- und leichtfüßig, elegant, wendig, liebt er es, über den linken Flügel zu kommen. Er ist kein klassischer Regisseur, wie das sein Vorbild Eriksen ist, er spielt offensiver, ob Rechts- oder Linksaußen, zentral oder leicht versetzt - in der Offensive kann er alle Positionen besetzen. Er ist eher der, der anderen die Bälle auflegt. Aber natürlich, das sagt er selbst, habe er sich vieles vom Routinier abgeguckt, „ich studierte sein Spiel“. Anfangs schaute er noch auf zu seinem Idol, dem er auf dem Platz nacheifern wolle. „Es war schon verrückt, dann mit ihm auf dem Rasen zu stehen“, sagte Damsgaard, dem Trainer Hjulmand eine prima Entwicklung attestierte.

Und Hjulmand kennt den bereits „Damsinho“ genannten Jungprofi schon lange, aus Zeiten, als beide beim dänischen FC Nordsjaelland tätig waren. Damsgaard spielte seit seinem zwölften Lebensjahr dort. Entdeckt wurde er von einem Scout bei einem Spiel seines Jugendklubs Jyllinge FC, der eigentlich einen ganz anderen Spieler beobachten wollte. Doch dann ist ihm der schmächtige Junge aufgefallen. In den drei Jahren als Profi bei Nordsjaelland kam Damsgaard übrigens auf stolze 93 Pflichtspiele (13 Tore, 21 Vorlagen).

Preisschild fürs Wunderkind

Für 6,75 Millionen Euro ging er im September 2020 zu Sampdoria Genua und kam unter die Fittich von Trainer Claudio Ranieri, der ihn gleich als „Wunderkind“ adelte, den es ruhig zu führen gelte. Mit der Ruhe ist es für den Dänen nach seinen starken EM-Auftritten erst einmal vorbei. Die großen Klubs klopfen an, AC Mailand, Tottenham, natürlich der FC Barcelona, in Genua läuft sein Kontrakt noch bis 2024. Und Präsident Massimo Ferrero hat „Il Secolo“ schon mal ein Preisschild genannt: „Haben Sie sein Tor gegen Russland gesehen? Ich sage Ihnen, dass sein Preis jetzt 30 Millionen Euro beträgt. Aber wenn er noch einmal trifft, erhöht er sich auf 40 Millionen Euro.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare