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Beste deutsche Mehrkämpferin: Carolin Schäfer von der LG Eintracht Frankfurt. Foto: dpa
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Beste deutsche Mehrkämpferin: Carolin Schäfer von der LG Eintracht Frankfurt.

Kommentar

Impfungen im Spitzensport: Das Dilemma mit der Spritze

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Die Siebenkämpferin Caro Schäfer muss kurz vor den Olympischen Spielen wegen der Corona-Impfung ungewollt pausieren - hätte sie sich lieber nicht impfen lassen sollen? Ein Kommentar.

Das kleine Götzis, gerade mal 12 000 Menschen groß, ist Jahr für Jahr ein Schauplatz sportlicher Höchstleistungen. In der Vorarlberger Gemeinde, dem Mehrkampf-Mekka, wie es die Ausrichter gerne bewerben, duelliert sich die Elite der Leichtathletik. Und in Jahren wie diesem, in denen als Saisonhöhepunkt die Olympischen Spiele warten, steht halt noch ein bisschen mehr auf dem Spiel als sonst. Für die einen geht’s in Österreichs Alpen an diesem Wochenende ums Erreichen der Qualimarken für Tokio (zum Beispiel für Weltmeister Niklas Kaul aus Mainz oder Andreas Bechmann von Eintracht Frankfurt), für die anderen zumindest um die wichtige Überprüfung ihres Leistungsniveaus.

Als „Standortbestimmung“ deklarierte zum Beispiel Carolin Schäfer, die beste deutschen Siebenkämpferin, das Götzis-Meeting im Frühjahr im Gespräch mit der FR. Nun aber, das ist seit einigen Tagen bekannt, muss die gebürtige Nordhessin, die für Eintracht Frankfurt unterwegs ist, passen. Corona, was auch sonst in diesen Zeiten, hat sie aus der Bahn geworfen. Nicht das saublöde Virus selbst, da ist sie zum Glück bisher verschont geblieben, sondern die Impfung. „Mein Körper sagt Nein. Seit einiger Zeit habe ich mit für uns nicht vorhersehbaren Impf-Nebenwirkungen zu kämpfen, die mein Training sehr stark beeinflussen“, so Schäfer. Unter anderem hat die Vizeweltmeisterin von 2017 Probleme mit der Ansteuerung ihrer Muskeln.

Carolin Schäfer handelt klug

Für die 29-Jährige, die wohl vor ihren letzten Olympischen Spielen steht und die Norm bereits 2019 geknackt hat, ist das ein echtes Dilemma. Die Polizeikommissarin, die deshalb ein vergleichbar frühes Impfangebot erhielt und es auch sehr gerne annahm, muss ihren eigentlich topfiten Körper nun schonen. Hätte sie also besser auf die Impfung gegen das Virus verzichten sollen? Waren die Spritzen nicht ein zu großes Risiko mitten hinein in den detailliert austarierten Formaufbau? Kosten sie jetzt womöglich Schäfer nicht nur eine Medaille, sondern gar ihre Teilnahme? Klar, dieser Argumentationsstrang, die Verteufelung der Impfung, liegt auf der Hand. Etwa zehn Prozent der deutschen Sportler:innen hatten bereits im Frühjahr bekundet, das Risiko von negativen Impffolgen lieber nicht eingehen zu wollen, stattdessen jenes einer Erkrankung auf sich zu nehmen. Nachvollziehbar? Ja. Richtig? Eher nein.

So ärgerlich Einzelschicksale auch sein mögen, siehe Schäfer, so wichtig ist es, die Vorbildfunktion auszufüllen, auf Sportler:innen wird genau geschaut. Es geht weiterhin darum, sich selbst zu schützen vor dem Virus, und die Mitmenschen. Das war und bleibt oberstes Gebot. Carolin Schäfer, eine kluge, klare denkende Frau, hat das bei allem berechtigtem Frust so formuliert: „Jetzt heißt es: akzeptieren und positiv denken.“ Ein wohltuender Ansatz.

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