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Bald wieder vereint: Mats Hummels (r.) und Mario Götze.

Wechsel

Mit Hummels zum Titel

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Borussia Dortmund formuliert nach der Rückkehr des Abwehrspielers von Bayern München hohe Ziele.

Die Bestätigung des Transfers präsentierte der BV Borussia Dortmund auf eine etwas außergewöhnliche Art. Um 14.45 Uhr twitterte der Bundesligist den Emoticon einer Hummel, dahinter folgte ein dickes Ausrufezeichen. Was soviel bedeutete, dass Mats Hummels in der kommenden Saison wieder das schwarz-gelbe Trikot der Westfalen tragen wird. Gut eine Viertelstunde danach postete der Vizemeister ein Foto des Innenverteidigers mit der Aufschrift „Willkommen zurück“.

Wenig später gaben sowohl die Dortmunder als auch die Bayern eine kurze Pressemitteilung heraus, dass sich beide Seiten grundsätzlich über den Transfer geeinigt hätten. Damit kehrt der 2016 für 35 Millionen Euro nach München gewechselte Hummels an seine alte Wirkungsstätte zurück. Zuvor hatte er seit 2008 bereits 306 Pflichtspiele für die Borussia absolviert und dabei 25 Tore erzielt. Die Bayern und die Dortmunder verständigten sich darauf, finanzielle Details nicht zu veröffentlichen.

Die zunächst vom BVB angeboten 20 Millionen Euro waren den Münchnern aber zu wenig, die Ablösesumme soll bei etwa 30 Millionen Euro liegen und sich je nach Einsätzen und Erfolgen auf bis zu 38 erhöhen können. Der Spieler selbst soll in Dortmund knapp unter zehn Millionen Euro im Jahr verdienen und liegt damit im Gehaltsbereich eines Marco Reus‘.

Mit der Rückkehr von Hummels hat sich Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Borussia, kurz vor seinem 60. Geburtstag am Freitag selbst einen Herzenswunsch erfüllt. Beide hatten sich schon zu gemeinsamen Dortmunder Zeiten gut verstanden und sich ständig ausgetauscht. Selbst Hummels‘ Wechsel zu den Bayern beendete 2016 diese Freundschaft nicht. „Ich gehe davon aus, dass wir uns wiedersehen werden. Und ich kann Dir eins sagen: Du bist beim BVB immer extrem willkommen“, hatte der BVB-Boss damals dem scheidenden Kapitän auf dem Bankett nach dem verlorenen Pokalfinale gegen die Bayern zugerufen.

Achse mit Bürki und Witsel

Einen Tag nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Lucien Favre um ein weiteres Jahr bis 2021 hat der BVB damit eine weitere wichtige Personalie geklärt, nachdem zuvor Nico Schulz von der TSG Hoffenheim, Thorgan Hazard von Borussia Mönchengladbach und Julian Brandt von Bayer Leverkusen als drei durchaus spektakuläre Neuzugänge verpflichtet wurden. Für Watzke alles kein Grund, seinen Geburtstag am Freitag ausgiebig zu feiern. „Das wird ein ganz normaler Tag für mich“, teilte der gebürtige Sauerländer mit.

Mit der Transferoffensive haben die Dortmunder, die im Vorjahr nur knapp die Meisterschaft verpassten, einen neuen Anlauf Richtung Titel gestartet. Die Rückkehr von Hummels könnte dabei ein sehr wichtiges Puzzle-Teil werden. Der gebürtige Bergisch Gladbacher, dessen Familie aus dem westfälischen Hamm stammt, spürte zuletzt bei den Münchner Bayern nicht mehr die Wertschätzung, die er sich erhoffte. Deshalb soll Vater und Berater Hermann Hummels, der einst in der Zweiten Bundesliga als Mittelfeldspieler für den TuS Schloss Neuhaus kickte, schon vor Monaten in der BVB-Geschäftsstelle vorstellig geworden sein, um die Möglichkeiten einer Rückkehr zu erörtern.

Hummels hat nach seiner Ausbootung aus dem Nationalteam durch Bundestrainer Joachim Löw in München eine starke Rückrunde gespielt und könnte die zuletzt sehr anfällig Defensive der Dortmunder stabilisieren. Gemeinsam mit Schlussmann Roman Bürki, dem Belgier Axel Witsel und Marco Reus wird er eine Achse bilden, die die junge BVB-Mannschaft auf dem Platz leitet. „Eine Führungsperson in der Abwehr, wie es Mats Hummels ist, hat Dortmund in der vergangenen Saison gefehlt“, sagte Ottmar Hitzfeld, der 1995 und 1996 mit dem BVB die Meisterschaft gewann und die Dortmunder 1997 zum Triumph in der Champions League führte, der „Sportbild“.

Mit Hummels, der schon 2011 mit Dortmund Meister wurde und ein Jahr später sogar das Double gewann, wollen die Borussen wieder an alte, glorreiche Zeiten anknüpfen. „Wir spüren eine Verpflichtung gegenüber Fußball-Deutschland, ab sofort das klare Ziel zu haben, um die Meisterschaft mitzuspielen. Wann, wenn nicht jetzt?“, hatte Watzke schon nach dem nur knapp verpassten Titel in der vergangenen Saison erklärt.

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