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Fußballfans setzen bei einer Partie vom FSV Mainz 05 gegen den VfL Wolfsburg ein Zeichen gegen Homophobie im Fußball
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Fußballfans setzen bei einer Partie vom FSV Mainz 05 gegen den VfL Wolfsburg ein Zeichen gegen Homophobie im Fußball (Archivbild).

Tabu-Thema im Fußball

Homosexualität im Profi-Fußball: 800 Fußballer:innen stellen sich hinter schwule Spieler

  • vonJoel Schmidt
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Homosexualität im Profi-Fußball der Männer ist ein Tabu. Eine öffentliche Solidaritätsaktion spricht schwulen Fußballern nun Unterstützung bei einem Coming-out zu.

  • Im deutschen Profi-Fußball der Männer gibt es keinen Spieler, der offen seine Homosexualität lebt.
  • Mit einer öffentlichen Erklärung sagen über 800 Fußballer:innen schwulen Spielern ihre Solidarität bei einem Coming-out zu.
  • Neben bekannten Profis zählen auch ganze Teams aus der Ersten Bundesliga der Männer zu den Unterstützer:innen.

Berlin – Über dem Thema Homosexualität im Profi-Fußball der Männer liegt seit jeher eine Hülle des Schweigens. Um daran etwas zu ändern haben mehr als 800 Fußballer:innen aus ganz Deutschland nun in einer öffentlichen Solidaritätsaktion homosexuellen Spielern ihre Unterstützung nach einem Coming-out zugesichert. In dem Fußballmagazin „11 Freunde“ veröffentlichen sie eine gemeinsame Erklärung.

„Auch im Jahr 2021 gibt es keinen einzigen offen homosexuellen Fußballer in den deutschen Profiligen der Männer“, heißt es zu Beginn der mit dem Titel „Ihr könnt auf uns zählen!“ überschriebenen Erklärung. Als Grund dafür benennen die Unterzeichner:innen die Angst der Fußballer vor den Reaktionen.

Homosexualität und Homophobie im Profi-Fußball der Männer

Angst davor, nach einem Coming-out Ausgrenzungen und Anfeindungen zu erfahren. Angst vor der gesellschaftlich tief verankerten Homophobie, die noch immer die Karrieren von Profi-Fußballern gefährden kann und zur Folge hat, dass schwule Fußballer ihre Sexualität verheimlichen müssen.

Die Unterzeichner:innen der Erklärung betonen, niemanden im Profi-Fußball der Männer zu einem Coming-out drängen zu wollen. Schließlich sei dies die freie Entscheidung jedes Einzelnen. In die Richtung all jener, die mit dem Gedanken spielten, sich öffentlich zu ihrer Homosexualität zu äußern, machen sie aber auch klar: „Wir werden euch unterstützen und ermutigen und, falls notwendig, auch gegen Anfeindungen verteidigen.“

Prominente Unterstützung für homosexuelle Spieler im Profi-Fußball

Zu den Unterzeichner:innen gehören neben ganzen Teams aus der Ersten Bundesliga der Männer unter anderen auch prominente Profis wie Max Kruse vom 1. FC Union Berlin, Bakery Jatta vom Hamburger SV sowie die deutschen Nationalspielerinnen Almuth Schult und Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg.

Erst kürzlich fragte das Fußballmagazin „Kicker“ die ebenfalls beim VfL Wolfsburg unter Vertrag stehende Shanice van de Sanden, was sich im Profi-Fußball der Männer bezüglich des Themas Homosexualität ändern müsse. Ihre Antwort: „Mehr Offenheit gegenüber Gefühlen wäre schon mal gut“. Und fügte erklärend hinzu: „Im Männerfußball will jeder cool sein“.

Homosexualität im Profi-Fußball der Männer: Längst überholte Vorstellungen von Maskulinität

Auch ihre ehemalige Team-Kollegin Pernille Harder äußerte sich im vergangenen Jahr zum Thema Homosexualität im Profi-Fußball der Männer. Dem Frauenfußball-Magazin „Elfen“ gegenüber äußerte sie Verständnis darüber, dass sich bislang kaum männliche Profispieler geoutet hätten. „Ich verstehe das Zögern, denn der Männerfußball kultiviert immer noch längst überholte Vorstellungen von Maskulinität, und die Resonanz wäre sicher eine ganz andere als bei den Frauen“, so die Weltfußballerin des Jahres 2018.

Als erster prominenter deutscher Fußballer hatte sich im Jahr 2014 Thomas Hitzlsperger öffentlich zu seiner Homosexualität geäußert. Das Coming-out des ehemaligen Nationalspielers erfolgte allerdings erst, nachdem er seine sportliche Karriere beendet hatte. Im Profi-Fußball der Frauen gehen in Deutschland, wie etwa van de Sanden und Harder, mehrere Spielerinnen offen mit ihrer Homosexualität um. (Joel Schmidt)

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