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Holstein Kiel: Die abgestürzten Störche

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Von: Jan Christian Müller

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Nicht ganz sauber: Der Kieler Fiete Arp (links) und der Regensburger Benedikt Gimber.
Nicht ganz sauber: Der Kieler Fiete Arp (links) und der Regensburger Benedikt Gimber. © dpa

Der Fußball-Zweitligist Holstein Kiel setzt auf Lewis Holtby, um wieder Fuß zu fassen

Die Zwischenbilanz nach den ersten drei Saisonspielen ist ernüchternd: 0:3 gegen St. Pauli, 0:3 gegen Schalke 04, 0:3 gegen Jahn Regensburg. Ein Verein, der nach dem 1:0 im Relegationshinspiel beim 1. FC Köln noch mit anderthalb Beinen in der Ersten Bundesliga stand, ist das schwer zu verdauen. Holstein Kiel ist gerade dabei, sich vor der Auswärtsaufgabe am Freitagabend bei Fortuna Düsseldorf zu schütteln und zu rütteln. Herausgekommen ist schon mal die Verpflichtung einer Berühmtheit: Lewis Holtby, nach Auslaufen seines Vertrags bei den Blackburn Rovers einen guten Monat lang arbeitsloser deutscher Ex-Nationalspieler, heißt der neue Hoffnungsträger der Störche.

„Er soll unserem Spiel mehr Ordnung verleihen“, hofft Sportchef Uwe Stöver. Die war nach den schwer verdaulichen Abgängen der drei überragenden Zweitligaspieler Jonas Meffert (zum Hamburger SV), Jae-Sung Lee (zu Mainz 05) und Stürmer Janni Serra (zu Arminia Bielefeld) verlustig gegangen. „Es sind Spieler gegangen, die für unsere Struktur extrem wichtig sind“, analysierte Trainer Ole Werner im „Kicker“-Interview und spricht zurecht von „Veränderungen auf Schlüsselpositionen, die die Statik unseres Spiels beeinflussen“. Und zwar deutlich zum Negativen.

Neue Chance für Fiete Arp

Prominent besetzt sind die zum Ende der vergangenen Saison extrem corona-geplagten Kieler, die im Relegationsrückspiel gegen Köln 1:5 untergingen, allemal: Holtby, der gleich die Nummer zehn bekommt, ist für Zweitligaverhältnisse ein Starspieler, auch wenn der kleine Wusel seine besten Zeiten längst hinter sich hat. Fin Bartels, inzwischen 34, macht mit seinen Flankenläufen noch immer einiges her, und um Angreifer Serra zu ersetzen, wurde kein Geringerer als Fiete Arp von Bayern München ausgeliehen.

Der 21-Jährige, beim Hamburger SV groß geworden, galt einst als verheißungsvollste Stürmerhoffnung im Land und versucht nun einen zweiten Anlauf. Bisher mit mäßigem Erfolg, immerhin aber mit einem Elfmetertor beim erzitterten 4:2 nach Verlängerung im DFB-Pokal beim Viertligisten Weiche Flensburg. Die Schmach einer Niederlage im Bundesland-Duell blieb den Kielern immerhin erspart.

Es wird interessant zu beobachten, wie Holtby das Unterhaus annimmt. Der mittlerweile 30-Jährige ehemalige Kapitän der U21-Auswahl sagt, die zweite Liga sei „wahnsinnig attraktiv“. Er selbst gibt dem als neue Attraktion noch mal Schub und kennt sich aus: Holtby war mit dem Hamburger SV 2018 abgestiegen und zum Ende einer verpatzten Zweitligasaison im Frühjahr 2019 unter unrühmlichen Umständen dort ausgeschieden.

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