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In innenpolitischen Fragen beim DOSB hat Alfons Hörmann sich selbst einen Maulkorb verpasst in Tokio.
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In innenpolitischen Fragen beim DOSB hat Alfons Hörmann sich selbst einen Maulkorb verpasst in Tokio.

Olympia

Olympia: Hörmanns falsches Signal

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes sonnt sich in Tokio noch einmal in der Verantwortung, bevor er geht. Das ist seltsam. Ein Kommentar.

Alfons Hörmann, Noch-Präsident des DOSB, redet im Moment ziemlich viel. Über die Ernennung der Fahnenträger:innen, über die Regenbogenbinden-Debatte, über die Erwartungen an die Olympischen Spiele in Tokio im Allgemeinen. Nur über eines will der Delegationsleiter des 432-köpfigen deutschen Aufgebots in diesen Tagen absolut nicht reden: Die Führungskrise im von ihm seit acht Jahren geleiteten Dachverband. Also darüber redet er jedenfalls. „Ich werde keine Antworten zur nationalen Sportpolitik geben, weil wir hier in Tokio nichts anderes als die Unterstützung des Team D im Auge haben.“ Es wäre auch unangebracht.

Im Dezember wird Hörmann aufhören, nicht freiwillig, obwohl es sich um ein vorgeblich selbstgewähltes Nichtantreten bei der DOSB-Präsidentschaftswahl handelt. Hörmann aber, der Unternehmer aus dem Allgäu, hat sehr viel Sympathien verspielt. Angefangen beim Internationalen Olympischen Komitee, endend bei den eigenen Leuten. Das „Klima der Angst“, das in der DOSB-Zentrale im Frankfurter Stadtwald unter Hörmann bei den Mitarbeiter:innen zu (großen) Teilen herrsche und durch einen Hilfeschrei in Form eines anonymen Briefs an die Öffentlichkeit gelangte, es hat den Funktionär untragbar gemacht. Ganz offenbar nur nicht für die kommenden zwei Wochen.

Der 60-Jährige nimmt die Sommerspiele noch einmal mit, als Teamchef in Tokio, eine angenehme Abschiedstour für ihn, die er in seiner Noch-Rolle als Präsident begründet („Wir sehen keine weiteren Beeinträchtigungen“), die freilich aber umstritten ist und auch intern einigen Kolleginnen und Kollegen sauer aufstoßen dürfte. Sich noch einmal selbst mit der Teilnahme am Großevent zu belohnen, obwohl zum Beispiel die Ethikkommission des DOSB vor einem Monat unerbittlich über ihn urteilte, ist mindestens mal fragwürdig und ein falsches Signal. Oder wie es die FR bereits Mitte Juni kommentierte - damals irgendwie ahnend, wie es jetzt gekommen ist: Alfons Hörmann als deutscher Delegationsleiter in Tokio? Sehr seltsam!

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