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Handballer des Jahres: Timo Kastening.

Doppelinterview mit Nationalspielern

Handballstar Silvio Heinevetter: „Timo Kastening ist mein Klotz am Bein“

Die deutschen Handball-Nationalspieler Silvio Heinevetter und Timo Kastening haben mit ihrem neuen Verein, der MT Melsungen viel vor.

Silvio Heinevetter, wissen Sie eigentlich, wie groß Timo Kastening ist?

Heinevetter: Klein.

Er misst 1,80 Meter. Reicht das, um ihn damit häufiger bei Instagram aufzuziehen?

Heinevetter: Er ist 1,80 Meter?

Kastening: Das steht im Internet.

Heinevetter: Timo, und wie groß bist du wirklich?

Kastening: 1,80 Meter.

Heinevetter: Und wirklich?

Kastening: Das Internet lügt nie.

Haben sich da zwei gesucht und gefunden?

Heinevetter: Moment mal. Bist du wirklich 1,80 Meter? Sonst messe ich nach.

Kastening: Du kannst gern messen.

Nochmal: Haben sich da zwei gesucht und gefunden?

Kastening: Weder noch. Wir kommen einfach super miteinander aus. Umso schöner ist es, dass wir in einem Verein zusammen spielen können. Wir sind beide ohne unsere Familien hier in Melsungen. Und da ist es gut, wenn du einen Menschen um dich herum hast, der in etwa dieselben Interessen hat.

Herr Heinevetter, möchten Sie etwas ergänzen?

Zu den Personen

Silvio Heinevetter , 35, gebürtig aus Bad Langensalza in Thüringen, wechselte in diesem Sommer von den Füchsen Berlin zur MT Melsungen. Der deutsche Nationaltorhüter gewann mit der DHB-Auswahl 2016 Olympia-Bronze. Heinevetter ist mit Schauspielerin Simone Thomalla liiert. Timo Kastening , 25, wechselte in diesem Sommer vom Bundesligakonkurrenten TSV Hannover-Burgdorf zur MT Melsungen. Der Handballer des Jahres stammt aus Stadthagen in Niedersachsen. Seit 2019 läuft der Rechtsaußen für die Nationalmannschaft auf. Kastening ist ledig. FR

Heinevetter: Jeder hat ein Laster, einen Klotz am Bein. Bei mir ist es jetzt Timo.

Ist Ihnen während der harten Vorbereitung die Lust am Späßemachen etwas vergangen?

Heinevetter: Gar nicht. Gerade nach der langen Pause habe ich mich auf die Einheiten gefreut.

Kastening: Ich sehe das ähnlich wie Heine. Bei uns stand ja schon länger fest, dass wir nach Melsungen wechseln – und wenn du dann so ein bisschen im Ungewissen tappst, dann ist es umso schöner, wenn du endlich loslegen kannst.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Melsunger Mannschaft?

Heinevetter: Für mich gibt es jetzt nur ein Ziel: einen Sieg in Balingen.

Kastening: Im Umfeld eines Klubs wird immer auch über Platzierungen gesprochen. Für uns selbst ist es wichtig, dass wir uns auf jedes einzelne Spiel fokussieren. Diese Mentalität müssen wir reinbekommen. Ich möchte unbedingt für etwas stehen: für Teamgeist, für einen hohen Wiedererkennungswert. Wenn es uns gelingt, diese Vorgaben zu erfüllen, dann kann es eine gute Saison werden. Natürlich wollen wir erfolgreich sein, das würde ich aber nicht an einer Platzierung festmachen wollen.

Die MT hat die European League verpasst und dadurch etwas weniger Spiele als die anderen Topteams. Ein Vorteil?

Kastening: Wenn du dann eine Supersaison in der Bundesliga spielst, dann sagst du zwar Ja. Ich finde aber, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Man kann sich das immer je nach Saisonverlauf so auslegen, wie man es gerade braucht. Mannschaften wie Kiel, Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen sind diesen Rhythmus seit Jahren gewohnt. Dementsprechend erlaube ich mir da kein Urteil.

Das Gespräch begann mit einer Frage an Silvio Heinevetter, daher zum Abschluss eine an Timo Kastening: Wenn in der Liga alles nach Plan läuft und auch das Nationalteam WM und Olympische Spiele absolviert, dann sind Sie bis zum nächsten Sommer immer mit Silvio zusammen. Kann das funktionieren?

Kastening: Wenn wir nicht mehr zusammen zum Training kommen, dann wisst Ihr Bescheid. Ich bin da eher optimistisch, ich weiß nicht, wie es bei Heine ist.

Herr Heinevetter, möchten Sie dazu etwas sagen?

Heinevetter: Ich sage es mal so: Wenn wir zusammen sind, dann heißt es, dass wir beide nicht verletzt sind – oder zusammen in der Reha sind. Wenn Timo und ich die ganze Saison zusammen aktiv auf dem Spielfeld erleben könnten, wäre das eine schöne Sache.

Interview: Björn Mahr

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