1. Startseite
  2. Sport

Omikron: Handball-EM fest im Würgegriff der Corona-Variante

Erstellt:

Kommentare

Die zwölf verbliebenen Teams der Handball-EM melden am Donnerstag weitere 18 positive Coronafälle.

Frankfurt – Die Omikron-Welle bei der Handball-EM 2022 erfasst neben der deutschen Mannschaft zunehmend auch andere Nationen. Am Mittwoch (20.01.2022) wurden aus dem Lager der zwölf im Turnier verbliebenen Teams 18 positive Infektionen mit dem Corona-Virus gemeldet - inklusive der drei neuen in der DHB-Auswahl. Am Donnerstagvormittag gab es die ersten zwei Infektionen bei Titelverteidiger Spanien, der am Abend im ersten Hauptrundenspiel auf Deutschland traf und das Spiel mit 29:23 gewann.

Das DHB-Team ist mit bisher 15 infizierten Spielern am stärksten betroffen. Ähnlich heftig erwischt hat es bei der Endrunde in Ungarn und der Slowakei den EM-Zweiten Kroatien, bei dem es bis zum Donnerstagmorgen insgesamt neun positive Fälle gab.

Omikron: Nur wenige Nationen ohne Infizierte Spieler

Polen beklagte bis zu diesem Zeitpunkt sechs infizierte Spieler, die Niederlande und Russland jeweils vier, Schweden und Island je drei und Olympiasieger Frankreich einen. Immerhin drei Hauptrunden-Teilnehmer verzeichneten noch gar keinen Corona-Fall während des Turniers: Weltmeister Dänemark, der EM-Dritte Norwegen und Montenegro.

Möchte die EM unbedingt zu Ende spielen: Johannes Golla.
Möchte die EM unbedingt zu Ende spielen: Johannes Golla. © Marco Wolf/Imago Images

Wenigstens leichte Entwarnung gab es am Donnerstag aus deutscher Sicht. Die am Mittwochabend abgenommenen PCR-Tests waren durchweg negativ, erstmals seit Sonntag gab es damit in der deutschen Mannschaft keinen positiven Fall. Zuvor war der Antrag der Mannschaftsleitung auf eine Verlegung des EM-Hauptrundenauftakts gegen den Europameister abgewiesen worden. Das teilte die Europäische Handball-Föderation EHF am Donnerstag sechs Stunden vor dem Anwurf mit.

Corona im DHB-Team: Nur 16 einsatzfähige Spieler

Der Deutsche Handballbund hatte nach zwölf coronabedingten Ausfällen eine Verschiebung der Partie auf Samstag oder Montag angefragt. In den Regularien ist festgelegt, dass eine Mannschaft mit einer Mindestanzahl von fünf Akteuren spielfähig ist. Bundestrainer Alfred Gislason standen am Donnerstag mit den nachnominierten Spielern insgesamt 16 einsatzfähige Akteure zur Verfügung.

Grundsätzlich will der deutsche Verband die Situation täglich neu bewerten, weshalb auch ein Rückzug vom Turnier nicht gänzlich ausgeschlossen ist. „Die Situation ist sehr dynamisch. Es kann durchaus sein, dass wir am morgigen Tag wieder eine andere Entscheidung treffen müssen. Wir werden die Lage jeweils neu einschätzen“, hatte DHB-Vorstandschef Mark Schober am späten Mittwochabend gesagt. Der Verband teilte mit, dass er die Bedingungen für einen Rückzug aus dem Turnier bei der (EHF) prüfen lässt.

Corona: Die Spieler wollen das Turnier zu Ende spielen

Am Mittwochabend hatte der DHB nach drei weiteren Coronafällen im Team von Bundestrainer Alfred Gislason in einer Krisensitzung mit der Handball-Bundesliga (HBL) einen EM-Rückzug zunächst ausgeschlossen. „Es ist eine recht komplexe Entscheidung – wir haben sie nach medizinischen, sportlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen. So sieht verantwortungsvolles Handeln aus“, bekräftigte Schober.

Die einsatzfähigen Spieler haben offenbar eine klare Haltung. „Wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen, wie wir das Turnier fortsetzen und zu Ende bringen können. Das ist unser klares Ziel, alles andere war nicht unser Thema“, sagte Kapitän Johannes Golla: „Auch wenn wir alle auf Abstand unterwegs sind – so einen Zusammenhalt wie in den vergangenen Tagen habe ich selten erlebt.“ (FR/SID/dpa)

Auch interessant

Kommentare