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Das Haar sitzt: Der Freiburger Vincenzo Grifo. dpa
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Das Haar sitzt: Der Freiburger Vincenzo Grifo. dpa

EINWURF

Haarige Sache

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Trotz Lockdown haben die meisten Fußballer die Haare schön. Wie geht das eigentlich? Denn nicht jeder hat so ein Glück wie der Freiburger Vincenco Grifo, dessen Frau Friseurin ist.

Zunächst ein paar einleitende Worte zum Thema Fußballerfrisuren, mit dem sich ganze Dossiers füllen lassen, zumindest aber Online-Bildergalerien. Historisch erwiesen ist, dass Fußballer zu jeder Zeit Frisuren hatten. Sogar Peter Bosz, heute Trainer von Bayer Leverkusen, hatte mal eine Frisur, als er noch Spieler war, bevor natürliche Prozesse einsetzten, die dazu führten, dass er inzwischen das Gegenteil einer Frisur besitzt. Nichts glänzt so schön wie Peter Boszs frisch rasierte Glatze bei einem Flutlichtspiel. Gerüchte besagen, die Reflektion sei bei günstiger Witterung bis auf die internationale Raumstation sichtbar.

Aber als Peter Bosz noch Spieler war und also Haare hatte, viele, viele Haare, wir reden hier nämlich von den Achtziger- und frühen Neunzigerjahren, einer Hochzeit von Moppfrisuren jeglicher Façon, die als Mutationen der Siebziger-Schnitte überlebt hatten, und nicht nur die Fußballer beim Friseur offenbar ein Beispielbild von Farrah Fawcett vorzeigten, und in manchem Fall, so scheint es, auch von einem Cocker-Spaniel-Hund … – jedenfalls: Wäre damals heute, die Aufregung wäre nicht so groß. Denn wäre damals Pandemie gewesen mit geschlossenen Friseursalons und so weiter, wären die Fußballer mit ihren Fußballerfrisuren nicht weiter aufgefallen, denn der Mopp an sich profitiert ja von der Haarfülle, und die Haarfülle profitiert von geschlossenen Friseursalons.

Kurztrips nach Dubai?

Aber da Heute heute ist (und morgen ein unbegreiflicher Tag), ist es heute anders. Es stellt sich, angesichts wartungsintensiver Kickerköpfe mit millimetergenauen Faded-Undercut-Kreationen und einrasierten Scheiteln, dann doch die Frage, warum es den Bundesligaprofis auch in Lockdown-Zeiten gelingt, Wochenende für Wochenende verlässlich verwechselbar auszusehen. Es gibt darob sogar Empörung. Ein Vorstandsmitglied des Fachverbands Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg bezeichnete die Freiburger Frisuren beim Spiel neulich in Hoffenheim eine „bodenlose Unverschämtheit“. Das getrimmte Nacken- und Schläfenhaar, die sauberen Konturen, das alles sei nur von einem Profi mit Profi-Equipment zu bewerkstelligen, sagte der Mann in der „Badischen Zeitung“: „Wir dürfen seit dem 16. Dezember nicht arbeiten, die Angestellten sind in Kurzarbeit. Ein solches Verhalten verhöhnt unseren Berufsstand.“

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze. Unbestätigte Spekulationen besagen, dass die Profispieler ihr Erbgut per Gen-Schere so verändert haben, dass die Haare an den gewünschten Stellen von selbst abbrechen. Realistischer (aber nicht viel weniger besorgniserregend) klingt, was in der „Bild“-Zeitung stand, die von Kurztrips nach Dubai oder Serbien berichtet, wo die Friseursalons weiter geöffnet haben. Ist ja nicht jeder so glücklich wie der Freiburger Vincenzo Grifo, dessen Frau ausgebildete Friseurin ist.

Leider nur noch sehr vereinzelt trifft man leidenschaftliche Moppträger wie den Augsburger Tobias Strobl in der Bundesliga an, der besser Strubbel hieße. Schon lange vor Corona sah er aus, als wäre Lockdown.

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