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Grün-weißer Unglücksrabe

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Tragische Figur: Werder-Stürmer Marvin Ducksch.
Tragische Figur: Werder-Stürmer Marvin Ducksch. dpa © dpa

Bremens Torjäger Marvin Ducksch kommt nicht in Gang und verschießt sogar einen Elfmeter

Den neuerlichen Werder-Wahnsinn musste Ole Werner erstmal verdauen. Die grün-weiße Drama-Queen hatte die Nerven ihres Trainers mal wieder bis aufs äußerste strapaziert, doch nach einer turbulenten Nachspielzeit samt Fans im Innenraum und einem verschossenen Elfmeter ging Werder Bremen leer aus. Eine „ärgerliche“ Niederlage nannte Werner das bittere 0:1 (0:0) vor heimischem Publikum gegen den FC Augsburg.

Zumindest ein Punkt lag in der hektischen Partie noch in der Luft, als die schwachen Bremer nach dem 0:1 durch Ermedin Demirovic (63.) einen äußerst fragwürdigen Handelfmeter zugesprochen bekam. Anstatt jedoch das sechste Bremer Saisontor jenseits der 90. Minute zu erzielen, scheiterte Marvin Ducksch in der vierten Minute der Nachspielzeit an FCA-Keeper Rafal Gikiewicz. Werner tröstete seinen Angreifer – und sprach ihm das Vertrauen aus. Er werde an der bisherigen Regelung seiner Elfmeterschützen nichts ändern, sagte der Trainer: „Die Jungs auf dem Platz müssen das entscheiden.“

Ducksch, der in der vergangenen Zweitliga-Saison alle seine drei Elfmeter verwandelt hatte und mit insgesamt 21 Toren zum besten Bremer Torjäger avanciert war, agiert in dieser Spielzeit bislang glücklos. Es scheint, als habe der 28-Jährigen in der Bundesliga dieselben Probleme wie früher beim SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf, wo er bei zwei Anläufen blass blieb und jeweils nur ein Tor schoss.

Mitunter fehlt Ducksch die Handlungsschnelligkeit - und ein Sprintertyp ist er ohnehin nicht. Wenn dann noch das Selbstvertrauen fehlt, ist die Negativspirale bereits in Gang gesetzt. Nicht wenige wunderten sich, dass nicht Niclas Füllkrug zum Punkt ging. Duckschs Sturmpartner hatte die bisherigen Werder-Strafstöße in dieser Saison geschossen – und beide getroffen.

Füllkrug nahm Ducksch in Schutz. „Er wollte sein erstes Tor machen und den Fluch brechen, dann passiert das halt mal.“ Das letzte was es gebraucht hätte, wäre eine Debatte um die Ausführung gewesen. Stimmt einerseits. Andererseits kann dieser Fehlschuss die Bremer noch teuer zu stehen kommen. Die nächsten Gegner heißen Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und TSG Hoffenheim. Gut möglich, dass sich der Aufsteiger schneller in der Abstiegszone wiederfindet als ihm lieb ist.

Für Ärger sorgte im Bremer Lager zudem das Verhalten der Augsburger um ihren impulsiven Keeper Gikiewicz, der mit ausladenden Gesten das Publikum gegen sich aufbrachte. Einen „Tick drüber“, nannte Fritz die Aktionen, zudem der Pole mutwillig den Rasen am Elfmeterpunkt malträtierte: „Es ist ja nicht so, dass es keiner mitbekommt, wenn dann noch auf dem Elfmeterpunkt rumgetreten wird. Er tut sich da am wenigsten einen Gefallen und kann da selbst nochmal drüber nachdenken.“ sid/hel

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