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Großes Hallo in Klein-Wimbledon

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Von: Thorsten Remsperger

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Altehrwürdige Kulisse: Tradition wird in Bad Homburg groß geschrieben.
Altehrwürdige Kulisse: Tradition wird in Bad Homburg groß geschrieben. © dpa

Nach dem Vorbild des legendären Tennisturniers in London geht’s heute in Bad Homburg los.

Bad Homburg hat in der Tenniswelt schon immer einen besonderen Status genossen, und von diesem Samstag an soll die Kurstadt im Hochtaunus endgültig in „Klein-Wimbledon“ verwandelt werden. Das ist jedenfalls der Wunsch von Citymanagerin Tatjana Baric, die sich am berühmten Grand-Slam-Turnier orientiert.

Während sich auf den Rasenplätzen des All England Lawn Tennis und Croquet Club Jahr für Jahr die Elite des beliebten Rückschlagspiels trifft, sind die Geschäfte des Londoner Stadtteils stets entsprechen dekoriert. Also hat die Bad Homburger Stadtverwaltung Poster, Stellwände und Deckenhänger an die mehr als 300 Geschäfte und Gastronomen auf der Flaniermeile Louisenstraße und deren Seitenstraßen verteilt. „Wir wollen das Flair und die Aura des Tennisturniers in die Innenstadt tragen“, so Baric.

Favoritin Kerber

Gemeint sind die Bad Homburg Open, das letzte von wenigen Rasenturnieren der Spielerinnenvereinigung WTA, bei dem sich die Weltklasseprofis von heute an auf das eine Woche später beginnende Treiben in Wimbledon optimal vorbereiten können. Die drei Rasenplätze im Kurpark, darunter der Centre Court mit einem Fassungsvermögen von 3500 Zuschauenden, werden das ganze Jahr über so gepflegt, dass sie die gleiche Halmlänge aufweisen: exakt acht Millimeter.

Die Anlage des TC Bad Homburg erscheint für ein solches High-End-Turnier prädestiniert: 1876 hatten englische Kurgäste den ersten Tennisclub auf dem europäischen Festland gegründet. Aljoscha Thron, Manager von Angelique Kerber, spielt selbst in der Männer-30-Bundesliga-Mannschaft des Vereins und ist für die Bad Homburg Open als Turnierdirektor im Einsatz. Da trifft es sich gut, dass die zweimalige Wimbledon-Siegerin und Turnierbotschafterin Angelique Kerber im Vorjahr die Premiere unter strikten Corona-Auflagen gewann.

In diesem Jahr erhoffen sich die Organisatoren bis zum Finale am kommenden Samstag (13.30 Uhr) erstmals volle Ränge. Das Teilnehmerfeld spricht für hohe Qualität: Als Favoritinnen gelten neben der 34-jährigen Kerber die Weltranglistenfünfte Aryna Sabalenka, Wimbledon-Halbfinalistin von 2021, die frühere Weltranglisten-Erste Simona Halep, die in Wimbledon schon gewonnen hat, und die ehemaligen US-Open-Siegerinnen Bianca Andreescu und Sloane Stephens.

Während das Turnier am Samstag um 13 Uhr eröffnet wird, die Qualifikation für das 32er-Feld läuft und morgen dann dien erste Runde beginnt, dürften die Topspielerinnen erst am Montag ins Geschehen eingreifen. Mit Spannung wird aus deutscher Sicht das Abschneiden von Andrea Petkovic, die aus dem nur 50 Kilometer entfernten Darmstadt stammt, und Sabine Lisicki erwartet. Die Wimbledon-Finalistin von 2013 erhielt nach ihrem Comeback eine Wildcard für Bad Homburg.

Der Turnierveranstalter plant abseits des Tennis-Courts im „Baloise Park Village“ die ganze Woche über Thementage – wie am Montag den Kids Day. Bis Mittwoch können Spiele des Hauptfeldes auf den beiden Nebenplätzen kostenlos verfolgt werden. Resttickets für den Centre Court gibt es unter www.badhomburg-open.de.

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