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Wichtiger Baustein des Erfolgs: Der Teamspirit wird groß geschrieben bei den italienischen Fußballern. dpa
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Wichtiger Baustein des Erfolgs: Der Teamspirit wird groß geschrieben bei den italienischen Fußballern. dpa

Europameisterschaft

Italien begeistert - Belgien bangt

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Die italienische Mannschaft begeistert bei dieser EM – und überwindet Widerstände. Ihr nächster Gegner ist Belgien.

Sie sind auf ihrem Weg ins EM-Viertelfinale durch so einige Täler geschritten. Sie mussten leiden, richtig leiden. Da wäre, na klar, dieser peinliche und vorher 60 Jahre nie dagewesene Supergau im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Nicht qualifiziert, raus in den Playoffs. Italien, diese stolze Fußballnation, einfach nicht dabei. Unfassbar. Der eigene Frust, der fremde Spott. Das hat gesessen und nachgewirkt.

Da wären aber auch noch andere Täler, längst nicht so tiefe und ungemütliche, aber doch sehr prägende. Jüngst erst in der zweiten Hälfte des EM-Achtelfinales gegen Österreich mussten sie mal wieder ein solches durchwandern. Die eigene Leistung stimmte nicht, so schlecht hatten die italienischen Nationalspieler seit ihrem Vorab-WM-Aus vor dreieinhalb Jahren nicht mehr gekickt. Da passte nichts zusammen, aber auch gar nichts. Österreich war besser, ekliger, zielstrebiger - und schied doch aus. Warum? Weil die Italiener unter ihrem Erfolgstrainer Roberto Mancici mittlerweile wissen, was sie können. Widerstände zu überwinden, gehört dazu. Sie berappelten sich in der Nachspielzeit, stemmten sich als Einheit gegen die drohende Niederlage und das frühzeitige EM-Aus. „Dieses Leiden wird uns noch nützlich sein“, ahnt Trainer Mancini, noch fokussierter sei das Team seitdem.

Da hat eine Mannschaft in den vergangenen Jahren spürbar zu innerem Zusammenhalt gefunden. Quasi jeder Torjubel, immerhin neun waren es bisher bei der EM, wird gemeinsam begangen, dann fallen sie sich gegenseitig um den Hals, werfen sich auf einen Haufen, der Schütze ganz unten begraben, und schreien ihre Freude heraus. Eine Einheit, eine große Liebe. Grande Amore.

Ein Duo gegen Lukaku

Die verpasste WM, betont auch Angreifer Ciro Immobile, „war für uns eine Lehre, die uns hoffentlich hilft, bei dieser EM die hässlichen Erinnerungen zu überschreiben“. Viel ist von 2018 nicht mehr übriggeblieben, 2021 könnte der Fußballsommer der Italiener werden. Natürlich auch deshalb, weil sie – so profan es klingen mag – schlicht eine gute Mannschaft beisammen haben. Wenn die Italiener heute Abend (21 Uhr/ZDF) in München auf Belgien treffen, sind sie der leichte Favorit. Klar, Belgien ist auch gut, aber Italien objektiv betrachtet eben ein Stück besser. Trainer Mancini kann aus einem homogenen Kader wählen, der überdurchschnittliche Qualität in allen Mannschaftsteilen vereint - teils bis hin zur Weltklasse.

Der junge Donnarumma im Tor, die alten Chiellini und Bonucci direkt davor. Im Zentrum die Spielversteher Verratti und Jorginho, in der Spitze dazu noch (fast) die freie Auswahl: Immobilie, Insigne, Berardi, Einzelkönner als Teamplayer. Trainer Mancinci konnte sich bisher gar den Luxus erlauben, den hochtalentierten Flügeldribbler Federico Chiesa meist erst von der Bank zu bringen. Von wegen Catenaccio.

Bei aller eigener Stärke kommt der Respekt vor dem heutigen Gegner nicht zu kurz. Im Gegensatz vielleicht zu den Österreichern im Achtelfinale werden die Belgier nun sehr ernst genommen – vor allem Romelu Lukaku. Der Stürmer, angestellt bei Inter Mailand, sorgt ob seiner Größe, seiner Wucht, seiner Klasse für Respekt.

Belgien bangt um Kevin de Bruyne

Er hoffe, so Mittelfeldspieler Jorginho, dass seine erfahrenen Abwehrkollegen Leonardo Bonucci, 34, und Giorgio Chiellini, 36, das Duell gegen den riesenhaften Lukaku irgendwie gewinnen würden. Die Ausgangslage aber sei recht ordentlich, findet der Profi des FC Chelsea, denn: „Es ist ja zwei gegen einen.“

Selbst wird Jorginho vor der Arbeit durchaus auch Kärrnerarbeit verrichten müssen. Die bisher recht bieder kickenden Belgier haben vor allem offensiv noch eine Menge Steigerungspotenzial. Qualität ist allemal vorhanden: Die Hazard-Brüder Thorgan und Eden, Dries Mertens, natürlich Lukaku, dazu Axel Witsel aus der Tiefe des Mittelfeldes. Und selbstverständlich Superstar Kevin de Bruyne. Der Taktgeber von Manchester City bangt jedoch wegen einer Knöchelblessur um seinen Einsatz. Zuletzt gegen Portugal wurde er ausgewechselt und konnte seitdem nicht mehr am Teamtraining teilnehmen. Es wäre ein bitterer Ausfall - nicht nur für Belgien, auch für die neutralen Beobachter.

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