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Erfolgreich: Trainer Niko Kovac. afp
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Erfolgreich: Trainer Niko Kovac. afp

Erfolgreicher ehemaliger Eintracht-Coach

Glücklich im Fürstentum

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Trainer Niko Kovac steuert den Höhenflug des AS Monaco und hat nun auch das Spitzenteam von Paris St. Germain bezwungen. Eine wichtige Säule in seinem Team ist Kevin Volland.

Seit seinem unfreiwilligen Abgang vom FC Bayern ist Niko Kovac so ein bisschen unter dem Radar unterwegs gewesen. Erst eine Pause, dann der Wechsel zum französischen Erstligisten AS Monaco, dazu eine Corona-Erkrankung. Großartige Schlagzeilen hat der 49-Jährige hierzulande nicht produziert. Die machten andere Deutsche im Ausland, Jürgen Klopp und Thomas Tuchel vor allem,

Am Sonntagabend nun hat Monaco auswärts Paris Saint-Germain 2:0 besiegt. Das war auch deshalb besonders beeindruckend, weil Paris unter der Woche in der Champions League mit drei Toren von Superstar Kylian Mbappé 4:1 beim FC Barcelona gewonnen hatte. Beim zweiten Saisonsieg gegen den Meister nach dem 3:2 im Hinspiel schaffte es Monaco, Mbappé nahezu komplett zu isolieren.

Das Fachblatt „L’Équipe“ hat Kovac wegen dessen „taktischer Meisterleistung“ danach besser benotet als alle Spieler auf dem Platz, auch besser als Kevin Volland. Der 28-Jährige gehört zu den Stabilisatoren des Meisters von 2017, der in den beiden vergangenen Spielzeiten nur die Plätze 17 und neun belegte. Nach dem Sieg in der Hauptstadt, dem achten dreifachen Punktgewinn in den letzten neun Spielen, sind die Monegassen auf Platz vier nun Paris (54 Punkte) bis auf zwei Zähler auf die Pelle gerückt. Vorne liegen OSC Lille (58) und Olympique Lyon (55). „Wir können jetzt nicht sagen, dass wir ganz oben angreifen können“, sagt Kovac. Da will einer jetzt keine großen Töne spucken. Aber der vormalige Coach von Eintracht Frankfurt hat es geschafft, mit Monaco vergleichbar zu überraschen wie sein Nachfolger Adi Hütter mit der Eintracht. Kovac traut seinem Ex-Arbeitgeber die Qualifikation zur Champions League übrigens zu.

In Frankreich schaffen es nur der Erste und Zweite in die Königsklasse. Kovac und Volland fanden vergangenen Sommer, dass es Zeit für einen Wechsel ist. Volland hatte in den Gesprächen mit Leverkusen gespürt, dass kein gesteigertes Interesse an einer Zusammenarbeit bestand. Kovac war ziemlich zerzaust aus der Bayern-Episode herausgeraten, viele gute Worte wurden ihm nicht hinterhergerufen.

„Nach meiner Zeit beim FC Bayern habe ich daran gedacht, dass es Zeit für einen Wechsel ins Ausland ist. Ich habe als Profi nur in Deutschland und Österreich gespielt. Der Gedanke, Lebenserfahrung in einem anderen Land zu sammeln, mit einer anderen Sprache und Kultur, war immer sehr reizvoll“, erzählte er in einem Sport1-Interview. Und er lobte Volland ausgiebig. „Für mich ist er mit der Art und Weise, wie er Fußball spielt, ein Spieler für die Nationalmannschaft. Kevin ist der einzige deutsche typische Mittelstürmer. Wie es Miroslav Klose war.“

Bundestrainer Joachim Löw hat sich indes nie so ganz für den Offensivmann begeistern können. Aus dem späteren Weltmeisterkader wurde Volland kurz vor dem Abflug nach Brasilien gestrichen. Sein letztes Länderspiel bestritt der Sohn eines ehemaligen Eishockeyprofis im November 2016 beim 0:0 in Italien. Wirklich überzeugen konnte er bei seinen zehn Länderspielen (ein Tor) selten.

„Ein Sechser im Lotto“

Aber er ist schon in Hoffenheim zum gestandenen Bundesligaprofi gereift, der zuverlässig performt und trifft. Das tat er auch für Leverkusen und das tut er nun für den AS Monaco, für den er in 24 Ligaspielen bereits zwölf Tore erzielt und acht Treffer vorbereitet hat. Ein „Sechser im Lotto“, sagt Kovac.

Tatsächlich wirkt der Allgäuer Volland, Spitzname „Ente“, glücklich im Fürstentum. Er bewohnt mit Frau und zwei Kindern ein Apartment mit Blick auf die Formel 1-Rennstrecke und den mondänen Hafen. „Ich fühle mich richtig wohl und bereue es in keinster Weise, dass ich den Schritt gegangen bin“, sagte er dieser Tage im Podcast „Kicker meets Dazn“,

Aber es ist schon ein anderes Spiel in Frankreich, weniger taktisch, dafür temporeicher. „Es gibt viele junge, schnelle Spieler auf dem Platz, du hast wenig Ruhe am Ball und viele Eins-gegen-eins-Situationen. Wenn du es aus Deutschland gewohnt bist, dass du eher mannschaftstaktisch verschiebst und Räume engmachst, war das am Anfang schon nicht leicht für mich.“ Er habe in den ersten Spielen „gepumpt wie ein Maikäfer“.

„Beachtlich und bemerkenswert“ nennt Experte Didi Hamann Vollands Leistungen und empfiehlt Joachim Löw, genau hinzugucken. Am 20. März gibt Löw seinen Kader für die nächsten Länderspiele bekannt. Volland selbst klingt eher skeptisch. Er sagt, er mache sich darüber lieber keinen Kopf. Es ist wohl ein Schutz vor Enttäuschung.

Treffsicher: Kevin Volland mit Teamkollege Wissam Ben Yedder. afp

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